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CDU erntet im Internet Kritik für Wahlplakat

Thema Straßenumbenennung CDU erntet im Internet Kritik für Wahlplakat

Die CDU versucht es mit satirischer Wahlwerbung für die Kommunalwahl. Doch für ihr Plakat zum Thema Straßenumbenennungen erntet sie viel Kritik im Netz – und bundesweite Aufmerksamkeit. Die Partei sagt, dass sie für das Plakat viel Zustimmung von älteren Bürgern bekommen habe.

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Das Plakat hängt in der Südstadt. Und sorgt für Spott im Internet.

Quelle: Michael Thomas

Hannover. Oma will einen Einbruch melden. Die Polizei fragt nach der Straße. Doch, ach, die Straßenumbenennungen in Hannover ... Oma weiß den neuen Namen nicht. Putzige Geschichte? Da gehen die Meinungen auseinander.


Die CDU im Ortsverein Südstadt-Bult hat sie sich ausgedacht und auf ein Wahlplakat getextet. „Wir haben das satirisch gemeint“, sagt der 27-jährige Wahlkampfmanager der Südstädter CDU, Jesse Jeng. Man ist ein wenig stolz darauf, wundert sich aber auch etwas über die Erregung. Denn in den sozialen Netzwerken überschlagen sich derweil kritische Kommentare. „Schwachsinnig“, „respektlos“, „herablassend“: Das sind die eher salonfähigen Zitate, das Vokabular geht allerdings auch darüber hinaus – wie das im Internet so üblich ist. Weil Blogger mit großem Lesepublikum die Sache inzwischen aufgegriffen, wird der CDU-Idee eine Aufmerksamkeit zuteil, die im Kommunalwahlkampf bislang ihresgleichen sucht.

Auf dem Werbebanner versucht die CDU, zwei Themen zu verschränken. Zum einen die Konflikte um Straßenumbenennungen, zum anderen die Angst vor Kriminalität. Jengs Wahlkampfteam hat sich dazu den Dialog von Oma und Polizei über einen Einbruch einfallen lassen. Manche Netznutzer sprechen jetzt von Altersdiskriminierung. „Wenn Oma ihren Straßennamen nicht mehr kennt, sollte sie nicht mehr allein leben, liebe CDU“, schreibt einer auf Twitter. Andere halten den Dialog schlicht für „dämlich“, beklagen aber zugleich die „sinnlose Neubenennung“ von Straßen. Ein anderer hält der CDU zugute, dass sie sich eines lokalpolitischen Themas annimmt und nicht das übliche „Politikergefasel“ aufs Plakat hebt.

Viel Unmut über Umbenennung der Sohnreystraße

Wahlkampfleiter Jeng verweist darauf, dass er den Entwurf älteren Menschen gezeigt und Zustimmung bekommen habe. „In der Südstädter Sohnreystraße gibt es viel Unmut über die Umbenennung, das können wir mit einer Umfrage unter den Anwohnern belegen“, sagt er. Zudem habe die Polizei mehrere Einbrüche in der Südstadt verzeichnet. „Wir wollen den Wählern zeigen: Es gibt wichtigere Themen in Hannover, als Straßen neu zu benennen, zum Beispiel Kriminalität“, sagt Jeng.

Offenbar sind nicht alle in der CDU so ganz einverstanden. Hannovers CDU-Chef Dirk Toepffer hätte das Thema Sicherheit nicht mit der Straßen-Debatte verbunden, dennoch stärkt er seinen Parteifreunden vor Ort den Rücken. „Plakate dürfen frech und satirisch sein“, sagt er. Ihm ist wichtig, dass die Ortsvereine eigene Themen in den Wahlkampf einbringen. So will die Kleefelder CDU ihre Polizeistation retten und schreibt sich das auf die Fahnen. „Mir ist vor allem wichtig, dass auf Plakaten niemand beleidigt wird“, sagt Toepffer.

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