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Aus der Stadt Briefkastenfirma aus Hannover startet bundesweite Abzocke mit Navi-Updates
Hannover Aus der Stadt Briefkastenfirma aus Hannover startet bundesweite Abzocke mit Navi-Updates
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11:41 06.07.2011
Von Mathias Klein
Ein Unternehmen mit Sitz in Hannover verschickt dubiose Zahlungsaufforderungen. Quelle: dpa
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Hannover

Mit einer neuen Masche versucht eine Firma unter einer hannoverschen Adresse derzeit, bundesweit Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Aber die Polizei ist nach eigenen Angaben machtlos, weil der Trick strafrechtlich nicht verfolgt werden kann.

Ein Unternehmen mit dem Namen SG Webdesign mit Sitz in der Goethestraße verschickt derzeit in ganz Deutschland Rechnungen über einen Betrag von 49,98 Euro. In dem Anschreiben heißt es, dass eine Update-Gebühr für Navigationsgeräte kassiert werde. Mit dieser einmaligen Zahlung bestehe die Möglichkeit, aktuelles Kartenmaterial und Software für das Navigationsgerät zu beziehen.

Als Joachim Otte eine Rechnung von der Firma SG Webdesign bekam, wunderte er sich gleich über zwei Dinge: Zum einen hat der 61-Jährige aus Ronnenberg zwar drei Autos, aber kein einziges Navigationsgerät. Schon deshalb vermutete er, dass versucht werde, „Leute reinzulegen“. Dazu kam die Aufforderung in der Rechnung, das Geld in die Schweiz zu überweisen. Angegeben auf dem beiliegenden Überweisungsformular ist ein Konto in Bern.

Schreiben sind strafrechlich nicht relevant

Wegen dieser Zweifel machte sich Otte sofort selbst auf die Suche. Aber unter der angegebenen Anschrift gibt es keine Firma mit diesem Namen, berichtet er. Das habe ihm auch der Hausmeister des Gebäudes bestätigt. Und auch einen Bewohner namens Serdar Gürel gibt es in dem Haus nicht. Gürel ist in den Schreiben und auf der Internetseite als Geschäftsführer von SG Webdesign genannt.

„Wir kennen die Vorgänge“, sagt Polizeisprecher Heiko Steiner. Dort hatten sich einige der Adressaten der E-Mails gemeldet. Allerdings seien die Schreiben nicht strafrechtlich relevant. Zwar stehe oben das Wort „Rechnung“. „Im juristischen Sinne ist das aber ein Angebot, und keine Rechnung“, meint Steiner. Die Polizei werde die Unterlagen dennoch an die Staatsanwaltschaft weiterleiten.

Auch bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen ist die Masche mit der Update-Gebühr bekannt, dort spricht Rechtsexpertin Kathrin Körber von „Abzocke“. Sie warnt davor, Geld zu überweisen. Die Rechnung mache auf den ersten Blick einen seriösen Eindruck. Aber es fehle das exakte Zahlungsdatum. Außerdem ist unter der angegebenen hannoverschen Telefonnummer trotz tagelanger Versuche niemand zu erreichen. Körber bemängelt auch die Internetseite, die mache einen „dilettantischen Eindruck“. Das Impressum sei unvollständig, außerdem seien die gesetzlich vorgeschriebenen allgemeinen Geschäftsbedingungen sowie eine ordnungsgemäße Widerrufsbelehrung nicht auf der Internetseite zu finden.

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