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CDU fordert, dass 96 mehr gegen Fan-Gewalt tut

Risikospiele CDU fordert, dass 96 mehr gegen Fan-Gewalt tut

Die Politiker im Rat der Stadt Hannover sehen bei Risikospielen wie dem Niedersachsenderby gegen Braunschweig auch die Profi-Klubs in der Pflicht. SPD-Chef Alptekin Kirci geht sogar einen Schritt weiter: „Wir müssen über Kostenbeteiligung reden.“

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Von allen Steuerzahlern bezahlt: Polizisten sichern den Abmarsch der Braunschweiger Fans nach dem Derby am Osterwochenende.Foto: Thomas

Quelle: Michael Thomas

Hannover. Hassparolen im Stadion, Fans, die Stadiontore überrennen, Gruppen, die in aufgeheizter Stimmung der Polizei gegenüberstehen - das Auftreten von Teilen der Anhänger der Fußball-Zweitligisten Hannover 96 und Eintracht Braunschweig beim Niedersachsenderby am vergangenen Sonnabend löst bei Kommunalpolitikern Kopfschütteln aus. SPD und CDU fordern jetzt, die Vereine stärker in die Pflicht zu nehmen. „Wir müssen auch über Kostenbeteiligung sprechen“, sagt Hannovers SPD-Chef Alptekin Kirci. Vor allem dürfe ein Risikospiel nicht an einem Feiertagswochenende stattfinden. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) hatte angekündigt, die voraussichtlichen Millionenkosten für den Polizeieinsatz aus der Landeskasse zu bezahlen und sich die Summe nicht von den Profiklubs zurückzuholen.

Die CDU will die Debatte nicht auf eine Kostenfrage verengen. Es gelte, der zunehmenden Gewalt in den Stadien entgegenzuwirken. „Hannover 96 hat als Verein zu wenig getan, damit sich die zunehmende Gewaltbereitschaft von Teilen der Fans nicht verfestigt“, kritisiert Hannovers CDU-Chef Dirk Toepffer. Die Kritik zielt in Richtung des Klubchefs Martin Kind. Denn der Verein ist nur Teil eines komplizierten Unternehmenskonstruktes mit Firmen als Lizenz- und Rechteinhabern, in dem Kind faktisch das alleinige Sagen hat. Auch Toepffers Kollege von der SPD meint: „Familien werden abgeschreckt, ins Stadion zu gehen.“ Die Piratenpartei spricht angesichts vermummter Fans von „Demo-Charakter statt Stadionfeeling“. 2600 Polizisten waren am Sonnabend seit den Morgenstunden im Einsatz. Polizeihubschrauber kreisten über dem Stadion. Die Kosten für den Einsatz beim Spiel der „Roten“ gegen Eintracht Braunschweig dürften die Millionengrenze überschreiten. Zum Vergleich: Als die beiden Teams im November in Braunschweig aufeinandertrafen, lag der Aufwand bei mehr als 1,2 Millionen Euro. Damals waren ähnlich viele Beamte im Einsatz.

Die Polizeigewerkschaft kritisiert den von der Deutschen Fußball Liga gewählten Termin für die Risikopartie. Einen Tag später, am Ostersonntag, hätten die Beamten beim Nordderby zwischen Bremen und Hamburg erneut Dienst geschoben. Der finanzielle und personelle Aufwand sei unverhältnismäßig, die Akzeptanz der Bürger für den Fußball schwinde. Zudem wünscht sich auch die Polizeigewerkschaft einen konsequenteren Umgang der Profi-Teams mit ihren Problemfans. „Es kann nicht sein, dass eine kleine Gruppe von Gewalttätern noch hofiert wird und die schönste Nebensache der Welt immer wieder in Misskredit bringt“, sagt Dietmar Schilff, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei.

Ähnlich sieht das CDU-Chef ­Toepffer, der das Niedersachsen-Derby im Stadion erlebt hat. „Mir bleibt unverständlich, wie sich eine Profimannschaft vor einer Fankulisse verneigen kann, die Hassplakate hochhält und Hassgesänge anstimmt“, sagt er in Anspielung auf Dankesbekundungen der Spieler nach der gewonnenen Partie. SPD-Chef Kirci meint, dass sich Hannover 96 bereits in der Präventionsarbeit engagiere. „Das Problem liegt in unserer Gesellschaft“, sagt er. Die Hemmschwelle sinke allerdings und Fußball sei für manche nur Mittel zum Zweck, Gewalt auszuleben.

Bremen schickt die Einsatz-Rechnung an die DFL

Bei der Kostenabrechnung für große Polizeieinsätze rund um Partien im Profifußball geht Bremen einen anderen Weg als Niedersachsen. Die Rechnungen reicht Bremen gleich weiter an die Deutsche Fußball Liga (DFL). So auch den Polizei-Aufwand beim Risikospiel zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV am Ostersonntag. Ob die Hansestadt das Geld tatsächlich bekommt, ist ungewiss. Die DFL reichte vor einem Jahr Klage gegen den Gebührenbescheid beim Verwaltungsgericht ein. Begründung: Gewalt im Umfeld von Fußballspielen sei ein „allgemeines, gesamtgesellschaftliches Problem“. Öffentliche Sicherheit zu gewährleisten, gehöre zu den staatlichen Aufgaben. Möglicherweise wird es in diesem Jahr eine Entscheidung geben. Die DFL hat angekündigt, durch alle Instanzen zu gehen. Die von der Hansestadt seit 2015 berechneten Kosten belaufen sich inzwischen auf deutlich mehr als eine Million Euro.

asl

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