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„Leine-Bogen“

Bürgermeister: Hannovers See-Projekt ist spannende Vision

Von Conrad von Meding

Die Pläne für einen riesigen Freizeitsee zwischen Herrenhausen, Garbsen und Seelze haben am Wochenende heftige Debatten ausgelöst. Vielfach gab es Skepsis gegenüber den Plänen, vor allem Kommunalpolitiker und Umweltschützer melden große Bedenken an.
Startpunkt: Der Zufluss zum See würde am Wasserkraftwerk Herrenhausen liegen.

Startpunkt: Der Zufluss zum See würde am Wasserkraftwerk Herrenhausen liegen.

© Michael Thomas

Dagegen bezeichneten die Bürgermeister von Hannover, Garbsen und Seelze sowie der Regionspräsident das auf Jahrzehnte angelegte Vorhaben als „spannende Vision“. Obwohl noch viele Fragen offen sind, signalisierten sie grundsätzlich Aufgeschlossenheit. Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil sagte allerdings auch, dass er angesichts rechtlicher Probleme „schwerwiegende Bedenken“ habe.

„Die vom Architekten Peter Grobe entwickelte Idee hat das Format eines Jahrhundertprojekts“, sagte OB Weil. Weil das Gebiet aber nach strengem EU-Umweltrecht geschützt ist und zudem die Umwandlung eines Fließgewässers wie der Leine in ein stehendes Seengewässer eine laut Wasserrecht unerlaubte Qualitätsminderung bedeute, habe er Zweifel an der Umsetzbarkeit. „Wenn mir jemand das Gegenteil beweisen kann, dann werden wir weiter darüber nachdenken“, sagte Weil in Anspielung auf die Machbarkeitsstudie, die von den Initiatoren derzeit vorbereitet wird.

Rund 900 Hektar und damit fast zwölfmal so groß wie der Maschsee soll der geplante Freizeitsee in der Leineaue zwischen den Stadtteilen Herrenhausen, Stöcken, Marienwerder, Havelse und Altgarbsen sowie Limmer, Ahlem, Letter, der Kernstadt Seelze, Lohnde und Gümmer werden. Um die riesige Wasserfläche anzulegen, müsste man das Überschwemmungsgebiet großflächig ausbaggern. Attraktive Wohngebiete, Freizeitanlagen und Spazierwege sollen dort entstehen. Den Aufwand wollen die Planer – ähnlich wie bei anderen Projekten dieser Art – über die Vermarktung des Areals finanzieren. Mehrere Jahrzehnte sind für das See-Projekt mit dem Namen „Leine-Bogen“ veranschlagt.

Auch bei den Bürgermeistern der beiden angrenzenden Städte Garbsen und Seelze stößt das Vorhaben auf Interesse. „Man sollte solch ein Projekt mit Wohlwollen prüfen“, sagt Garbsens Bürgermeister Alexander Heuer (SPD). Er teile die Einschätzung der Initiatoren, dass die Umsetzung Jahrzehnte dauern werde: „In Dortmund haben sie 30 Jahre über das Projekt Phoenix-See debattiert – jetzt wird er fertiggestellt.“ Obwohl noch viele Fragen zu klären seien, biete das ein neuer Freizeitsee große Chancen für die Menschen in der gesamten Region. Auch sein Amtskollege aus Seelze, Detlef Schallhorn (parteilos), sagt: „Wenn das Vorhaben realisiert wird, würde die Lebensqualität in Seelze, Garbsen, Hannover und der gesamten Region erheblich steigen.“ Die Politik dürfe „nicht sofort die Schere im Kopf ansetzen“, sondern müsse sich offen zeigen. Natürlich seien alle offenen Fragen kritisch zu prüfen. Ähnlich äußerten sich Hannovers Tourismuschef Hans-Christian Nolte und der Hannover-Holding-Chef Michael Beck.

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