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Foltervorwürfe wahrscheinlich nicht haltbar

Bundespolizist aus Hannover Foltervorwürfe wahrscheinlich nicht haltbar

Die mutmaßliche Misshandlung von Flüchtlingen durch einen Bundespolizisten in Hannover sorgte für Schlagzeilen. Bislang haben die Ermittler die Foltervorwürfe aber nicht nachweisen können. Nun wird auch gegen Kollegen ermittelt, die den Beamten anzeigten.

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Die Foltervorwürfe gegen einen Bundespolizisten aus Hannover sind laut Oberstaatsanwaltschaft wohl nicht haltbar.

Quelle: dpa/Archiv

Hannover. Die Foltervorwürfe gegen einen Bundespolizisten in Hannover haben bislang nicht nachgewiesen werden können. Zu der mutmaßlichen Misshandlung von zwei Flüchtlingen 2014 auf der Wache im Hauptbahnhof hätten die Ermittlungen sehr unterschiedliche Aussagen ergeben, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Klinge am Donnerstag. Inzwischen werde gegen zwei Kollegen ermittelt, die den Beamten vergangenes Jahr anzeigten. Sie waren eventuell in die Vorfälle involviert.

„Möglicherweise werden die Foltervorwürfe sehr, sehr schwer nachzuweisen sein“, sagte Klinge. Handy-Fotos, die der verdächtigte Beamte von der angeblichen Misshandlung machte und auf WhatsApp verbreitete, könnten Prahlerei gewesen sein. Noch ständen die Ermittlungen aber nicht vor dem Abschluss, die Fahnder hätten umfangreiches Material zusammengetragen.  Dass Flüchtlinge von Bundespolizisten in der Wache am Hauptbahnhof festgesetzt wurden, ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft unstrittig. Was dort aber tatsächlich passiert ist, sei schwierig herauszufinden. Der unter Verdacht stehende 40-Jährige sage zu den Vorwürfen nichts.

Im Zuge der Ermittlungen konnte ein marokkanischer Flüchtling befragt werden, der die Foltervorwürfe zwar bestätigt hatte, Einzelheiten zu den Aussagen des jungen Mannes hatten die Behörden aber nicht mitgeteilt. Die Kollegen, gegen die nun ebenfalls ermittelt wird, sollen fremdenfeindliche Kommentare in sozialen Netzwerken hin- und hergeschickt haben.

Außer zwei Fällen möglicher Misshandlung von Flüchtlingen aus Marokko und Afghanistan in den Gewahrsamszellen der Bundespolizei-Inspektion im Hauptbahnhof Hannover stehen gegen den 40-Jährigen die Vorwürfe der Volksverhetzung und Beleidigung sowie ein Verstoß gegen das Waffengesetz im Raum. 2013 soll der Beamte einem Kollegen auf der Wache seien geladene und entsicherte Pistole an die Schläfe gehalten und ihn zu sexuellen Handlungen aufgefordert haben. Außerdem wird gegen den 40-Jährigen wegen des möglichen Besitzes von Kinderpornografie ermittelt. Bei einer Hausdurchsuchung waren bei ihm mehrere Datenträger mit verdächtigem Material sichergestellt worden.

Und damit nicht genug: Weil er einer 14-Jährigen ein pornografisches Foto von sich schickte, erhielt der nach den Foltervorwürfen beurlaubte Beamte einen Strafbefehl über 2400 Euro. 

dpa

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