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Aus der Stadt "Unternehmen sollten Behinderte einstellen"
Hannover Aus der Stadt "Unternehmen sollten Behinderte einstellen"
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00:15 22.05.2016
Von Jutta Rinas
Sigmar Gabriel im Gespräch mit Raul Krauthausen.  Quelle: Dröse
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Hannover

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat bei einer Tagung in Hannover gefordert, dass Unternehmen mehr Menschen mit Behinderung einstellen sollen. Es gebe immer noch viel zu viele, die sich nicht vorstellen könnten, ihre Firma erfolgreich zu führen, wenn sie eine bestimmte Zahl an Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderung zur Verfügung stellen müssten, sagte er im Berufsbildungswerk Annastift des Diakovere-Verbunds. Dabei zeige die Erfahrung, dass Betriebe mit einer heterogenen Belegschaft, die sich für verschiedenste Altersgruppen, Kulturen und auch für behinderte Menschen öffneten, wirtschaftlich erfolgreicher seien als Unternehmen mit einer homogenen Belegschaft.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat an einer Fachtagung anlässlich des 43-jährigen Bestehens vom Annastift Bildungswerk in Hannover teilgenommen.

Vorzeigeprojekt: Annastift

Das Berufsbildungswerk des Diakovere Verbunds veranstaltete die Fachtagung anlässlich seines 40-jährigen Bestehens. Seit 1976 wurden im Annastift nach Angaben von Geschäftsführer Bernd Weber rund 4400 Menschen mit Behinderung in mehr als 30 Berufen ausgebildet. Gabriel war als Gastredner bei der Tagung geladen.

Der Bundeswirtschaftsminister, der von 1999 bis 2003 in Niedersachsen Ministerpräsident war, verwies auch auf die Bedeutung der Bildung und Ausbildung von behinderten Menschen für den Arbeitsmarkt der Zukunft. Bedingt durch die immer älter werdende Gesellschaft gingen der deutschen Volkswirtschaft in wenigen Jahren an die  5 Millionen Arbeitskräfte verloren. Es sei ein "riesiges Experiment", den dadurch entstehenden Fachkräftemangel zu beheben.

"Unausgeschöpfte Ressource"

Erhebungen der Bundesagentur für Arbeit zufolge könne man aber auch noch über 5 Millionen Menschen mehr als bislang für den Arbeitsmarkt gewinnen, wenn man alle bislang nicht ausgeschöpften Ressourcen mobilisiere. Das gelte für alleinerziehende Frauen genauso wie für Zuwanderer und Menschen mit Behinderung, denen man den Zugang zum ersten Arbeitsmarkt erleichtern müsse.

Die Arbeit von Berufsbildungswerken wie dem Annastiftes sei deshalb ökonomisch fast noch von größerer Bedeutung als individuell, als Möglichkeit eines selbstbestimmten Lebens behinderter Menschen. Sie bilde Fachkräfte aus, ohne die die deutsche Wirtschaft künftig massiv zu leiden hätte.

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