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Busfahrer nimmt Behinderten nicht mit

Üstra-Ärger Busfahrer nimmt Behinderten nicht mit

Ein Busfahrer der Üstra soll sich geweigert haben, einem behinderten Jungen die Rollstuhlrampe herunterzulassen. So schildert es die Mutter des Neunjährigen. Der Fahrer will von dem Vorfall nichts mitbekommen haben. Die Üstra zeigt sich dennoch kulant und will der Familie die Taxikosten ersetzen.

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Immer noch sauer: Der neunjährige Eric mit Bruder Dennis (links) und Stiefvater Bernd Zimmermann.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Auch eine Woche nach dem Erlebnis kann Dana Knoche es noch nicht ganz fassen. Nach ihrer Schilderung wurden sie und ihr neunjähriger Sohn, der im Rollstuhl sitzt, an einer Haltestelle in Hannover von einem Busfahrer der Üstra einfach zurückgelassen. „Und das obwohl mein Lebensgefährte und mein erwachsener Sohn dem Fahrer Bescheid gesagt hatten, dass wir an der hinteren Tür warten“, sagt die 41-Jährige. Bei der Üstra weiß man von der Beschwerde. „Jedoch hat der Fahrer uns gesagt, dass ihn niemand auf einen Rollstuhlfahrer hingewiesen hat“, sagt Unternehmenssprecher Udo Iwannek.

Laut Knoche ereignete sich der Vorfall am Donnerstag vor einer Woche. Eigentlich wollte ihr Sohn Eric zum Rollstuhlsport in Hannover. Als dieser jedoch ausfiel, gingen Dana Knoche, ihr Lebensgefährte Bernd Zimmermann, Eric und sein 19 Jahre alter Bruder Dennis einkaufen. „Gegen 20.30 Uhr wollten wir aber mit dem Bus nach Hause fahren, weil Eric am kommenden Tag in die Schule musste“, sagt Knoche. Kurz darauf hielt ein Bus der Linie 370 an der Haltestelle Großer Hillen, in den Zimmermann und Knoches älterer Sohn einstiegen, um den Fahrer zu bitten, die Rampe für den Rollstuhl herunterzufahren. „Der Fahrer bejahte das auch und schloss daraufhin die Türen“, sagt Zimmermann. Statt dann aber wie üblich die Rampe abzusenken und die Türen wieder zu öffnen, soll der Fahrer einfach losgefahren sein.

Üstra: Fall kann nicht mehr geprüft werden

„Als wir ihm sagten, dass Dana und Eric noch nicht im Bus sind, ignorierte er uns einfach“, sagt Zimmermann. Als der Üstra-Mitarbeiter auch keine Anstalten machte, anzuhalten, nachdem weitere Fahrgäste sich in die Diskussion einschalteten, stiegen Zimmermann und Dennis Knoche an der nächsten Haltestelle aus dem Bus und liefen zurück. „Von dort aus haben wir uns dann ein Taxi nach Hause genommen“, sagt Knoche. „Das Geld dafür will ich aber von der Üstra zurück.“

„Wir werden der Familie diese Kosten erstatten, auch wenn unser Fahrer erklärt hat, dass es sich nicht so zugetragen hat“, sagt Iwannek. Leider habe man auch keine Möglichkeit mehr, den Fall abschließend zu prüfen. „Mir ist vor allem unverständlich, dass die beiden Schilderungen so weit auseinandergehen“, sagt Iwannek. Bei der Befragung habe der Busfahrer erklärt, er habe an diesem Tag außergewöhnlich viele Rollstuhlfahrer mitgenommen. Dass er einen trotz des Hinweises der Familie habe stehen lassen, weist er von sich.

„Genau so war es aber“, sagt Dana Knoche. Sie will nun erst einmal abwarten, ob die Üstra das Taxi-Geld überweist. „Bisher hat noch niemand mit uns Kontakt aufgenommen.“

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