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Aus der Stadt Bürger sollen über D-Linie abstimmen
Hannover Aus der Stadt Bürger sollen über D-Linie abstimmen
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06:15 17.03.2012
Jetzt sollen die Bürger den Streit um die D-Linie entscheiden. Quelle: Archiv
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Hannover

Das hat die rot-grüne Koalition in der Regionsversammlung beschlossen und damit in letzter Minute einen Bruch ihres Bündnisses verhindert. Denn unversöhnlich stehen sich die Positionen gegenüber: Die SPD will an den bestehenden Hochflurzügen festhalten und die D-Linie mit weiteren Hochbahnsteigen bestücken. Die Grünen dagegen setzen auf das sogenannte Niederflursystem, Bahnen mit niedrigen Einstiegen also, für die an Haltestellen ein bordsteinhoher Podest gebaut werden müsste. Beide Fraktionen versichern, dass das Ergebnis der Bürgerbefragung für sie bindend ist.

In der Rats- und Regionspolitik hat der Beschluss ein geteiltes Echo hervorgerufen. „Damit hat sich Rot-Grün um eine Entscheidung herumgemogelt“, kritisiert der Chef der CDU-Regionsfraktion, Eberhard Wicke. Ihn wundert, dass auch Bürger im Umland befragt werden sollen. „Die Einwohner von Uetze interessieren sich doch nicht für die D-Linie in Hannover“, meint Wicke. Wilfried Engelke, FDP-Fraktionschef im Rat, wertet die Bürgerbefragung als „politische Kapitulation“. „Rot-Grün hat keine Gemeinsamkeit mehr.“

CDU-Ratsfraktionschef Jens Seidel hält die Bürgerbefragung in Anbetracht der Tragweite der verkehrspolitischen Weichenstellung für sinnvoll. „Allerdings darf nicht nur die Frage nach Hoch- oder Niederflur gestellt werden. Auch eine Tunnellösung muss wieder zur Debatte stehen“, fordert Seidel. Aus Kostengründen hatte sich die Regionsverwaltung aber schon von einem unterirdischen Verlauf der D-Linie verabschiedet. Die CDU will sich auf einem eigenen Parteitag im April allein der Frage nach dem Ausbau der D-Linie widmen, denn auch innerhalb der Partei gehen die Meinungen stark auseinander. Bei einer Internetabstimmung der CDU unter ihren Mitgliedern hat sich eine Mehrheit für das Hochflursystem ausgesprochen.

Die SPD-Ratsfraktion ist erleichtert, dass sich ihre Kollegen in der Region nicht heillos zerstritten haben. „Rot-Grün bleibt im Dialog“, sagt SPD-Fraktionschefin Christine Kastning. Sie hält eine „breit angelegte“ Befragung für richtig, weil dann nicht nur die Belange eines einzigen Stadtteils berücksichtigt würden. „Die Bürger im Umland werden auch darauf achten, welche finanziellen Auswirkungen sich auf den Nahverkehr ergeben“, sagt Kastning.

Genau das befürchten auch die Stadtteilpolitiker und Geschäftsleute in Linden und sehen bei einer regionsweiten Befragung deutliche Vorteile für das Hochflursystem. „Den Leuten im Umland ist das Stadtbild gleichgültig, für sie wird sich die Entscheidung auf eine Kostenrechnung reduzieren“, sagt Harm Baxmann, Sprecher der Kaufleute auf der Limmerstraße. Tatsächlich soll die Einführung eines Niederflursystems Mehrkosten von 800 000 Euro pro Jahr verursachen. Einen Hochbahnsteig auf der Limmerstraße mögen sich die Lindener aber nicht vorstellen. Für sie wäre es das Aus für die Einkaufsmeile. „Wir werden hier im Stadtteil ein klares Votum für Niederflurzüge bekommen“, ist sich Harms sicher. Lindens Grüner Bezirksbürgermeister Rainer Grube kann der Ausdehnung der Bürgerbefragung einiges abgewinnen. „Vielleicht denken dann auch die Bewohner der Umlandkommunen darüber nach, Niederflurbahnen für die Region einzuführen.“

Derzeit plant in Linden ein Bündnis aus Politikern, Geschäftsleuten und Initiativen eine Kampagne für die Niederflurbahnen. Man will für die Züge mit niedrigem Einstieg werben. Werbefläche: die Hochflurzüge der Üstra

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