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Aus der Stadt Hat Hannover zu viele Baustellen gleichzeitig?
Hannover Aus der Stadt Hat Hannover zu viele Baustellen gleichzeitig?
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00:18 27.08.2017
Von Andreas Schinkel
Baustellen auf verkehrsreichen Straßen, wie hier auf der Tiergartenstraße in Kirchrode, sind für Anwohner und Autofahrer ein Ärgernis. Quelle: Michael Thomas
Hannover

"Eigentlich gibt es kein Baustellenmanagement der Stadt", sagt CDU-Baupolitiker Felix Blaschzyk. Er habe den Eindruck, dass bei der Planung von Hannovers Straßenbaustellen der Zufall regiere. "Es kann doch nicht sein, dass im Stadtteil Kirchrode so viele Straßen wegen Baustellen blockiert sind, dass dass Viertel nur noch mit dem Hubschrauber erreichbar ist", sagt Blaschzyk.

Tatsächlich war die Lange-Feld-Straße, zentrale Verbindungsstrecke für Kirchrode, wochenlang gesperrt. Zugleich zogen sich die Gleisbauarbeiten rund um den Hochbahnsteig Großer Hillen monatelang dahin. Als ein weiteres Beispiel nennt der CDU-Bauexperte die monatelangen Bauarbeiten auf der Scheidestraße in Kleefeld. Noch bis Ende kommenden Jahres wird dort gebuddelt. "Das ist für die Händler geschäftsschädigend und muss schneller gehen", sagt Blaschzyk.

Die Arbeiten verschiedener Bauträger sollten besser gebündelt werden, schlägt der CDU-Mann vor. Es könne nicht sein, dass eine Straße erst saniert werde, und ein Jahr später der Asphalt wieder aufgerissen wird, um neue Telefonkabel zu verlegen.

Dem stimmt sogar die SPD zu. "Hier sind die einzelnen Bauträger in der Pflicht, sich sorgfältiger abzustimmen", sagt SPD-Baupolitiker Lars Kelich. Grundsätzlich aber sei das Baustellenmanagement in Hannover gut. "So werden die Straßenbaustellen auf die Zeit der Sommerferien konzentriert, um die Belastung in Grenzen zu halten", sagt Kelich. Die teilweisen Sperrungen an der Pferdeturmkreuzung etwa hätten sonst viel mehr Staus verursacht. "Die Bauarbeiten dort sind rechtzeitig fertig geworden", betont Kelich. Das zeige doch, dass das Management funktioniere. Die Autofahrer müssten Geduld beweisen.

Derselben Meinung sind die Grünen. "Wenn Straßen erneuert und Leitungen neu verlegt werden, entstehen nun einmal Unannehmlichkeiten", sagt Grünen-Baupolitikerin Elisabeth Clausen-Muradian. Man könne nicht verlangen, dass die Stadt alles hübsch mache und niemand werde belästigt. Die Menschen sollten doch nicht ewig an denselben Baustellen im Stau stehen, sondern die Straße für diejenigen freimachen, die wirklich aufs Auto angewiesen sind, etwa Hebammen.

In das Lob der Bauverwaltung mag die FDP, Partner von SPD und Grünen im Mehrheitsbündnis, nicht einstimmen. Zwar sei es grundsätzlich zu begrüßen, dass Straßen saniert werden, sagt FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke. "Aber die Stadt kann nicht auf einer Hauptstraße und dann noch auf den Nebenstraßen Baustellen eröffnen", sagt Engelke. So könne der Verkehr nicht abfließen. Er habe auf einer Rückfahrt von Kirchrode in die City vor ein paar Tagen eineinhalb Stunden gebraucht. "Die Umleitung endete in einer Sackgasse", berichtet er. Das Baustellenmanagement müsse optimiert werden.

Auch AfD und Linke wünschen sich eine bessere Koordination von Baustellen. Die "Hannoveraner" wundern sich, dass die CDU immer zu Wahlkampfzeiten mit dem Thema vorbeikommt. 

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