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CDU-Wähler kämpfen für IGS

Schulpolitik CDU-Wähler kämpfen für IGS

An der CDU-Basis brodelt es: Offenbar wollen etliche langjährige Parteimitglieder die Pläne der Landesregierung zum verkürzten Abitur an integrierten Gesamtschulen nicht hinnehmen.

An diesem Freitag ist eine Anzeige der Initiative auf der ersten Seite der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung erschienen. Initiator Hubertus von Wick will den innerparteilichen Kritikern mit der Internetseite www.cdu-waehler-fuer-gesamtschulen.de ein Forum bieten.

Die Zeitungsanzeige haben mehrere CDU-nahe mittelständische Unternehmer aus Langenhagen finanziert. „Das Geld kam schnell zusammen“, sagt von Wick. Der 58-Jährige leitet die Sekundarstufe I der IGS Langenhagen und wählt seit 40 Jahren CDU, fast 20 Jahre lang war er selbst Mitglied. „Das verkürzte Abitur zerschlägt praktisch die IGS, denn dann müssten wir die Gymnasialkinder früh von den anderen trennen.“ Doch zum Grundprinzip der IGS gehöre das gemeinsame Lernen und ein Offenhalten von Aufstiegschancen.
In Langenhagen fand von Wick schnell Mitstreiter. Er sieht das als deutliches Zeichen dafür, dass die Landes-CDU die Stimmung an der Basis verkennt. Denn seit gut 15 Jahren würden auch viele CDU-Anhänger ihre Kinder auf eine IGS schicken. Zu den auf der Homepage genannten Unterstützern gehören Susanne Schott-Lemmer, ehemalige CDU-Bürgermeisterin von Langenhagen, sowie aktive und ehemalige CDU-Ratsmitglieder. Mitinitiatoren sind der Bauunternehmer und Ex-Ratsherr Heinz Schaper und Helmut Decker, Vorstandsmitglied im CDU-Ortsvorstand Kaltenweide.

Ein gutes Bildungssystem müsse Kindern aus bildungsfernen Schichten Entwicklungsmöglichkeiten bieten, sagt Decker, selbst seit 32 Jahren CDU-Mitglied. „Ich sehe, dass diese Tür jetzt zugeschlagen wird. Und das ärgert mich.“ Bei der Jahreshauptversammlung der CDU Kaltenweide hätten Eltern und Großeltern den hohen Druck am Gymnasium durch das Abitur nach zwölf Jahren beklagt. „Ein großer Teil der CDU-Basis will ein durchlässiges Schulsystem.“ Decker hatte zwei seiner Kinder vergeblich an der IGS angemeldet, die beiden anderen gehen noch zur Grundschule. Heinz Schapers drei Kinder besuchten alle die IGS. „Ich bedauere, dass meine Partei der Schulform aus unsachlichen Gründen Steine in den Weg legt.“

Von Wick sieht seine Initiative in einer Linie mit CDU-Verbänden in anderen Landesteilen wie Osterholz oder Schaumburg, die sich klar für die IGS positionierten. „Ich befürchte, dass einige in unserer CDU-Landtagsfraktion das IGS-System gar nicht kennen.“ Auf der Homepage bittet die Initiative die Landesregierung, ihre Schulpolitik zu überdenken - und erinnert an die Vorgängerregierung, die wegen ihrer „chaotischen“ Bildungspolitik abgewählt worden sei.

