Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Foltervorwürfe wahrscheinlich nicht haltbar
Hannover Aus der Stadt Foltervorwürfe wahrscheinlich nicht haltbar
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:53 07.01.2016
Die Foltervorwürfe gegen einen Bundespolizisten aus Hannover sind laut Oberstaatsanwaltschaft wohl nicht haltbar. Quelle: dpa/Archiv
Anzeige
Hannover

Die Foltervorwürfe gegen einen Bundespolizisten in Hannover haben bislang nicht nachgewiesen werden können. Zu der mutmaßlichen Misshandlung von zwei Flüchtlingen 2014 auf der Wache im Hauptbahnhof hätten die Ermittlungen sehr unterschiedliche Aussagen ergeben, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Klinge am Donnerstag. Inzwischen werde gegen zwei Kollegen ermittelt, die den Beamten vergangenes Jahr anzeigten. Sie waren eventuell in die Vorfälle involviert.

„Möglicherweise werden die Foltervorwürfe sehr, sehr schwer nachzuweisen sein“, sagte Klinge. Handy-Fotos, die der verdächtigte Beamte von der angeblichen Misshandlung machte und auf WhatsApp verbreitete, könnten Prahlerei gewesen sein. Noch ständen die Ermittlungen aber nicht vor dem Abschluss, die Fahnder hätten umfangreiches Material zusammengetragen.  Dass Flüchtlinge von Bundespolizisten in der Wache am Hauptbahnhof festgesetzt wurden, ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft unstrittig. Was dort aber tatsächlich passiert ist, sei schwierig herauszufinden. Der unter Verdacht stehende 40-Jährige sage zu den Vorwürfen nichts.

Im Zuge der Ermittlungen konnte ein marokkanischer Flüchtling befragt werden, der die Foltervorwürfe zwar bestätigt hatte, Einzelheiten zu den Aussagen des jungen Mannes hatten die Behörden aber nicht mitgeteilt. Die Kollegen, gegen die nun ebenfalls ermittelt wird, sollen fremdenfeindliche Kommentare in sozialen Netzwerken hin- und hergeschickt haben.

Außer zwei Fällen möglicher Misshandlung von Flüchtlingen aus Marokko und Afghanistan in den Gewahrsamszellen der Bundespolizei-Inspektion im Hauptbahnhof Hannover stehen gegen den 40-Jährigen die Vorwürfe der Volksverhetzung und Beleidigung sowie ein Verstoß gegen das Waffengesetz im Raum. 2013 soll der Beamte einem Kollegen auf der Wache seien geladene und entsicherte Pistole an die Schläfe gehalten und ihn zu sexuellen Handlungen aufgefordert haben. Außerdem wird gegen den 40-Jährigen wegen des möglichen Besitzes von Kinderpornografie ermittelt. Bei einer Hausdurchsuchung waren bei ihm mehrere Datenträger mit verdächtigem Material sichergestellt worden.

Und damit nicht genug: Weil er einer 14-Jährigen ein pornografisches Foto von sich schickte, erhielt der nach den Foltervorwürfen beurlaubte Beamte einen Strafbefehl über 2400 Euro. 

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nach einem schweren Unfall ist der Messeschnellweg am Donnerstagvormittag für etwa eine Stunde ab Weidetor in Fahrtrichtung Süden teilweise gesperrt gewesen. Nach Angaben der Polizei ereignete sich dort gegen 10 Uhr etwa 100 Meter vor dem Pferdeturm ein Unfall, bei dem drei Menschen schwer verletzt wurden.

07.01.2016

Wird der Waterlooplatz in den nächsten Jahren umgestaltet? Ein Platz mit gerundeten Kanten, zwei Baumreihen an den Rändern und einer Verkehrsführung um das gestreckte Oval herum - so wird der Waterlooplatz auf einer vertraulichen Planskizze der Stadtverwaltung dargestellt.

Andreas Schinkel 10.01.2016

Was gehört zu Hannover? Der Schützenausmarsch? Die Welfen? Messe? Hanomag, Bahlsen und Conti? Das Historische Museum will sich im kommenden Jahr in der Ausstellung „Typisch Hannover“ mit der Identität der Stadt beschäftigen. Das Museum erinnert 2016 zudem an Leibniz, Langensalza und VW Bullis.

Simon Benne 04.04.2016
Anzeige