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CDU und SPD kritisieren Boykott-Aufruf scharf

Aufruf von Erdogan-Anhängern CDU und SPD kritisieren Boykott-Aufruf scharf

Der Chef der CDU-Landtagsfraktion, Björn Thümler, hat den Boykott-Aufruf von Anhängern des türkischen Präsidenten Erdogan scharf kritisiert. In einer E-Mail werden Einrichtungen genannt, deren Betreiber angeblich mit Erdogans Erzfeind Fetullah Gülen kooperieren. SPD schließt sich der Kritik an.

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Björn Thümler kritisiert den Boykott-Aufruf.

Quelle: Archiv

Hildesheim/Hannover. Thümler forderte auf einem Parteitag in Hildesheim die Landesregierung auf, in dem Fall aktiv zu werden. Auch aus der hannoverschen SPD gab es heftige Kritik an dem Vorgang, über den die HAZ am Sonnabend berichtete.

„Ich finde es unerträglich, dass Anhänger des türkischen Präsidenten Erdogan zum Boykott türkischer Geschäfte in Hannover und anderswo aufrufen“, sagte Thümler. Er halte solch einen Aufruf nicht nur in Bezug auf die deutsche Geschichte für unhaltbar. „Das darf es nicht einen einzigen Tag in der Bundesrepublik Deutschland geben“, sagte Thümler. Er erwarte „Handlungen der Landesregierung, diese Leute aus unserem Land herauszuschmeißen. Das muss doch das Ziel sein“, sagte Thümler.

Hannovers SPD-Chef schließt sich der Kritik Thümlers inhaltlich an, wenn auch mit anderer Wortwahl. „Boykottaufrufe gehen gar nicht“, sagt Alptekin Kirci, dessen Familie aus der Türkei stammt. „Konflikte in anderen Staaten sollten nicht bei uns ausgetragen werden“, forderte der Rechtsanwalt. Allerdings glaube er nicht, dass hinter den Urhebern der Mail eine Organisation oder auch nur eine relevante Anzahl deutscher Türken stehe.

„Der Großteil der Türken lebt gerne hier und würde solch eine Mail niemals weiterleiten. Es sind immer die Radikalen, die mit so etwas auffallen“, sagt Kirci und fügt hinzu: „Es gibt leider Spinner auch unter den Türkischstämmigen – wie auch unter Deutschstämmigen.“

Die Mail nennt bundesweit gut zwei Dutzend Einrichtungen, darunter in Hannover zwei Geschäfte, eine Schule in Kleefeld und einen Integrationsverein, dem nach Angaben des Vorstands in der Folge von Anfeindungen bereits gekündigt wurde. Der türkische Islamverband Ditib, der bislang eng mit der dortigen Regierung kooperiert und jetzt unabhängiger werden will, hat sich bereits von der Mail distanziert. Der Staatsschutz in Hannover beobachtet die Anfeindungen zwischen türkischstämmigen Gruppen, sieht aber derzeit keinen Grund, einzuschreiten: Eine anonyme Mail sehe man derzeit nicht als Ermittlungsanlass.

Heiko Randermann/Conrad von Meding

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