Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 3 ° Gewitter

Navigation:
Buchholzer beklagen „Strafsitzen“

Kita des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Buchholzer beklagen „Strafsitzen“

Eltern einer Kita des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes in Hannover erheben massive Vorwürfe gegen einige Mitarbeiterinnen. Erzieherinnen in der Kita Nikolaas-Tinbergen-Weg kümmerten sich nicht richtig um die Kinder, griffen bei drohenden Gefahren zu spät ein und arbeiteten mit Strafen.

Voriger Artikel
Mobilität à la carte lässt auf sich warten
Nächster Artikel
So können Sie helfen
Quelle: Herzog (Symbolbild)

Hannover. Ähnliche Vorwürfe hatten Eltern vor rund drei Wochen gegen Erzieher einer DRK-Kita erhoben. In der Kita Nikolaas-Tinbergen-Weg (Groß-Buchholz) sollen die Erzieherinnen zum Beispiel in der kalten Jahreszeit Kinder ohne Mütze oder Pullover nach draußen lassen, wenn sie sich noch nicht alleine anziehen können, beklagen mehrere Eltern. Im Hochsommer dagegen sollen Kinder mit Regenjacken draußen gespielt haben und anschließend völlig durchgeschwitzt gewesen sein.

Für Entsetzen sorgte bei Eltern, dass Kinder allein vor den geöffneten Fenstern im ersten. Obergeschoss spielten. Die Erzieherinnen hätten erst eingegriffen, als Puppen nach unten geworfen wurden. Kinder hätten auch auf einer Bank „strafsitzen“ müssen, wenn sie sich nicht so verhalten hätten wie erwartet. Kinder von Eltern, die sich über die Zustände beschwerten, seien regelrecht gemobbt worden, hieß es. Beispielsweise sei dann einfach der Geburtstag des Kindes „vergessen“ worden, berichtet ein Vater.

Von der Kita werde die Abhängigkeit der Eltern bewusst ausgenutzt. „Man mag nicht so viel kritisieren aus Angst, den Platz zu verlieren“, sagt eine Mutter. Denn nach wie vor sei es nicht so einfach, einen neuen Kita-Platz in Hannover zu finden.

In den Fall hat sich auch das Kultusministerium als zuständige Aufsichtsbehörde eingeschaltet. Es riet dem Paritätischen Wohlfahrtsverband als Betreiber der Kindertagesstätte zu Schulungen für seine Mitarbeiter. Die Kita Nikolaas-Tinbergen-Weg bietet Platz für 85 Kinder. Die Jungen und Mädchen im Alter von eineinhalb bis zehn Jahren werden in vier Gruppen betreut. Der Paritätische Wohlfahrtsverband betreibt in der Landeshauptstadt zehn Kitas und eine weitere in Wennigsen.

Der für die Kitas zuständige Geschäftsführer des Paritätischen in Hannover, Ralf Hohfeld, will nicht ausschließen, dass es in der Kita unzufriedene Eltern gebe. Man habe schon vor längerer Zeit ein System zur Konfliktbewältigung entwickelt. Außerdem gebe es gerade in dieser Kita eine „gute und lange Tradition“ der Elternbeteiligung. Dort, wo es Probleme gegeben habe, biete man den Eltern das Gespräch an. Dass sich das Kultusministerium eingeschaltet habe, sei durchaus üblich, meint Hohfeld. „Die Eltern haben das Recht, sich an die Aufsichtsbehörde zu wenden.“

Zwar wurden in den vergangenen Jahren erhebliche Anstrengungen zur Schaffung neuer Kita-Plätze unternommen. Aber die Qualität der Kinderbetreuung komme zu kurz, heißt es in der „Nationalen Untersuchung zur Bildung, Betreuung und Erziehung in der frühen Kindheit“ (Nubbek). In der Studie, die unter anderem vom Land Niedersachsen mitfinanziert wurde, wird zum Beispiel auch festgestellt, dass in unterbesetzten Einrichtungen der „situationsbedingte Ansatz“ in den Vordergrund rücke, auch bekannt als „freies Spielen“. Das heiße, dass die Kinder sich selbst überlassen würden. Außerdem beklagt Nubbek die unzureichende Förderung in vielen Einrichtungen. Nur 2,6 Prozent der Kinder erhielten demnach dort Anregungen für das spätere Lesen oder für Naturwissenschaften. Ein Drittel der Kinder werde in den Kitas auf mittlerem Niveau gefördert. Die überwiegende Mehrheit müsse sich mit einem unzureichenden Förderniveau zufriedengeben.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr Aus der Stadt
Es war einmal in Hannover. Aber wo?

Auf in eine neue Runde: Sie kennen sich in Hannover aus? Zeigen Sie es! Schauen Sie sich die historischen Stadtansichten an, und erraten Sie, wo die Aufnahmen gemacht wurden. Direkt hinter dem historischen Foto sehen Sie die Auflösung – in Form eines aktuellen Vergleichsbildes.

Anfang Juli heiratete Ernst August Erbprinz von Hannover Ekaterina Malysheva. Auf unserer Themenseite finden Sie Bilder, Videos und Berichte zur Promi-Hochzeit des Jahres in Hannover.

Das sind die Plätzchen der HAZ-Leser

Einhörner, Nikoläuse und Schneemänner: Die HAZ-Leser waren fleißig und haben Plätzchen gebacken. Und die sehen richtig lecker aus.