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Was wollten Hannovers Wähler?

Bundestagswahl Was wollten Hannovers Wähler?

Nach der Bundestagswahl zeigt ein Blick auf Hannover, dass wieder mehr junge Leute an Politik interessiert sind. Die Analyse der Sozialforscher zeigt, wie die SPD ihre Sympathisanten verliert und in welchen Milieus die AfD besonders viele Stimmen gewinnt.

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Quelle: Behrens

Hannover . Junge Leute haben wieder ein größeres Interesse an Politik. In Hannover ist die Wahlbeteiligung bei den 18- bis 24-Jährigen mit 7,3 Prozentpunkten am kräftigsten gestiegen. Allerdings ist das auch die Altersgruppe mit der niedrigsten Wahlbeteiligung: 71,9 Prozent. Wobei die Geschlechterfrage sehr unterschiedlich ausgeprägt ist: Bei den 18- bis 24-Jährigen wählen 75 Prozent der Frauen, aber nur 68,7 Prozent der Männer. Die ungleiche Verteilung begleitet die Hannoveraner statistisch durch fast das gesamte Leben: Bis zu einem Alter von 69 Jahren gehen deutlich mehr Frauen als Männer wählen.

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Das haben Experten des Sozialforschungszentrums Agis am Montag in einer ersten Analyse des Wahlergebnisses für die Region Hannover berichtet. Gemeinsam mit Wahlleiter Andreas Kranz von der Region und Stadtwahlleiter Carsten Köller sowie Statistikern haben die Forscher die Ergebnisse noch in der Wahlnacht durchleuchtet. In Hannover kamen die SPD auf 26,5 und die CDU auf 25,8 Prozent, die Grünen auf 13,6 Prozent. Die Linke erreichte 10,7, die FDP 10,1 und die AfD 8,3 Prozent. Im Umland wählten 33,2 Prozent die CDU, 28,3 die SPD, 10,3 die AfD, 10 die FDP, 8,3 die Grünen und 6,3 Prozent die Linken.

Stimme mit Ausweis

Keine geheime Wahl: Bei der Briefwahl ist im Rathaus ein Umschlag eingegangen, in dem außer dem Stimmzettel auch der Personalausweis des Wählers lag. „Die Stimme haben wir ungültig gewertet, weil es in diesem Fall keine geheime Wahl war“, berichtete Wahlleiter Carsten Köller gestern. Insgesamt sei der Wahltag im Rathaus ruhig verlaufen. Sonntagmorgen hätten drei Wählerverzeichnisse gefehlt: Zwei Wahlvorstände hatten verschlafen, ein dritter den Termin vergessen. Stöhnen gab es im Rathaus über die hohe Zahl an Briefwahlstimmen. Der Anteil ist um 25 Prozent auf rund 75 000 Stimmen gestiegen.
Mit den von der AfD geschickten Wahlbeobachtern habe es wenige Probleme gegeben. In einigen Fällen habe es Fragen zu den „Spielregeln“ gegeben, sagt Köller. Der Wahlvorstand habe klargestellt, wie nah Wahlbeobachter an die Auszählung heranrücken dürfen.

Wahlbeteiligung: Sie ist im Vergleich zur vorherigen Bundestagswahl um 2,9 Prozentpunkte gestiegen und liegt regionsweit bei 77,3 Prozent – das ist der beste Wert seit dem Jahr 2005. Einen deutlichen Anstieg gab es in der Stadt Hannover um 3,6 Prozentpunkte auf 76 Prozent. Besonders niedrig ist die Wahlbeteiligung in Gebieten mit dichter Bebauung. Die höchste Wahlbeteiligung gibt es mit einem Anteil von 82,3 Prozent bei den 60- bis 69-Jährigen. Die höchste Wahlbeteiligung der Regionskommunen verzeichnet Hemmingen mit 84 Prozent.

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SPD: Sie bleibt in Hannover zwar stärkste Kraft, aber der Vorsprung zur CDU ist nur noch minimal: Es sind 2048 Stimmen oder 0,7 Prozentpunkte. Im Jahr 2002 hatte die SPD zur CDU noch ein Plus von 21,9 Prozentpunkten. Die SPD verliert bei dieser Wahl in Hannover besonders kräftig an die CDU (10 590 Stimmen), an die Nichtwähler (7420), an die Linken (6000) und an die Grünen (5790).

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AfD: Sie gewinnt flächendeckend in der ganzen Region hinzu. Den größten Anteil ihres Stimmenzuwachses schöpft die Partei in der Region aus der Gruppe der bisherigen Nichtwähler. Rund 25 000 Stimmen (10 150 in Hannover und 14 650 im Umland) kamen von Bürgern, die vor vier Jahren nicht zur Wahl gegangen waren. Aber auch CDU und SPD verlieren kräftig an die AfD. Die CDU verliert regionsweit etwa 10 000 Stimmen an die AfD (6310 in Hannover und 3430 im Umland), die SPD sogar rund 13 000 Stimmen (3720 in Hannover und 9760 im Umland). Für das Umland haben die Wahlforscher untersucht, in welchen Milieus die AfD besonders stark und besonders schwach ist. Überdurchschnittliche Ergebnisse erzielt die Partei in Gebieten mit einem hohen Anteil von stark verdichteten Wohnquartieren (13,5 Prozent), mit einem hohen Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund (13,3 Prozent) und in Gegenden mit besonders vielen Arbeitslosen (13,1 Prozent). Unterdurchschnittlich schneidet die AfD dagegen in Gebieten ab, wo es einen besonders hohen Anteil von Kirchenmitgliedern gibt (8,2 Prozent), besonders viele Autos und besonders viele Altbauwohnungen (beides 8,9 Prozent).

FDP: Die FDP gewinnt vor allem zulasten der CDU. Regionsweit gaben 32 000 CDU-Sympathisanten der FDP ihre Stimme (12 050 in Hannover, 19 980 im Umland). Die Partei gewinnt nahezu gleichmäßig in allen Altersgruppen hinzu, besonders kräftig mit 7,7 Prozent bei den jüngsten Wählern.

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