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Bundesanwaltschaft ermittelt im Fall von Safia S.

Nach Messerangriff in Hannover Bundesanwaltschaft ermittelt im Fall von Safia S.

Im Fall der 15-jährigen Messerangreiferin Safia S. hat am Dienstag die Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe die Ermittlungen übernommen. "Wir ermitteln wegen des Verdachts der Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung, nämlich des IS", sagt Behördensprecherin Frauke Köhler.

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Quelle: Elsner

Hannover. Der Generalbundesanwalt übernimmt die Ermittlungen gegen die Schülerin Safia S., die Ende Februar am Hauptbahnhof Hannover einen Bundespolizisten niedergestochen hat. Die höchste Ermittlungsbehörde hat die Untersuchungen zu den Hintergründen des Angriffs an sich gezogen.

Eine 15-Jährige hat im Hauptbahnhof einen Beamten der Bundespolizei mit einem Messer attackiert und schwer verletzt.

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„Bei der Schülerin besteht der Verdacht der Unterstützung einer ausländischen, terroristischen Vereinigung mit dschihadistischem Hintergrund“, sagte die Sprecherin der Bundesanwaltschaft, Frauke Köhler, am Dienstag. Nach HAZ-Informationen ergab sich der Verdacht nach der Auswertung des Handys der 15-Jährigen. Die Inhalte diverser Chats im Kurznachrichtendienst Whatsapp bewogen die Karlsruher Ermittler dazu, die Federführung in dem Fall zu übernehmen.
Die Generalbundesanwaltschaft hat bereits Akten zu einem anderen Terrorverdächtigen aus Hannover auf dem Tisch: Die Behörde durchleuchtet seit Monaten den 19-jährigen Ablah A. aus Misburg. Er wird verdächtigt, etwas mit dem geplanten Terroranschlag auf das Fußballländerspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden im November zu tun zu haben.

Der Berufsschüler soll unmittelbar nach dem abgesagten Spiel ein Video aus dem geräumten Stadion auf dem Portal des Kurznachrichtendienstes Snapchat hochgeladen haben. Ein Gespräch mit der HAZ lehnte der 19-Jährige am Dienstag erneut ab. „Er will mit niemandem reden“, ließ die Mutter des Berufsschülers ausrichten.

Chats mit einem Terror-Verdächtigen 

Die Karlsruher Ermittlungen haben ergeben, dass Safia S. und Ablah A. regelmäßig per Handy gechattet haben. Eine Verbindung der 15-Jährigen zu dem geplanten Sprengstoffattentat in der HDI-Arena konnten die Ermittler bisher nicht herstellen. „Zu den Ermittlungen gegen den 19-Jährigen gibt es keinen neuen Sachstand“, sagt Behördensprecherin Köhler.

Dirk Schoenian, der Rechtsanwalt von Safia S., betont, dass es keine Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen der Tat seiner Mandantin und einer Anhängerschaft zum „Islamischen Staat“ (IS) gebe. „Die Akten, die ich bislang kenne, enthalten keinerlei Chat-Protokolle“, sagt der Strafverteidiger. Er hatte bereits in einer Ende vergangener Woche veröffentlichten Stellungnahme vor einer Vorverurteilung der Schülerin gewarnt.

Behörden waren bereits über das Verhalten der Schülerin informiert

Die Behörden in Hannover waren seit spätestens Januar über das auffällige Verhalten der Schülerin informiert. Die Polizei Hannover bestätigte gestern Abend, „dass der Behörde bereits vor der Tat Informationen aus dem familiären und schulischen Umfeld“ vorlagen. Der Leiter der Schule, die Safia S. vor ihrer Inhaftierung besuchte, hatte sich an die Polizei gewandt – und nicht, wie berichtet, an den Verfassungsschutz. Die Großmutter des Mädchens hatte schon Wochen zuvor die Polizei eingeschaltet. Unklar ist, wie diese darauf reagiert hat. Fest steht aber offenbar, dass diese Informationen nicht an den Verfassungsschutz weitergeleitet wurden.     

tm

        

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Islamismus-Verdacht

Im Fall der Schülerin Safia S., die einen Bundespolizisten im Hauptbahnhof mit einem Messer schwer verletzt hat, waren die Behörden offenbar bereits Anfang Januar über das veränderte Verhalten der 15-Jährigen informiert worden. 

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