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Jugendarbeit

CDU will Regionsgesetz ändern

Von Andreas Schinkel

Die vehemente Kritik an der Jugendarbeit der Region hat in der Landtags-CDU Diskussionen über eine Änderung des Regionsgesetzes angestoßen.
Hannovers CDU-Chef und Landtagsabgeordneter Dirk Toepffer.

Hannovers CDU-Chef und Landtagsabgeordneter Dirk Toepffer.

© Nico Herzog (Archiv)

„Grundsätzlich gibt es im Innenministerium schon seit Langem die Bereitschaft dazu“, sagte Hannovers CDU-Chef und Landtagsabgeordneter Dirk Toepffer am Donnerstag. Aber wie so oft steht und fällt eine Änderung mit der Frage nach den Folgekosten. Die Defizite in der regionalen Jugendhilfe, über die Donnerstag in der HAZ berichtet wurde, könnten aber jetzt helfen, eine Entscheidung zu beschleunigen, meint Toepffer.

Im Regionsgesetz wird geregelt, welche Kommunen freiwillig ein eigenes Jugendamt einrichten dürfen und wie hoch der Kostenausgleich dafür ausfällt. Bisher muss eine Stadt oder Gemeinde mindestens 30.000 Einwohner zählen, 80 Prozent der Aufwendungen für ein eigenes Jugendamt werden von der Regionsverwaltung erstattet. Das ist offenbar einigen Kommunen zu wenig, sodass sie lieber auf eine Jugendarbeit vor Ort verzichten. „Eigentlich ist es ein Unding, dass eine funktionierende Jugendhilfe vom Geld abhängig gemacht wird“, sagt Toepffer. Im Grunde müssten den Kommunen die Kosten für eigene Jugendämter vollständig erstattet werden, meint der CDU-Chef. Zudem könne man auch darüber nachdenken, die Grenze für die Zulassung einer Jugendhilfe vor Ort auf 20.000 oder gar 10.000 Einwohner zu reduzieren.

Hintergrund sind die Klagen von Regionspolitikern und Vertretern der Polizei über eine mangelnde Präsenz von Mitarbeitern der Jugendhilfe in verschiedenen Umlandgemeinden. Denn von den 21 Kommunen haben nur sechs Städte ein eigenes Jugendamt eingerichtet, für die übrigen 15 übernimmt die Regionsverwaltung die Jugendarbeit. Aber nur in Barsinghausen, Burgwedel, Garbsen, Neustadt und Hannover unterhält die Region sogenannte Jugendhilfestationen. Missstände in Familien könnten zum Teil nicht rechtzeitig erkannt werden, so lautet der Vorwurf, weil die Sozialarbeiter keinen Bezug zu einigen der Kommunen hätten, für die sie zuständig seien.

Der Sozialdezernent der Region, Erwin Jordan, wies am Donnerstag diese Kritik „mit aller Schärfe“ zurück. „Die dezentral vor Ort arbeitenden Jugendhilfestationen erfreuen sich großer Anerkennung für ihre Arbeit“, sagt er. Die Kritik vonseiten der CDU-Fraktion, Jugendhilfefälle landeten als anonyme Vorgänge auf dem Papierstapel, empfinde er als „Diffamierung der Jugendarbeit“. So sei etwa die Jugendhilfestation in Garbsen bestens mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut und mit anderen Institutionen der Jugendarbeit vernetzt. „Das wird von allen Beteiligten, auch der Polizei, immer wieder bestätigt“, meint Jordan.

Doch gerade in Garbsen wird jetzt ein Fall publik, bei dem die Jugendhilfe offenkundig allzu zögerlich agierte. Zwei Kinder mussten zusammen mit ihrer drogensüchtigen Mutter monatelang in einer völlig verdreckten Wohnung leben, obwohl ein Sozialarbeiter zuvor der Familie einen Hausbesuch abgestattet hatte.

