Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
"Unternehmen sollten Behinderte einstellen"

Sigmar Gabriel im Annastift "Unternehmen sollten Behinderte einstellen"

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel fordert auf einer Fachtagung des Berufsbildungswerks Annastift des Diakovere-Verbunds, dass Unternehmen künftig mehr behinderte Menschen als Arbeitskräfte einstellen. Es sei oft Unwissenheit oder Unsicherheit, die eine Einstellung verhindere.

Voriger Artikel
Neue Stadtteilschulen starten im August
Nächster Artikel
Neue Bult: So stylt sich Hannover zum Renntag

Sigmar Gabriel im Gespräch mit Raul Krauthausen. 

Quelle: Dröse

Hannover. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat bei einer Tagung in Hannover gefordert, dass Unternehmen mehr Menschen mit Behinderung einstellen sollen. Es gebe immer noch viel zu viele, die sich nicht vorstellen könnten, ihre Firma erfolgreich zu führen, wenn sie eine bestimmte Zahl an Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderung zur Verfügung stellen müssten, sagte er im Berufsbildungswerk Annastift des Diakovere-Verbunds. Dabei zeige die Erfahrung, dass Betriebe mit einer heterogenen Belegschaft, die sich für verschiedenste Altersgruppen, Kulturen und auch für behinderte Menschen öffneten, wirtschaftlich erfolgreicher seien als Unternehmen mit einer homogenen Belegschaft.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat an einer Fachtagung anlässlich des 43-jährigen Bestehens vom Annastift Bildungswerk in Hannover teilgenommen.

Zur Bildergalerie

Vorzeigeprojekt: Annastift

Das Berufsbildungswerk des Diakovere Verbunds veranstaltete die Fachtagung anlässlich seines 40-jährigen Bestehens. Seit 1976 wurden im Annastift nach Angaben von Geschäftsführer Bernd Weber rund 4400 Menschen mit Behinderung in mehr als 30 Berufen ausgebildet. Gabriel war als Gastredner bei der Tagung geladen.

Der Bundeswirtschaftsminister, der von 1999 bis 2003 in Niedersachsen Ministerpräsident war, verwies auch auf die Bedeutung der Bildung und Ausbildung von behinderten Menschen für den Arbeitsmarkt der Zukunft. Bedingt durch die immer älter werdende Gesellschaft gingen der deutschen Volkswirtschaft in wenigen Jahren an die  5 Millionen Arbeitskräfte verloren. Es sei ein "riesiges Experiment", den dadurch entstehenden Fachkräftemangel zu beheben.

"Unausgeschöpfte Ressource"

Erhebungen der Bundesagentur für Arbeit zufolge könne man aber auch noch über 5 Millionen Menschen mehr als bislang für den Arbeitsmarkt gewinnen, wenn man alle bislang nicht ausgeschöpften Ressourcen mobilisiere. Das gelte für alleinerziehende Frauen genauso wie für Zuwanderer und Menschen mit Behinderung, denen man den Zugang zum ersten Arbeitsmarkt erleichtern müsse.

Die Arbeit von Berufsbildungswerken wie dem Annastiftes sei deshalb ökonomisch fast noch von größerer Bedeutung als individuell, als Möglichkeit eines selbstbestimmten Lebens behinderter Menschen. Sie bilde Fachkräfte aus, ohne die die deutsche Wirtschaft künftig massiv zu leiden hätte.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr Aus der Stadt
Es war einmal in Hannover. Aber wo?

Auf in eine neue Runde: Sie kennen sich in Hannover aus? Zeigen Sie es! Schauen Sie sich die historischen Stadtansichten an, und erraten Sie, wo die Aufnahmen gemacht wurden. Direkt hinter dem historischen Foto sehen Sie die Auflösung – in Form eines aktuellen Vergleichsbildes.

Von Singapur nach Hannover: Journalistin Sophie Mühlmann

Sophie Mühlmann hat 13 Jahre lang als Asienkorrespondentin in Singapur verbracht. Von dort aus bereiste und beschrieb sie die riesige Region zwischen Afghanistan, Ozeanien und Nordkorea. Zuvor war sie für den ARD-Hörfunk mehrmals als Korrespondentenvertretung und „Feuerwehr-Reporterin“ in China im Einsatz. Seit dem vergangenen Sommer ist sie nun Neu-Hannoveranerin.