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Aus der Stadt Brief aus purem Gold erreicht die Landesbibliothek
Hannover Aus der Stadt Brief aus purem Gold erreicht die Landesbibliothek
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22:59 29.03.2017
Der kunstvolle Brief des birmanesischen Königs erreichte seinen Empfänger nie. Quelle: Michael Wallmüller
Hannover

Am Mittwoch vor 259 Jahren erreichte ein ganz besonderer Brief die königliche Bibliothek in Hannover; kunstvoll auf ein Blatt aus purem Gold geschrieben, versehen mit kostbaren Rubinen und verstaut in einem Elefantenstoßzahn. Schon 2015 wurde der „Goldene Brief“ des birmanischen Königs Alaungphaya an den britischen König Georg II. offiziell in das Unesco-Weltdokumentenerbe aufgenommen. Durch den langen Umbau der Landesbibliothek konnte die dazugehörige Urkunde jedoch erst am Mittwoch feierlich an die Leiterin Anne May übergeben werden. Verena Metze-Mangold, Präsidentin der deutschen Unesco-Kommission, überreichte das Dokument in Anwesenheit der Botschafterin Myanmars in Berlin, Yin Yin Myint, und der Vorsitzenden der Südostasien-Sammlung der British Library in London, Annabel Gallop. Auch Heinrich Prinz von Hannover, Nachfahre des ursprünglichen Empfängers in neunter Generation, war zur Feier gekommen.

Niedersachsens Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Gabriele Heinen-Kljajic, betonte in ihrem Grußwort den unschätzbaren historischen Wert des Briefs, dem die Landesbibliothek von heute bis zum 8. September die Ausstellung „Der Goldene Brief - 3 Länder, 2 Könige, 1 Missverständnis“ widmet. „Der Brief und die vielen Irrtümer, die seine Geschichte begleiten, dokumentieren auf ganz besondere Weise die Fallstricke der Kommunikation“, sagte die Ministerin. Entsandt, um dem aus Hannover stammenden britischen König die Errichtung eines Handelspostens anzubieten, wanderte der kostbare Brief 1758 unbeantwortet in die königliche Bibliothek in Hannover. Ausgerechnet Geheimrat Gerlach Adolph von Münchhausen hatte die Bedeutung des Angebots, in Unkenntnis der birmanischen Zeichensprache und anhand einer schlechten Übersetzung, nicht erkannt.

Als „einzigartiges Zeugnis asiatisch-europäischer Beziehungen“ bezeichnete die Direktorin der Bibliothek, Anne May, den Brief. Ausgeliehen werden kann dieser übrigens nicht. „Unvorstellbar“, sagte May. An die Verleihung der Urkunde ist die Verpflichtung verbunden, das Dokument zu schützen und öffentlich zugänglich zu machen. Myanmars Botschafterin lud alle Hannoveraner ein, eine 3-D-Reproduktion des Briefs in ihrer Heimat zu besichtigen. „Der Brief des bedeutenden Königs ist aktuell in der National Library der Hauptstadt Naypyidaw ausgestellt“, berichtete Myint.

Von Mario Moers

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