Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Wann bekommen Hannovers Problemschulen endlich Hilfe?
Hannover Aus der Stadt Wann bekommen Hannovers Problemschulen endlich Hilfe?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 15.02.2018
Die Hilfe für Brennnpunktschulen wie die Grundschule Mühlenberg lässt weiter auf sich warten.  Quelle: Schaarschmidt
Anzeige
Hannover

 Zwei der hilfsbedürftigsten Brennpunktschulen in Hannover, die Grundschule Mühlenberg und die Peter-Ustinov-Schule, warten trotz gegenteiliger Beteuerungen aus Politik und Verwaltung immer noch auf durchschlagende Hilfe. Die Zustände an beiden Schulen sind so schwierig, dass Bildungsexperten im vergangenen Jahr einen pädagogischen Notstand ausriefen. Sogenannte „multiprofessionelle“ Teams, von Bildungsdezernentin Rita Maria Rzyski daraufhin bereits im Mai 2017 als Hilfsmaßnahme angekündigt, werden aber bislang an beiden Schulen nicht eingesetzt.  

Dabei wurde zumindest im Fall der Grundschule Mühlenberg in einem Antrag der Ampelkoalition vom Juni vergangenen Jahres sogar festgehalten, dass ein solches Team möglichst schon zum Beginn des Schuljahrs 2017/18 seine Arbeit aufnehmen solle. Sie sei schon damals davon ausgegangen, dass so ein Versprechen nicht realistisch sei, sagt die schulpolitische Sprecherin der CDU, Stefanie Matz. Multiprofessionelle Teams seien eine gute Sache,  aber hier sei eindeutig das Land in der Pflicht und zwar möglichst schnell: „Die Schulen mit besonderem Unterstützungsbedarf brauchen die Hilfe dringend.“ Der Einsatz “multiprofessioneller Teams“ in Schulen mit besonders förderbedürftigen Kindern war auch eines der Wahlversprechen von Rot-Grün im Landtagswahlkampf 2017 im Zusammenhang mit der inklusiven Schule.

Zur Galerie
Eine kontroverse Debatte haben sich Podiumsteilnehmer und Publikum beim HAZ-Forum zum Stadtteil Mühlenberg geliefert. 

Zu den multiprofessionellen Teams in Hannover sollten überdies Ergotherapeuten und Logopäden gehören. So hatte es Rzyski im Mai 2017 bei einem HAZ-Forum in Mühlenberg angekündigt. Offenbar rückt die Stadt von diesem Vorhaben ab. Im Februar wolle man eine Beschlussdrucksache für eine „zusätzliche Fachkraft für interkulturelle Bildungsarbeit“ für die Grundschule Mühlenberg n die politischen Gremien einbringen, heißt es stattdessen auf eine HAZ-Anfrage.

Solche Fachkräfte machen zugewanderte Kinder mit den ungewohnten Rahmenbedingungen von Schule  - Bildungswege, Lernziele, Abschlüsse - vertraut. Dazu soll an der Grundschule eine Stadtteilmutter bei der Integration der Familien helfen. Einen konkreter Zeitpunkt für ihren Einsatz wird nicht genannt. 

Zur Galerie
Viel Müll liegt am Canarisweg auf den Straßen und Wegen.

Gerade Ergotherapeuten und Logopäden bringen aber Qualifikationen mit, die an beiden Brennpunktschulen dringend not täten. So geht aus den Schuleingangsuntersuchungen der Jahre 2015/16 und 2016/17 hervor, dass im Stadtteil Mühlenberg besonders  viele Kinder mit sprachlichem Förderbedarf eingeschult werden.  Gerade einmal 19 Prozent bringen hier normal entwickelte Fähigkeiten mit. Dazu komme, dass manche deutschen Laute in anderen Sprachen überhaupt nicht vorkämen, sagt Karin Haller, Leiterin der Peter-Ustinov-Schule. „Das macht das Lernen zusätzlich schwer.“ Manche Schüler, immerhin schon Teenager, hätten zudem noch nie mit einem einen Stift oder einer Schere gearbeitet. Feinmotorische Schulung würde sehr helfen. Auch an der Peter-Ustinov-Schule sei „die Umsetzung einer Maßnahme geplant“, heißt es vonseiten der Stadtverwaltung vage: „Wir warten auf Hilfe“, sagt Haller: „Und wir brauchen sie auch.“

Zur Galerie
Kita Canarisweg: Kinder dürfen nicht auf dem Außengelände spiele, weil Mieter von oben Müll auf sie werfen 

Von Jutta Rinas

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Aus der Stadt In der Auswahl für den Deutschen Schulpreis - Die IGS List bereitet sich für den Besuch der Jury vor

Schon zweimal – 2007 und 2013 – war die Integrierte Gesamtschule List in der Auswahl für die Nominierungen zum Deutschen Schulpreis. Jetzt hat sie die dritte Chance auf eine Nominierung. Anfang nächster Woche kommt die Jury zum Unterrichtsbesuch. 

15.02.2018

Bei einer Spendenaktion haben 21 Bundesfreiwillige der MHH Geld für obdachlose Menschen gesammelt. Mit der Spende von insgesamt 1205 Euro konnten 487 Gutscheine gekauft werden, die Menschen in Not beim SOS Bistro in der Oststadt für Mahlzeiten, eine Dusche oder heiße Getränke einlösen können.

11.02.2018

„Früh übt sich“ – unter diesem Motto haben Experten in der Reihe „Matinee im Foyer“ im Regionshaus über Chancen und Risiken der kindlichen Frühförderung diskutiert. 

14.02.2018
Anzeige