Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt CDU-Fraktionschef entschuldigt sich für AfD-Aussage
Hannover Aus der Stadt CDU-Fraktionschef entschuldigt sich für AfD-Aussage
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:32 29.08.2016
Von Mathias Klein
Jens Seidel Quelle: Schaarschmidt
Anzeige
Hannover

Das schreibt Seidel in einer Pressemitteilung der CDU-Fraktion. Damit habe er zu keinem Zeitpunkt ausdrücken wollen, „dass für die CDU-Hannover eine Koalition mit AfD, Hannoveranern und den Linken in Betracht kommen kann“, betonte er. „Ich kann mir nicht vorstellen, mit Parteien zusammenzuarbeiten, die nur Nein-Sager sind und mit populistischen Parolen agieren. Insofern hätte ich klarer formulieren müssen“, schreibt Seidel. Abschließend bittet er „für diese unklare Formulierung“ um Entschuldigung.

Was meinen Sie?

Zu diesem Artikel können Sie einen Kommentar abgeben. Bis zu drei Tage nach Veröffentlichung des Textes können Sie mit anderen Lesern über das Thema diskutieren. Sie finden die Anmeldung und die bereits abgegeben Kommentare weiter unten auf dieser Seite. Reden Sie mit!

CDU-Stadtchef Dirk Toepffer bezeichnete die Debatte als „absurd“. Niemals werde er mit einer der genannten Parteien ein Bündnis eingehen, sagte er. Die CDU will den Ratsfraktionschef bis zur Kommunalwahl in zwei Wochen halten. Darauf haben sich offenbar Stadtparteichef Dirk Toepffer und die Fraktionsspitze geeinigt. Damit soll weitere Unruhe in der heißen Wahlkampfphase vermieden werden, war gestern aus CDU-Kreisen zu erfahren. In der Partei rechnet man damit, dass Seidel nicht wieder in die Ratsversammlung einzieht und sich daher eine Debatte, ob er die Fraktion erneut anführt, von selbst erledigt hat: Es gilt als unwahrscheinlich, dass der zweite CDU-Listenplatz im Wahlbereich Südstadt-Bult, auf dem Seidel steht, für den Einzug in den Rat reicht.

Jeder, der Seidel kenne, wisse, dass auch für ihn persönlich eine Fraktion mit diesen drei Parteien nicht infrage komme, schreibt die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Kerstin Seitz in der gleichen Pressemitteilung. Und sie wiederholt ihren Satz aus der Ratsversammlung, dass ihre Fraktion eine Koalition mit der AfD, den Hannoveranern und den Linken ausschließt. „Die CDU stehe geschlossen hinter ihrem Fraktionsvorsitzenden“, schreibt Seitz.

Zur Galerie
Im Anzeiger-Hochhaus stellten sich die Kommunalpolitiker den Fragen der HAZ-Leser.

Allerdings ist die Solidarität mit Seidel nicht so groß, wie der Satz von Seitz vermuten lässt. Er habe mit seiner Äußerung Partei und Fraktion schweren Schaden zugefügt, sagt ein erfahrener hannoverscher CDU-Politiker. An den Wahlkampfständen habe es in den vergangenen Tagen kein anderes Thema gegeben, merkt ein anderer Parteikollege an. Ein weiteres Mitglied der CDU-Ratsfraktion meint, dass nur ein Rücktritt Seidels aus der Bredouille helfen könne. Überall in der Region sorgt sich die CDU um die Auswirkungen von Seidels Äußerungen auf den Wahlkampf. Vorsichtshalber distanzierte sich nun auch der Chef der CDU-Regionsfraktion, Bernward Schlossarek, von den Äußerungen.

Die Angelegenheit mobilisiere das linke Lager, meint ein Mitglied der CDU-Ratsfraktion. „Wir müssen zusehen, dass wir das Boot wieder ins Fahrwasser bekommen“. Er sagt aber auch, dass das nicht einfach wird.

Liveticker zum Nachlesen

Alle Ereignisse des HAZ-Forums finden Sie hier im Liveticker zum Nachlesen.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein Student, der bei einer Anti-Gentrifizierungs-Demonstration in Linden-Nord als Versammlungsleiter auftrat, hat für seinen Einspruch gegen einen Strafbefehl draufgezahlt. Statt 390 Euro, die die Polizeidirektion Hannover verhängt hatte, schlugen nach drei Verhandlungstagen am Amtsgericht schließlich 590 Euro zu Buche.

Michael Zgoll 29.08.2016

Junge Menschen sind voller Energie - und die muss raus. Mit BMX-Rädern, einem Parkour-Gerüst und Musik haben sie auf dem Kröpcke dafür geworben, ihren Interessen auch auf öffentlichen Plätzen nachkommen zu dürfen. Bei den Diskussionsrunden zeigte sich: Dennoch muss aufeinander Rücksicht genommen werden.

29.08.2016

Bauarbeiter haben bei den Umbauarbeiten am Landtag Teile eines menschlichen Skeletts gefunden. Nun hat die Staatsanwaltschaft einen Verdacht: Es könnte sich um die Gebeine des unter mysteriösen Umständen verschwundenen Grafen Philipp Christoph von Königsmarck handeln – einer der rätselhaftesten Mordfälle des 17. Jahrhunderts.

27.08.2016
Anzeige