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Aus der Stadt Bühnenreife Auftritte zwischen Bücherregalen
Hannover Aus der Stadt Bühnenreife Auftritte zwischen Bücherregalen
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00:22 25.11.2015
Von Susanna Bauch
„Das ist eine komplett private Aktion, das ist super“: Die Gruppe Gipsy Lou um Sängerin Alexandra Rosengardt. Quelle: Schaarschmidt
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Hannover

Die Musik spielt im Wohnzimmer. Und zwar live. Vor der Tür an der Ottenstraße in Linden-Nord setzt gerade der erste Schnee ein, da stimmen Kostas Zigkeridis und Francesco Cascarano im Schlafzimmer der kleinen Drei-Zimmer-Wohnung ihre Instrumente. Schauspielstudent Leo Zirner hat eingeladen in seine vier Wände – anlässlich des niedersachsenweiten Tages der Hausmusik kommt die Gruppe Gipsy Lou. „Wir haben uns ziemlich spontan dazu entschlossen, das hier zu machen“, sagt Zirner.

Im Wohnzimmer sitzen ziemlich viele Menschen, die meisten auf dem Boden, einige haben einen Sofaplatz bekommen. Viele Gäste sind Freunde des Studenten, sie haben auch dafür gesorgt, dass es ordentlich zu essen und zu trinken gibt in der Küche. Gipsy Lou spielt eine Mischung aus Tango, Gypsy und Jazz, „und die Lieder handeln fast alle von der Liebe“, sagt Sängerin Alex Rosengardt. Sie kündigt das kleine Konzert an. „Fühlt euch wie zu Hause, Getränke sind im Kühlschrank.“ Und schon geht es los, Aurelia Lampasiak setzt die Geige an, dazu gibt es das Akkordeon von Kostas und die Gitarre von Francesco. Gunnar Geßner vom Organsiationsteam Musikland Niedersachsen sitzt auch im kleinen Kreis der rund 30 Zuhörer. „Das ist eine komplett private Aktion, das ist super.“

Kontrastprogramm im Zooviertel. Hier hat die Sopranistin Charlotte Lehmann die Türen ihrer stilvollen Altbauwohnung für ein Gesangsprogramm geöffnet. „So zweimal im Jahr gibt es bei mir Hausmusik. Meist treten einige meiner Schüler auf“, sagt die Sängerin, die lange eine Professur an der Musikhochschule für Gesang innehatte. In ihrem Wohnzimmer tritt zunächst Tenor Tobias Biallo mit Liedern von Schubert auf, bevor drei junge Damen das Parkett belegen: Sonja Catalano, Susan Jebrriri und Sofia Kruszewski am Akkordeon bringen ebenfalls Schubert, aber auch Mozart und ein Stück aus der Oper „Julius Cäsar“ zu Gehör. Das Publikum – auch hier sind neben Freunden und Familie etliche Gäste in angemessener Kleidung erschienen – sitzt auf Stuhlreihen hintereinander, im Nachbarraum stehen Klavier und Künstler.

Knapp 100 Konzerte hat es gestern in Sachen Hausmusik in ganz Niedersachsen gegeben. Etliche Künstler sind in Flüchtlingsheimen aufgetreten, haben dort für ein wenig kulturelle Abwechslung gesorgt und manche funktionale Zeltstadt in einen kleinen Konzertsaal verwandelt.     

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