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Aus der Stadt Lust auf eine Fahrradtour?
Hannover Aus der Stadt Lust auf eine Fahrradtour?
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22:25 06.06.2017
Hannover - Wetter - Sommer - Sonne - Maschsee --- Foto Tim Schaarschmidt Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Die Frage nach einer Lieblingsstrecke für seine Radtouren lässt HAZ-Redakteur Bernd Haase auch bei der neuen Auflage des Bandes „Fahr Rad“ unbeantwortet. Seit Jahren fährt Haase gemeinsam mit Redakteur Thorsten Fuchs die Fahrrad- und Ausflugswege der Region Hannover ab. Sie besuchen Schlösser und Kirchen, rasten in Biergärten und Cafés und entdecken dabei manches Kleinod. Mehr als 1500 Kilometer haben sie insgesamt erneut für ihren überarbeiteten Radwanderführer zurückgelegt. Am Sonnabend erscheint „Fahr Rad“ in den HAZ-Geschäftsstellen und im Buchhandel.

Immer wieder Neues entdecken

Nun eine Auswahl treffen? „Das möchte ich nicht“, sagt Haase. „Dafür ist die Region einfach zu vielseitig.“ Wenn man Abgeschiedenheit und Ruhe suche, werde man im Osten an der Regionsgrenzen bei Uetze fündig. Wenn man es hügelig mag, sollte man in den Deister fahren. Auch der Fluss hat immer seine Reize: „Ich bin schon so oft durch das Leinetal gefahren und entdecke trotzdem jedes Mal Neues.“ Gerade dieser Umstand mache doch auch das Radfahren selbst aus - „neben der Bewegung und die Leidenschaft für die eigene Gegend.“

Vor fast zehn Jahren wurde die sogenannte Fahrradregion Hannover ins Leben gerufen. 15 Touren verbinden seitdem 21 Städte und Gemeinden. Sie führen vom Nordufer des Maschsees aus der Stadt ins Umland und umgekehrt. Auf den Kilometern lernen Radfahrer die Region am Steinhuder Meer genauso kennen wie das Calenberger Land mit dem Deister. Bernd Haase und Thorsten Fuchs sind zehn Jahren nach ihrem ersten gemeinsamen Radführer die 15 Touren noch einmal abgefahren und haben Karten und Tipps in Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketing und der Region Hannover überarbeitet. Dazu kommen der Regionsring, die neu ausgewiesene Moorroute oder der Julius-Trip-Ring. Die Touren enden in Städten wie Hildesheim, Celle, Hameln und Nienburg. Das Buch gibt dann entsprechende Tipps, wo man einkehren oder mit welcher Bahnverbindung man bequem zum Beispiel nach Hannover zurückkehren kann.

Die Idee zu „Fahr Rad“ hatten die Redakteure schon lange vor dem ersten Buchprojekt. „Ich bin schon immer gern mit dem Fahrrad oder der Bahn unterwegs gewesen“, erzählt Haase. „Man lernt Menschen kennen, entdeckt neue Orte und kann abschalten.“ Die passenden Routen dazu können HAZ-Leser nun in der überarbeiteten Neuauflage selbst entdecken. Gute Fahrt!

