Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Brief aus purem Gold erreicht die Landesbibliothek

Unesco-Weltdokumentenerbe Brief aus purem Gold erreicht die Landesbibliothek

Im Jahr 1758 schickte der burmanesische König Alaungphaya einen Brief, geschrieben auf einem Blatt aus purem Gold, an den britischen König Georg II. Doch dieser kam nie an, wanderte stattdessen unbelesen in die königliche Bibliothek zu Hannover. Heute gehört der Brief zum Unesco-Weltdokumentenerbe. Und zur Landesbibliothek Hannover.

Voriger Artikel
Wie Stress und Leistungsdruck zu Burn-out führen kann
Nächster Artikel
HAZ live: Der Morgen in Hannover

Der kunstvolle Brief des birmanesischen Königs erreichte seinen Empfänger nie.

Quelle: Michael Wallmüller

Hannover. Am Mittwoch vor 259 Jahren erreichte ein ganz besonderer Brief die königliche Bibliothek in Hannover; kunstvoll auf ein Blatt aus purem Gold geschrieben, versehen mit kostbaren Rubinen und verstaut in einem Elefantenstoßzahn. Schon 2015 wurde der „Goldene Brief“ des birmanischen Königs Alaungphaya an den britischen König Georg II. offiziell in das Unesco-Weltdokumentenerbe aufgenommen. Durch den langen Umbau der Landesbibliothek konnte die dazugehörige Urkunde jedoch erst am Mittwoch feierlich an die Leiterin Anne May übergeben werden. Verena Metze-Mangold, Präsidentin der deutschen Unesco-Kommission, überreichte das Dokument in Anwesenheit der Botschafterin Myanmars in Berlin, Yin Yin Myint, und der Vorsitzenden der Südostasien-Sammlung der British Library in London, Annabel Gallop. Auch Heinrich Prinz von Hannover, Nachfahre des ursprünglichen Empfängers in neunter Generation, war zur Feier gekommen.

Niedersachsens Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Gabriele Heinen-Kljajic, betonte in ihrem Grußwort den unschätzbaren historischen Wert des Briefs, dem die Landesbibliothek von heute bis zum 8. September die Ausstellung „Der Goldene Brief - 3 Länder, 2 Könige, 1 Missverständnis“ widmet. „Der Brief und die vielen Irrtümer, die seine Geschichte begleiten, dokumentieren auf ganz besondere Weise die Fallstricke der Kommunikation“, sagte die Ministerin. Entsandt, um dem aus Hannover stammenden britischen König die Errichtung eines Handelspostens anzubieten, wanderte der kostbare Brief 1758 unbeantwortet in die königliche Bibliothek in Hannover. Ausgerechnet Geheimrat Gerlach Adolph von Münchhausen hatte die Bedeutung des Angebots, in Unkenntnis der birmanischen Zeichensprache und anhand einer schlechten Übersetzung, nicht erkannt.

Als „einzigartiges Zeugnis asiatisch-europäischer Beziehungen“ bezeichnete die Direktorin der Bibliothek, Anne May, den Brief. Ausgeliehen werden kann dieser übrigens nicht. „Unvorstellbar“, sagte May. An die Verleihung der Urkunde ist die Verpflichtung verbunden, das Dokument zu schützen und öffentlich zugänglich zu machen. Myanmars Botschafterin lud alle Hannoveraner ein, eine 3-D-Reproduktion des Briefs in ihrer Heimat zu besichtigen. „Der Brief des bedeutenden Königs ist aktuell in der National Library der Hauptstadt Naypyidaw ausgestellt“, berichtete Myint.

Von Mario Moers

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr Aus der Stadt
Es war einmal in Hannover. Aber wo?

Auf in eine neue Runde: Sie kennen sich in Hannover aus? Zeigen Sie es! Schauen Sie sich die historischen Stadtansichten an, und erraten Sie, wo die Aufnahmen gemacht wurden. Direkt hinter dem historischen Foto sehen Sie die Auflösung – in Form eines aktuellen Vergleichsbildes.

Anfang Juli heiratete Ernst August Erbprinz von Hannover Ekaterina Malysheva. Auf unserer Themenseite finden Sie Bilder, Videos und Berichte zur Promi-Hochzeit des Jahres in Hannover.

Das war der Sonnabend auf dem Maschseefest (19.08.17)

Am letzten Sonnabend auf dem Maschseefest 2017 sind noch einmal viele Hannoveraner und Gäste am Seeufer unterwegs.