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Aus der Stadt Singer-Songwriter-Pop mit Boy im Capitol
Hannover Aus der Stadt Singer-Songwriter-Pop mit Boy im Capitol
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20:22 25.11.2015
Von Uwe Janssen
Unprätentiös, einfach und hochmusikalisch: das Frauen-Duo Boy und ihre Band im Capitol. Quelle: Schaarschmidt
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Hannover

Kürze – Würze. Kann sein. Kann aber auch sein, dass für eine Band, auf die sich die Fans lange gefreut haben und die im ausverkauften Capitol ihr zweites Album präsentiert, 75 Minuten Konzertdauer schlicht zu kurz sind. Boy, das erfolgreiche Frauenduo aus Hamburg, ist den kleinen Clubs längst entwachsen. Nun stehen die Schweizerin Valeska Steiner und die Hamburgerin Sonja Glass nicht nur 1600 Fans auf den zwei Capitol-Etagen gegenüber, sondern auch einer Menge Erwartungen. Da darf es trotz Vorband dann ruhig auch mal eine amtliche Konzertlänge sein.

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Boy haben im ausverkauften Capitol gespielt. Die Bilder vom Konzert.

Aber bis der letzte Ton verklingt, ist das Ganze eine rundherum sympathische Angelegenheit. Was auch an den beiden Damen liegt, die sich einst im Pop-Kurs der Hamburger Musikhochschule kennenlernten und dabei die Seminare Pathos, Posen und Rampensau I und II offensichtlich nicht belegt haben. Denn sie wirken immer noch so schüchtern, als ob sie das erste Mal auf der Bühne stehen. Wenn sie Musik machen, vor ihrer Band und hinter ihren Gitarren, strahlen sie Spielfreude und Sicherheit aus, die man nach vielen Konzerten in Deutschland, Europa und sogar Übersee auch erwartet. Dazwischen aber tasten sie sich ein wenig durch ihre Ansagen. Valeska sucht den Kontakt zu den Menschen in dieser eigentümlichen gläsernen Raucherkuppel, die von links oben in den Saal hineinragt, das „Kabäuschen“, wie sie sagt und dann versucht, den Begriff zu erklären. Im Publikum, leichter Frauenüberschuss, wird gekichert, geguckt, geknipst. Und wenn dann der fröhlich-flockige Beat von „Hit my Heart“ loshüpft, fängt das Capitol kollektiv zu wippen an.

Ab und zu verdichtet die makellose Band den melodiösen, radiotauglichen Sound zu einem gitarrenlastigen, schweren Sog. Dann liegt Spannung in der Luft, löst sich aber wieder schnell in Wohlgefallen auf. Warum Boy den Ruf mit sich herumschleppt, eine Mädchenband zu sein, wird an diesem Abend ziemlich oft deutlich. Auf „Little Numbers“, den größten Hit der Band, können sich aber alle einigen, singen das aus Radio und Lufthansa-Spot bekannte „Oho, oho“ im Refrain mit und tanzen.

Nach knapp einer Stunde geht Boy von der Bühne – und kommt für einen Zugabenblock noch einmal raus. Dann können sie feiern. Denn während sie in Hannover spielten, sind sie in ihrer Heimatstadt mit dem Kulturpreis HANS für herausragende Hamburger Künstlerentwicklung geehrt worden. Wenn’s läuft, dann läuft’s halt.

uj

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