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  • Gesamtschulen Turboabitur Rainer Schlingmann – 28.04.09 Alle Fachleute empfehlen als Reaktion auf die Mängel, die Pisa aufgedeckt hat, Förderschulen zu schaffen. Wer den Weg von der Ausleseschule zur Förderschule beschreiten will, darf das System der IGS nicht gefährden. Die CDU veschlechtert damit eindeutig die Bildungchancen der Kinder die Förderung nötig haben. Das kann sich unser Land nicht leisten. Mit einem Turboabitur gehen sozialkompetenz und anderes verloren, das die IGS noch plegt. Ihre lebenspraktisch erzogenen Schüler sind inzwischen hoch geschätzt.
  • Cdu Wähler für IGSen M:W: – 25.04.09 Meine Söhne gehen auf eine IGS in Hannover, 10. Klasse.Als CDU-Mitglied habe ich bewusst diese Entscheidung getroffen.Interessant zu sehen das doch bestimmte politische Potentiale damit hadern das in Ihren vermeintlichen Einflusspool eingegriffen wird. Bitte führen sie die Debatte sachlich.Trotz vieler Sanktionen die meine Kinder wegen Ihres Hintergrunds erfahren durften (Unternehmerkinder)stehen wir nach wie vor zu der IGS als Schulform und finden den Schritt Abitur nach 13 Jahren an der IGS zu belassen als richtige Umsetzung des IGS Gedanken.Kein LT Abgeordneter der CDU wird sich nicht um die Belange der CDU Kommunalpolitiker kümmern. Die Sorgen werden sehr ernst genommen.
  • Konzeptlos, verfahren und borniert Georg G.-S. – 25.04.09 Das, was jetzt von der Landesregierung mit dem G8 an Gesamtschulen angestoßen wird, ist eine Fortsetzung einer Bildungspolitik, die ihren Namen von Anfang an nicht verdient hat.
    Die VertreterInnen der Regierungsfraktionen, die in der Diskussion um Gesamtschulen ihre GegnerInnen gern und schnell unter Ideologieverdacht stellen, handeln hochideologisch.
    Von Wegen Vielfalt im Schulsystem, von wegen "Jugend ist die Zukunft unseres Landes". Es geht ihnen allenthalben darum, das von ihnen so favorisierte dreigliedrige Schulsystem mit allen Mitteln über die Pisa-Krise zu retten. Koste es, was es wolle.

    Die IGS hat landauf, landab bewiesen, dass sie leistungsfähig und den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen mit Abstand besser gerecht wird, als eben dieser bildungspolitische Kadaver "Dreigliedriges Schulsystem". Aber das darf nach gusto der Landesregierung nicht sein.

    §1 Das überkommene Schulsystem ist das Beste!
    §2 Sollte sich etwas anderes herausstellen, so tritt automatisch §1 in kraft!

    Nach Gutsherrenart wird hier über die kommenden Generationen entschieden. Im Schulsektor, wie auch im Jugendarbeitsbereich. Jugendarbeit wird bodenständig vernichtet. Nur noch projektierte, kurzfristige Jugendaktivitäten finden statt. Ein permanenter Kampf um die nächste Förderung oder eben das Aus für ein außerschulisches Bildungssystem, dessen Erfolge sich auch sehen lassen konnten.
    Aber danach hat niemand gefragt - schon gar nicht nach dem Pisa-Schock. In dessen Folge wurde nur noch in das marode System Schule gepumpt frei nach dem Motto "Pimp my School - wir machen jetzt ganz viel und wenn es alle glauben, dann hilft das bestimmt auch".
    Leider ist hinter der ganzen hektischen Betriebsamkeit um eigenständige Schulen, Schulkonzepte, G8s und was weiß der Teufel noch kein noch so feiner Schimmer eines schlüssigen Bildungskonzepts zu erkennen.
    Der letzte Schrei heißt dann noch "flächendeckende Einführung von Ganztagsschulen". In der Konsequenz bedeutet das für einen großen Teil der SchülerInnen: Man wird den schlechten Unterricht in Zukunft den ganzen Tag nicht los!
    Die Opfer dieses konzeptlosen Kurzdenks sind dann die außerschulischen Jugendeinrichtungen und Verbände, denen nur noch die Wahl bleibt, sich durch die Mangel des Systems Schule drehen zu lassen oder unterzugehen.
    Wo doch Jugendverbände immer schon zu den tragenden Säulen dieser Demokratie gehörten - einerseits durch die ihnen eigenen Bildungsansätze (meist verknüpft mit erlebnispädagogischen Herangehensweisen), andererseits durch ihre auf Selbstorganisation von jungen Menschen ausgerichtete, kritische und innovative Struktur.
    Kaum einE AbgeordneteR, der/die nicht sein/ihr Handwerk in einem Jugendverband gelernt hat - aber das scheinen die Damen und Herren vergessen zu haben...
  • IGS Langenhagen Die46 – 24.04.09 Es ist schon einigermassen dreist, dass sich ausgerechnet die Kommunal-CDU an die Spitze der Bewegung setzten will. Die CDU-Lantagsfraktion, die das zu entscheiden hätte kümmert sich einen Dreck um die Langenhagener CDU-Größen!!
  • A... auf Grundeis reckless68 – 24.04.09 Hat auch die CDU schon erkannt, dass IGS Eltern Wähler sind?
    Ist hier echtes Interesse an den Chancen für Kinder aus weniger privilegierten Familien der Grund oder die Angst um den Verlust von Wählerstimmen und politischer Mandate?
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