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  • Um die LJA – 30.07.10
    Kinder und Jugendlichen geht es hier doch gar nicht. Dafür ist nur wichtig, dass man die richtigen Leute vor Ort hat. Ob deren Chef jetzt im Rathaus oder in der Regionsverwaltung sitzt, spielt dabei keine Rolle.
    Aber natürlich braucht jedes eigene Jugendamt auch einen Amtsleiter und mindestens einen Stellvertreter. Gut bezahlte Versorgungsposten ab A13 aufwärts für verdiente Parteimitglieder (aller Parteien). Dadurch wird die Qualität der Arbeit allerdings um kein Grad besser.
  • Es paasiert in jedem Jugendamt Heike – 30.07.10
    Ich bekomme in meinem beruflichen Kontext immer wieder zwischen den Zeilen zu hören, dass es Kindern und Jugendlichen nicht gut geht, obwohl ein Kontakt zum Jugendamt bestand. Das kann ich auch nach voll ziehen. Denn wenn in einem Baratungsgespräch keine tiefgreifenden Kriterien für eine Kindeswohlgefährdung vorliegen, werden den Eltern zunächst Angebote wie Erziehungsberatung angeboten. Das macht auch das Jugendamt der Region sehr gerne. Dann kann es aber sein, dass auch welchen Gründen auch immer, die Situation sich schlagartig ändert. Wenn es dann keine weitere Meldung beim Jugendamt gibt, können Sie auch nicht handeln. Schließlich können Sie ja nicht hellsehen, ob die Mitarbeiter nun in Ronnenberg vor Ort sitzen oder in Hannover.
    Ich denke es hat auch sehr viel mit dem Kostendruck zu tun. Wenn ein Mitarbeiter des Jugendamtes für 200 Familien zuständig ist, wie soll er dann mit Ruhe und besonnen handeln?
    Also sollte lieber mal an der Grundhaltung der Mitarbeiter im Jugendamt und den Rahmenbedingungen angesetzt werden. Dann hat es meiner Meinung nach auch nicht mehr viel mit dem Standort zu tun.
  • Wir sprechen von Jugendhilfe und nicht von Jugendarbeit Holger – 30.07.10
    Bei der Frage nach einem eigenem Jugendamt geht es vorwiegend um die Jugendhilfe. Jugendarbeit, wie sie im gleichen Gesetzbuch, nämlich dem SGB VIII im § 11f geregelt ist, wir auch in den Gemeinden ohne eigenem Jugendamt geleistet. Jugendarbeitet beziehungsweise Kinder- und Jugendarbeit ist somit ein Teil der Kinder- und Jugendhilfe. Sie hat zum Ziel, zur Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen beizutragen. Geleistet wird Die Kinder- und Jugendarbeit durch die Freien Träger wie die Jugendverbände (u.a. besagte Jugendfeuerwehr) und die öffentlichen Träger. Meines Wissens hat jede Kommune in der Region Hannover einen Jugendpfleger, der alle Kinder und Jugendlichen im Blick hat, nicht nur die mit Beratungbedarf.
    Also bitte die richtige Wortwahl.
    Und ein Jugendamt in einer Gemeinde mit 10.000 Einwohnern ist wohl der größte Quatsch, den ich je gehört habe. Soll dann ein Sozialpädagoge alle erfolderlichen Pflichtleistungen, die das SGB VIII vorsieht (Kita Planung, Hilfen zur Erziehung, Sonderdienste wie Adoption und Jugendgerichtshilfe, Genehmigung von neuen Trägern und vieles mehr leisten? Das geht wohl gar nicht!!
  • @Mutter Franz – 30.07.10
    Jordan ist Grüner.Und nicht er ist der Bösling sondern die Bürgermeister die meinen das eine Feuerwehr und Schützenverein mit Jugendsparte genug Jugendarbeit bedeutet.
  • Jugendhilfe Mutter N. – 30.07.10
    Das ist eine sehr lobenswerte Idee. Dezentrale Jugendhilfe! Dann kann bestimmt viele Jugendlichen und Kindern bei evtl Problemen spontaner und effektiver geholfen werden.
    Offensichtlich gibt es doch erhebliche Defizite, sonst hätte die SPD nicht sofort laut losgezetert

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