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Wie groß ist das Drogenproblem im Georgengarten?

Nordstadt Wie groß ist das Drogenproblem im Georgengarten?

Immer wieder wird im Georgengarten mit Drogen gehandelt. Anwohner beschweren sich deshalb häufig über Dealer und Konsumenten, die dort herumlungern würden. Ein Anwohner sei sogar attackiert worden. Die CDU hat die Vorgänge deshalb im Bezirksrat Nord stark kritisiert.

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„Im Georgengarten werden Drogen gehandelt – gelegentlich“, sagt die Stadtverwaltung.

Quelle: Foto: dpa

Nordstadt.  Gibt es im Georgengarten ein Problem mit Drogenkonsumenten und Dealern? Anwohner und Parkbesucher beklagen, dass Händler und Konsumenten Sitzbänke belagern. „Wie gewährleistet die Stadtverwaltung den Schutz von Schulkindern, wenn ihr Weg durch den Georgengarten führt?“, fragte CDU-Fraktionschefin Angelika Jagemann kürzlich im Bezirksrat Nord. Auch Erwachsene und Kinder auf dem Weg zu einem der angrenzenden Sportvereine seien Pöbeleien und aggressivem Verhalten ausgesetzt.

Ein Familienvater schildert gegenüber dieser Zeitung, dass sich Dealer fast täglich von morgens bis abends an den Zugängen aus Richtung Nienburger Straße aufhalten. In Höhe Kniggestraße und Alleestraße führen Fußgängerüberwege in den Park, dort liegt auch ein kleiner Spielplatz. „Die Dealer verhalten sich absolut zurückhaltend. Ich habe den Eindruck, dass sie auch ihre Kunden anweisen abzuwarten, solange Passanten in Sicht sind.“ Die Händler seien unauffällig gekleidet, bewegten sich per Rad und verständigten sich mit Handy. Der Familienvater lässt die Stelle jedes Mal schnell hinter sich und meidet jeden Blickkontakt. „Unseren Nachbarn haben die Leute angegriffen, als er sie zur Rede stellen wollte.“ Der Nordstädter hat bereits 2016 mehrmals die Polizei informiert, allerdings ohne Ergebnis. „Die Kunden sehen ziemlich fertig aus, manche konsumieren ihre Sachen auf den Parkbänken.“

Die Stadtverwaltung bewertet die Situation dagegen nicht als bedrohlich. „Eine Drogenszene, die Heroin, Kokain oder Crack konsumiert, ist vor Ort nicht anzutreffen“, betont eine Sprecherin. Deshalb ergebe sich auch keine Gefährdung durch herumliegendes Spritzbesteck. Im Georgengarten gehe es um Leute, die gelegentlich Marihuana rauchen.  Es gebe keine feste Szene, die sich regelmäßig dort treffe. Dass es zu Pöbeleien komme, halten die städtischen Mitarbeiter für unwahrscheinlich. „Dieser Personenkreis konzentriert sich ausschließlich auf sich und seinen Konsum.“ Diese Beobachtungen bestätigt Ratsherr Oliver Förste  („Die Partei“), selbst Anlieger.  „Marihuana wird dort seit Jahrzehnten konsumiert. Wenn es Probleme gibt, dann mit Leuten, die zu viel getrunken haben.“ 

Allerdings besteht immer wieder Sorge, dass die Dealerszene aus Linden in den Georgengarten herüberwandert. Durch regelmäßige Kontrollen versucht die Polizei, dies zu verhindern. Dabei haben die Beamten auch Erdbunker mit versteckten Drogen gefunden. „Die gute Arbeit der Polizei reduziert das Problem spürbar, ohne dass es sich vollständig lösen lässt“, sagt die Stadtsprecherin. Eine Verdrängung der Personen aus dem Park berge das Risiko, dass sie auf Spielplätze in den Wohnvierteln ausweichen.

Tatsächlich klagen die Nachbarn am Spielplatz Horst-Fitjer-Weg in der Nordstadt seit geraumer Zeit über Dealer und Konsumenten härterer Drogen, die vom Engelbosteler Damm ins Wohngebiet kommen. Grünen-Ratsherr Patrick Drenske sieht darin ein echtes Problem. „Leute, die am Wochenende im Park einen Joint rauchen, stören mich dagegen genauso wenig wie jene, die dort ein Bier trinken.“

CDU-Fraktionschefin Angelika Jagemann ist allerdings mit den Aussagen der Verwaltung nicht zufrieden. „Bei uns beschweren sich Eltern, deren Kinder durch den Park nach Linden zur Schule fahren.“ Der Nordstädter Familienvater ist von Stadt und Polizei enttäuscht. „Das Problem wird verharmlost und kleingeredet.“

Von Bärbel Hilbig

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