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Aus der Stadt Ein Bürgeranwalt fürs Ihme-Zentrum?
Hannover Aus der Stadt Ein Bürgeranwalt fürs Ihme-Zentrum?
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00:16 29.01.2017
Von Conrad von Meding
"Es funktioniert nur, wenn Sie gemeinsam artikulieren, was Sie wollen": Diskussion um Sicherheit im Ihme-Zentrum - hier mit Architekt Gerd Runge (li.) als Moderator. Quelle: Conrad von Meding
Hannover

Es ging bei dem Abend um die gefühlte Sicherheit und darum, wie die Plätze und Wege im Ihme-Zentrum wieder lebenswerter und menschengerechter gestaltet werden können. Stadtplanerin Karin Kellner vom Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum und Prof. Herbert Schubert von der Leibniz-Uni zeigten anhand von Fotos, was sich verändert hat. Ein Bild von 1989 etwa zeigte, wie „Heino und Band“ im Ihme-Zentrum konzertierten und die Passanten sich wohl fühlten – der gleiche Platz wirkt heute öde, trist, leer und vor allem ungepflegt. „Erst ist Unordnung und Verwahrlosung, dann ziehen sich die Menschen in ihre privaten Räume zurück und meiden die öffentlichen Räume, dadurch sinkt die soziale Kontrolle – und das führt zu kritischen Situationen“, warnte Schubert. Beim Ihme-Zentrum ließen sich „durch mangelhafte Pflege und Abrisssituationen in den vergangenen Jahren deutliche Risikofaktoren erkennen“, sagte Schubert, der sich seit Jahrzehnten mit Sicherheitsfragen in der Raumplanung beschäftigt.

Kellner betonte, dass es dem Verein nicht darum gehe, das Ihme-Zentrum weiter schlechtzureden. „Wir wollen das Gegenteil erzeugen und die Potenziale heben. Die Wohnungen haben Qualitäten, aber sobald Sie Ihre Wohnungen verlassen, stehen Sie Größenverhältnissen gegenüber, in denen der menschliche Maßstab nicht gewahrt ist“, sagt Kellner.  Um diese Defizite auszugleichen, müsse bei einem Umbau jetzt besonders besonnen vorgegangen werden. Wege müssten besser beleuchtet, Flächen klarer zugeordnet werden, Hauseingänge besser erkennbar. Die Planer sprechen von „Adressbildung“.

Der Großeigentümer hat angekündigt, viele Millionen in die Erneuerung seiner heruntergekommenen Gewerbeareale stecken zu wollen und das Ihme-Zentrum wieder zu beleben. Trotz aller Skepsis, ob Taten folgen werden, begrüßte der Großteil der etwa 40 Anwesenden den angekündigten Wandel. Zugleich gab es aber Sorge, dass erneut an den Bedürfnissen der Bewohner vorbeigeplant werde. Die sind sich nicht einig, wie die anschließende Debatte zeigte: Gewählte Verwaltungsbeiräte, eine Bürgerinitiative und jetzt der 2016 gegründete Verein verfolgen jeweils unterschiedliche Interessen und Strategien. Gemeinsamen Applaus aber gab es für den Vorschlag von Kellner und Schubert: Ein Quartiersarchitekt oder Anwaltsplaner müsse im Planungsprozess die Interessen der Bewohner und der Stadtteilnachbarn wahrnehmen. Das habe zur Qualitätssicherung etwa am Kronsberg funktioniert, auch beim Seelhorster Garten habe die Stadt dem Projektentwickler die Einstellung eines Quartiersmanagers zur Pflicht gemacht. Die Revitalisierung des Ihme-Zentrums, sagt Schubert, sei eine komplexe Aufgabe, die nicht an den Interessen von Bewohnern und Stadtteilinteressierten vorbeigeplant werden dürfe.

In der Frage, wie solch eine Interessenvertretung durchgesetzt werden könne, gab Kellner den entscheidenden Tipp. „Sie alle müssen sich dafür stark machen – das funktioniert nur, wenn Sie gemeinsam artikulieren, was Sie wollen.“

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