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Aus der Stadt Polizei greift hart gegen Fußballchaoten durch
Hannover Aus der Stadt Polizei greift hart gegen Fußballchaoten durch
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20:50 27.11.2015
Von Tobias Morchner
Am Hauptbahnhof Hannover nahm die Polizei 128 Werder-Bremen-Fans in Gewahrsam. Quelle: Polizei
Hannover

Bundespolizei und Deutsche Bahn haben mit einer Fülle von harten Maßnahmen auf die Randale von rund 180 Fußballchaoten aus Bremen am vergangenen Sonnabend im hannoverschen Hauptbahnhof reagiert. Auslöser für die gewalttätigen Übergriffe der Randalierer auf dem Bahnsteig 13/14 war eine normale Fahrkartenkontrolle. „Wir haben die Bahn darum gebeten, gegen die Randalierer ein Betretungsverbot für die Bahnhöfe und ein Beförderungsverbot auszusprechen. Mit Werder Bermen stehen wir in Kontakt, damit den Tätern die Auswärtsdauerkarten entzogen werden“, sagt Peter Jördening, der Leiter der Bundespolizeiinspektion am hannoverschen Hauptbahnhof. Die Beamten nahmen bei dem Vorfall 128 Randalierer in Gewahrsam. Gegen 51 wird wegen Leistungserschleichung ermittelt.

Die Bundespolizei beobachtet seit geraumer Zeit eine zunehmende Tendenz zum „vorsätzlichen und systematischen Schwarzfahren ohne jedes Unrechtsbewusstsein“ bei gewaltbereiten Fans nicht nur aus Bremen. „Diese Gruppierungen gehen wie selbstverständlich davon aus, dass sie keinen Fahrschein brauchen, wenn sie zum Fußball fahren – wir werden das aber nicht hinnehmen“, sagt Jördening, der am Sonnabend den Einsatz geleitet hat.

Einsatzleiter: "Die Situation ist extrem belastend."

Nach Erkenntnissen der Ermittler gehen die schwarzfahrenden Fußballchaoten bei ihren Reisen zu den Spielen ihrer Lieblingsmannschaft stets nach dem gleichen Muster vor: Zunächst besetzten sie einen ganzen Waggon. Kommt ein Kontrolleur, wird ihm zunächst der Zugang versperrt. Es folgen Beleidigungen und Bedrohungen. Lässt sich der Bahnmitarbeiter davon nicht einschüchtern und ruft die Polizei zur Hilfe, setzt die Randale ein. „Sie haben dann nur noch ein Ziel: Die Schadensbilanz in die Höhe zu treiben, weil sie wissen, dass sie es nicht mehr zum Spiel schaffen werden“, sagt Jördening.

Bundespolizei und Deutsche Bahn haben mit einer Fülle von harten Maßnahmen auf die Randale von rund 180 Fußballchaoten aus Bremen am vergangenen Sonnabend im hannoverschen Hauptbahnhof reagiert. Unter anderem ist der Entzug von Auswärtsdauerkarten geplant. Auslöser für die gewalttätigen Übergriffe der Randalierer auf dem Bahnsteig 13/14 war eine normale Fahrkartenkontrolle.

Auch der Einsatz am vergangenen Sonnabend in Hannover hat immense Kosten verursacht. Die Bundespolizei musste die Zahl der Einsatzkräfte wegen der Randalierer von ursprünglich 38 auf insgesamt 300 aufstocken und dafür 110 Kollegen der Landespolizei um Unterstützung bitten. Da es schnell gehen musste, forderte die Bundespolizei auch einige ihrer Reservekräfte an, die per Hubschrauber nach Hannover gebracht werden mussten. Die Kosten allein für diesen Transport belaufen sich auf mehr als 13.000 Euro. Auch auf die Bahn kommen immense Kosten zu. Nicht nur für die Reparatur des zum Teil demolierten Waggons. „Die Kunden fordern ihr Geld zurück, weil insgesamt 20 Züge wegen des Vorfalls ausgefallen sind. Auch die Kommunen, mit denen wir Verträge über die Beförderung haben, werden Ansprüche geltend machen“, sagt Unternehmenssprecher Egbert Meyer Lovis.

Für die Beamten der Bundespolizeiinspektion Hannover wird der Dienst am hannoverschen Hauptbahnhof, dem Drehkreuz für Fußballfans im Norden, immer anstrengender. „Die Situation für die Kollegen ist extrem belastend“, sagt Einsatzleiter Jördening.     

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