Die Tour vom Maschsee nach Bennigsen

Der Maschsee ist an sonnigen Tagen Hannovers größter Sportplatz. Auf dem Wasser ziehen schon morgens Boote ihre Bahnen; Heerscharen von Läufern, Walkern, Radfahrern und Skatern sind auf den Wegen am Ufer unterwegs. Andere lassen sich auf den Bänken am Nordufer die Morgensonne ins Gesicht scheinen. Wir hätten Lust, es ihnen gleichzutun, haben uns aber für eine Halbtagstour an den Deisterrand entschieden.
Zunächst führt uns der Weg durch die Wiesen der Leinemasch nach Ricklingen. Wir fahren durch Oberricklingen am Stadtfriedhof vorbei Richtung Ihme. Wenn die Vögel in den Gehölzen an der Kückenmühle einmal den Schnabel halten, kann man das Flüsschen dort, wo das Wasser über Steine oder Baumstümpfe ein paar Zentimeter nach unten fällt, gluckern hören. Das war jahrzehntelang nicht so, denn die Wasserbauer hatten es kanalisiert, um Überschwemmungen zu vermeiden. Naturschützer haben die Ihme renaturiert, mit Erfolg offensichtlich: Ein Schild vermerkt stolz, dass Uferschwalben und die bunten Eisvögel hier wieder heimisch geworden sind. Zu sehen bekommen wir die gefiederten Freunde nicht.
Auf der anderen Seite der Kreisstraße liegt Ihme-Roloven, das schon einmal den Wettbewerb um das schönste Dorf in der Region gewonnen hat. Wir sehen prächtige Bauernhäuser mit Efeu an den Wänden. In Vörie, mit gut 300 Einwohnern das kleinste Dörfchen auf unserer Route, fällt uns der alte Glockenturm ins Auge. Westlich des Dörfchens kann man an der Ihme mal andere Gesichter sehen. Hier mümmeln Wasserbüffel; ihre Aufgabe ist Landschaftspflege. Indem sie Pflanzen und Blätter fressen, beugen sie der Verbuschung vor. Sogar die Hinterlassenschaften der gemütlichen Tiere tun Gutes: Eine Schnepfe kann mit den Käfern, die sie in einem Haufen findet, vier Küken ernähren. Hinter dem Ortsausgang sehen wir links den Vörier Berg und vor uns zum ersten Mal den Deister in seiner ganzen Pracht.
Holtensen, den nächsten Ort, kennen wir eigentlich nur von seiner hässlichen Seite – vom Durchfahren auf der Bundesstraße 217 aus. Nähert man sich aus der Feldmark, sieht man ein beschauliches Dorf mit Weiden am Rand, auf denen Pferde in Ruhe grasen. Zwischen Holtensen und Bredenbeck fällt uns ein Schild neben einer Sitzbank auf. Es besagt, dass hier einst Trauerzüge, Lasten- und Kiepenträger Pausen einlegten, die auf dem Weg nach Bredenbeck waren.
Wir erhaschen noch einen Blick auf das Rittergut der Knigges. Hier ist der Aufklärer Freiherr Adolph von Knigge geboren worden, dessen Schrift „Über den Umgang mit Menschen“ häufig als bloßer Benimmratgeber missverstanden wird. Dann geht es auf die letzte Etappe über Steinkrug zu unserem Tagesziel, dem Bennigser Bahnhof.

Streckeninfos

Profil: Die gut 27 Kilometer lange Strecke ist zu mehr als 90 Prozent flach, bei Vörie etwas wellig.
Ganz am Ende ist ein heftiger Anstieg nach Steinkrug zu bewältigen, den man sich aber auch schenken kann (siehe unten).
Wege und Beschilderung: Die RegionsRoute 2 führt auf Straßen und gut ausgebauten Feld- oder Waldwegen bis Steinkrug. Ab Steinkrug der Beschilderung Deisterkreisel nach Bennigsen folgen.
Abkühlen: Freibad Bennigsen, Gleiwitzer Straße, montags von 8 bis 20 Uhr, dienstags bis sonntags von 7 bis 20 Uhr. Im Mai und September nur bis 18 Uhr geöffnet, weitere Informationen unter www.freibad- bennigsen.de.
Angucken: Kornbrennerei Warnecke in Bredenbeck, familiengeführter Traditionsbetrieb, montags bis mittwochs sowie sonnabends von 9 bis 13 Uhr, donnerstags und freitags von 9 bis 18 Uhr geöffnet.
Die Rittergüter der Knigges in Bredenbeck und der Bennigsens ebendort sind nur mit einem Blick durch den Eingang oder über die Mauern zu besichtigen.
Einkehren: Hotel Steinkrug mit Ausflugscafé und Biergarten, Lindenallee 26 in Wennigsen, Restaurant dienstags bis sonntags von 17 bis 22 Uhr, sonntags von 12 bis 21 Uhr, ab Mai Café und Biergarten ab 12 Uhr geöffnet. McDonald’s, an der Bundesstraße in Holtensen, Im Büntefeld 2, Öffnungszeiten und Angebot wie weltweit üblich. Bennexer Brauhaus mit Außenbewirtschaftung, Hauptstraße 23a in Bennigsen, montags bis freitags ab 14 Uhr, sonnabends ab 12 Uhr und sonntags ab 9 Uhr geöffnet, warme Küche täglich ab 16 Uhr.
Bahnen: Von Bennigsen aus fährt die S-Bahn-Linie 5 nach Hannover. Wer den Anstieg zum Steinkrug auslassen will, fährt von Bredenbeck aus nach Wennigsen und nimmt dort die S-Bahn-Linien 1 oder 2.

Neuer Radwanderführer zeigt 17 Regionstouren

Nach zehn Jahren haben die Redakteure Thorsten Fuchs (r.) und Bernd Haase den Radwanderführer „Fahr Rad!“ für die Region Hannover komplett überarbeitet. Unterstützt von der Region Hannover und dem Stadtmarketing präsentieren sie 17 Touren durch die Fahrradregion Hannover auf 114 Seiten. Das Buch gibt es von Sonnabend an in den HAZ-Geschäftsstellen und im gut sortierten Buchhandel. Man kann es auch im Internet unter www.shop.haz.de bestellen. Der Radwanderführer kostet 14,90 Euro. Die ISBN-Nummer lautet 978-3-946544-10-4.

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