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Aus der Stadt "Ich bin so deutsch, ich bin eigentlich blond"
Hannover Aus der Stadt "Ich bin so deutsch, ich bin eigentlich blond"
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02:15 06.02.2017
Von Simon Benne
Bülent Ceylan: "Ich bin so deutsch, ich bin eigentlich blond." Quelle: Christian Behrens
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Hannover

"Ich bin so deutsch, ich bin eigentlich blond", ruft Bülent Ceylan. Dann hätten wir das ja gleich mal klargestellt. Und zum Aufwärmen schiebt der Comedian gleich ein paar Witze über Griechen und Italiener nach. Und über Österreicher: "Die empfinden für uns so 'ne Art Hassliebe, nur ohne Liebe."

Rund 4000 Fans sind gekommen, Migranten sind in der Minderheit - da ist die ausverkaufte Swiss-Life-Hall ein Deutschland im Kleinen. Bülent Ceylan ist ja auch ziemlich massentauglich, wenn er seine Show abzieht.

In der deutschen Comedy-Szene ist der Gastarbeitersohn so etwas wie der Türke vom Dienst. Zumindest ist er so türkisch, wie man halt sein kann, wenn man mit einer deutschen Mutter namens Hilde in Baden-Württemberg aufwuchs und auf dem Gymnasium mit Helmut-Kohl-Parodien anfing. Seine Sprache kämpft permanent gegen die dialektalen Anfechtungen Mannheims, besonders hier in Hannover, in "Oxford-Deutschland", wie er sagt.

Am Freitagabend trat der Comdian in der Swiss Life Hall mit seinem Programm "KRONK" auf 

Natürlich kann der 41-Jährige auch Politik. Er witzelt über das "Trumpeltier" in Washington. Und er hat auch was zum veganen Lebensstil zu sagen. Über Leute, die nicht mal Steine essen, weil da könnten ja Fossilien drin sein. Und über den Kampf zwischen Fleischfressern und Veganern, "Salamisten und Salatisten". Oft ist ihm kein Gag zu platt und keine Pointe zu schlüpfrig.

Die Paraderolle des Deutschtürken aber ist der Deutschtürke. Sein Migrationshintergrund ist für Ceylan in etwa das, was die Frau an sich für Mario Barth ist: ein humoristisches Lebensthema, ein Füllhorn an Pointen. Ethno-Comedy nennt man das, da ist er wie Cindy aus Marzahn, nur eben mit der Türkei. Als "Hassan" bringt er mit "Alder Vadda"-Sprüchen das klassische orientalische Goldkettchentum auf die Bühne ("Isch seh' aus wie anatolische Hengst!"). Das ist Kültür, soweit die Auge reischt, gewissermaßen.

Im Grunde präsentiert Ceylan interkulturelle Lockerungsübungen für alle, denen der Multikultidiskurs manchmal zu aufreibend wird. Und am Ende hatte es mancher eilig, nach Hause zu kommen. Bei RTL stand für 23 Uhr die Bülent-Ceylan-Show auf dem Programm.

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