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So werden Käufer von Gebrauchtwagen betrogen

Manipulation des Tachos So werden Käufer von Gebrauchtwagen betrogen

Immer häufiger werden Gebrauchtwagenkunden in Hannover Opfer betrügerischer Tacho-Manipulationen. Wie einfach es Straftäter derzeit haben, die Kilometerstände von Autos zu manipulieren, zeigt ein Verfahren vor dem hannoverschen Landgericht.

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Die rot-grüne Landesregierung will Tacho-Manipulationen künftig einen Riegel vorschieben.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Hannover. Vor dem Landgericht müssen sich die Brüder S. aus Langenhagen wegen mutmaßlicher Autoschiebereien und Tacho-Manipulationen verantworten. Sie sollen über Mittelsmänner hochwertige Gebrauchtwagen von Audi, Mercedes oder BMW erworben haben.

Die Strohmänner, die den Verkäufern in der Regel gefälschte Überweisungsbelege zeigten und so auch an die Papiere der Wagen kamen, ließen die Fahrzeuge auf sich zu. Wenige Tage später verkauften sie die Autos an die Brüder in Langenhagen weiter. Auf diese Weise konnten die mutmaßlichen Autoschieber immer von sich behaupten, die Fahrzeuge „in gutem Glauben“ erworben zu haben. Denn offiziell kannten sie den Verkäufer der Nobelfahrzeuge nicht. In Wirklichkeit handelte es sich oft sogar um entfernte Verwandte der Brüder.

Um die Fahrzeuge zu hohen Preisen in ihrem Autohaus anbieten zu können, mussten die Tachos manipuliert werden. Nach Auffassung der Strafverfolger kam in diesen Fällen ein Mann ins Spiel, der sich als „Viktor“ ausgab, in Wirklichkeit aber Alexander H. heißt. Er verfügte sowohl über die erforderlichen technischen Geräte als auch über das Fachwissen. Für eine einfache Tacho-Manipulation, die er in der Regel auf öffentlichen Plätzen, unter anderem dem Parkplatz eines Schnellimbisses in Langenhagen-Godshorn ausführte, verlangte er 50 Euro. In schwierigen Fällen verdoppelte er seinen Preis.

Als ein Kunde mit einem 5-er BMW, Baujahr 2002, Kontakt zu „Viktor“ aufnahm, hörte die Polizei mit. Das Gespräch ist in den Ermittlungsakten, die der HAZ vorliegen, folgendermaßen protokolliert. Der Kunde bittet, ihm bei dem BMW behilflich zu sein. „An anderer Stelle oder an allen Stellen?“, fragt „Viktor“. Was den Unterschied ausmache, will der Kunde wissen. „Für eine Stelle 100. Für alle 180. Dieses Baujahr lässt sich schwierig machen. Wäre das Baujahr 1999, würde das 50 kosten. Eine Stelle bei diesem Baujahr kostet 100“, sagt „Viktor“. Das Verfahren gegen die mutmaßlichen Autoschieber wird sich hinziehen, weil noch sehr viele Geschädigte als Zeugen befragt werden müssen.

Am Dienstag wurde im Landtag über die Einführung des sogenannten Car-Passes beraten. Das Dokument, das bereits seit 2005 in Belgien zu einem deutlichen Rückgang von Taten geführt hat, ist eine Art Lebenslauf des Fahrzeugs. Wird der Pass eingeführt, müssen künftig bei jeder Hauptuntersuchung die Kilometerstände des Wagens in einer Datenbank gespeichert werden.

Im vorliegenden Fall hätte ein solcher Car-Pass den Betrug verhindert. Dennoch geht dem ADAC der Vorstoß der Landesregierung nicht weit genug. Aus seiner Sicht müssten die Hersteller mehr in die Pflicht genommen werden. Technisch sei es kein Problem, in jedes Fahrzeug einen speziellen Chip einzubauen, der verhindere, dass Tachos zurückgestellt werden können. Vorher bleibt Gebrauchtwagenkäufern nur übrig, den Wagen vor dem Kauf in einer Werkstatt prüfen zu lassen.

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