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"Bunt statt Braun" bekommt Risse

Nach Protesten gegen AfD "Bunt statt Braun" bekommt Risse

Nachdem es bei den Protesten gegen den AfD-Parteitag zu einem Streit zwischen Linksautonomen und Parteien kam, gerät das Bündnis "Bund statt Braun" ins Wanken. Es bleibe abzuwarten, ob die Beteiligten zu einer erneuten Zusammenarbeit bereit sind.

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Der Demonstrationszug des Bündnisses "Bunt statt Braun" bei den Protesten gegen den AfD-Parteitag in Hannover.

Quelle: Michael Thomas

Hannover. Nach dem Streit zwischen Parteien und Linksautonomen bei der Demonstration am Sonnabend steht das Bündnis „Bunt statt Braun“ vor einer Zerreißprobe. Zwar wollen DGB und SPD, treibende Kräfte hinter dem parteiübergreifenden Zusammenschluss, das Bündnis nicht grundsätzlich infrage stellen. „Es muss aber wieder Vertrauen aufgebaut werden“, sagt SPD-Chef Alptekin Kirci. Ob man sich mit den Linksautonomen bei weiteren Aktionen einigen kann, bleibe abzuwarten. Auch DGB-Regionsgeschäftsführer Reiner Eifler meint, dass das Bündnis sich künftig anders zusammensetzen könnte und die Linksautonomen eigene Wege gehen, ähnlich wie beim Protest gegen den hannoverschen Pegida-Ableger im Januar.

Aus Anlass des AfD-Parteitags im Hannover Congress Centrum (HCC) hatten sich am Sonnabend 1500 Menschen zur Demonstration gegen Fremdenfeindlichkeit versammelt, der DGB hatte mit 5000 gerechnet. Mit nur eineinhalb Wochen sei die Zeit zur Mobilisierung sehr kurz gewesen, heißt es zur Begründung aus den Reihen der Veranstalter. Die Linksautonomen waren erfolgreicher. Sie riefen etliche Anhänger aus dem gesamten Bundesgebiet zur Teilnahme auf und führten den Demonstrationszug vom Opernplatz zum HCC sogar an. Aus den Lautsprechern schallten während des Marsches massive Beschimpfungen der Bundesrepublik und der Großen Koalition. Die SPD war verärgert, Kirci sprach von „politischen Naseweisen, die noch in die Windeln machen“.

Die Nachwuchsorganisationen von SPD und Grünen wundern sich. „Auch ich habe in meiner Rede die SPD, also meine Partei, wegen der Verschärfung des Asylrechts kritisiert“, sagt Arne Zillmer, stellvertretender Juso-Landesvorsitzender. Er habe bei der Demo keine Beleidigungen vernommen. Sein Kollege von der Grünen Jugend, Timon Dzienus, verteidigt die Verbalattacken der Linksautonomen. „Die Jugend darf ihre Kritik überspitzen“, sagt er. Für diffamierend hält Dzienus die Äußerungen Kircis über die Linksautonomen. „Das sind keine Naseweise, sondern Menschen, die sich mit Themen differenziert auseinandersetzen.“ Ihn habe vielmehr gestört, dass OB Stefan Schostok (SPD) vor dem HCC aufgetreten sei. „Der hätte den AfD-Parteitag verhindern sollen.“     

Von Andreas Schinkel
 und Tobias Morchner

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