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Aus der Stadt Anna Blume darf draußen öffnen
Hannover Aus der Stadt Anna Blume darf draußen öffnen
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00:15 12.07.2016
Von Bärbel Hilbig
Endlich draußen: Inhaberin Ute Wrede (rechts) bedient ihre Gäste Waltraud und Franz Zenk aus Döhren.  Quelle: Kutter
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Die Mitarbeiterinnen ließen sich das nicht zweimal sagen. Flugs klappten sie Tische und Stühle auseinander und servierten Kaffee und Kuchenspezialitäten im Grünen. „Mit ist ein Stein vom Herzen gefallen“, sagt Gründerin und Betreiberin Ute Wrede.

Mit Rücksicht auf Beerdigungen und begleitende Andacht in der benachbarten Friedhofskapelle konnte das Café bisher nur sonntags und an Sonnabenden ohne Trauerfeier Gäste auf einem kleinen Rasenstück bedienen. Ute Wrede sorgte sich deshalb um die Erfolgschancen ihres Betriebs, den sie erst im Frühjahr in einem Seitenflügel des denkmalgeschützten Friedhofs-Entrees eröffnet hat. Auch über Ausschilderung, eigenen Klingelknopf und Briefkasten hatte es zuerst unterschiedliche Vorstellungen gegeben.

Die Lösung brachte jetzt eine Idee von Cordula Wächtler, Leiterin der städtischen Friedhöfe. Weitere Hecken sollen den Außenbereich des Cafés optisch vom Friedhof abgrenzen. Außerdem will Cordula Wächtler Trauergesellschaften auf dem Weg von der Kapelle zum Grab so leiten, dass sie den Gastronomiebetrieb nicht wahrnehmen. „Wir können so unsere Aufgaben in vollem Umfang erfüllen, und gleichzeitig wird den Besuchern die Möglichkeit gegeben, einen Kaffee zu trinken“, erläutert die Leiterin der städtischen Friedhöfe. „Ich finde das wirklich großartig. Darauf wäre ich gar nicht gekommen“, lobt Ute Wrede. Nun ließe sich das Café wirtschaftlich betreiben, ohne den Friedhofsbetrieb zu beeinträchtigen.

Froh über die Lösung zeigt sich auch Gudrun Koch, Sozialexpertin der SPD-Ratsfraktion. Sie hatte den vermeintlichen Interessenkonflikt Anfang der Woche öffentlich gemacht. Stadt und Region haben die Café-Gründung finanziell unterstützt, weil das Projekt Arbeitsplätze für mehrere Behinderte bietet. Der Integrationsbetrieb mit sozialversicherungspflichtigen Jobs muss sich allerdings selbst am Markt behaupten. „Wir haben ja politisch beschlossen, dass wir das Café am Friedhof wollen. Eine Anschubfinanzierung nützt aber nichts, wenn es nach kurzer Zeit scheitert“, erklärt die SPD-Politikerin. Anders als in einer Behindertenwerkstatt gibt es für die Café-Arbeitsplätze nur Zuschüsse, keine komplette Subventionierung. „Ich bin deshalb erfreut, dass sich das Problem jetzt so schnell und unbürokratisch lösen ließ“, sagt Gudrun Koch.

In den vergangenen Tagen hatten sich etliche HAZ-Leser für das Café eingesetzt. „Als trauernde Besucherin des Friedhofs ist es ein wunderbarer Ort nach dem Besuch meiner Grabstätte“, schrieb eine Frau. Das Café Anna Blume, das bisher 28 Sitzplätze draußen bietet, darf nach und nach seinen Außenbereich sogar erweitern. Bis zu 60 Plätze sind verabredet.

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