Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Letztes großes Grundstück in der City wird bebaut
Hannover Aus der Stadt Letztes großes Grundstück in der City wird bebaut
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:31 12.11.2015
Von Conrad von Meding
Traditionelle Bauweisen: 
Architekt Stefan Forster (li.) mit Bauherr Helmut Dannenberg vor dem Siegerentwurf. Auf dem alten Parkplatz (li.) soll der siebengeschossige Bau zur 
Waterloostraße hin entstehen. Quelle: Rainer Surrey
Hannover

Der alte Parkplatz nahe der Waterloostraße mit seinen rund 5600 Quadratmetern Fläche gilt als das letzte große Baugrundstück der Innenstadt – jetzt steht fest, was darauf bald entstehen soll. Die hannoversche Investorenfamilie Helmut und Helmut Dannenberg lässt auf dem Gelände zwischen Adolf- und Molthanstraße 130 Wohnungen und eine Kita errichten – das ist ein ähnliches Bauvolumen wie aktuell am Klagesmarkt. Im Architektenwettbewerb hat sich der Frankfurter Planer Stefan Forster gegen drei Konkurrenten durchgesetzt. Sein Entwurf nimmt Elemente des Backsteinexpressionismus auf, indem er den Gebäudekanten markante Ecken mit gemauerten Steinstreifen spendiert. Aber auch für sein Gesamtkonzept der Grundstücksnutzung erntete Forster am Montag viel Lob von Stadtbaurat Uwe Bodemann und der Hamburger Architektin Ingrid Spengler, die den Wettbewerb leitete.

Das Land hatte das Trümmergrundstück 2014 zum Höchstpreis verkauft – eine schwere Hypothek. Denn obwohl der Bodenwert nur etwa 2 Millionen Euro beträgt, boten sich zehn Investoren hoch, bis Dannenberg den Zuschlag bei 5,26 Millionen Euro erhielt. Jetzt fordert die Stadt, dass dort 25 Prozent der Wohnungen für einkommensschwache Familien gebaut werden, was bei einem derart hohen Kaufpreis schwierig ist. Der Kompromiss sieht vor, dass die Dannenbergs das Grundstück besonders dicht bebauen dürfen, was eine Anliegerinitiative ärgern dürfte, die sich aufgelockerte Bebauung gewünscht hatte. Architektin Spengler allerdings berichtete am Montag bei der Vorstellung der Entwürfe aus Berlin, dass dort selbst in Randbezirken nicht mehr weniger verdichtet gebaut werden darf. „Und das ist ökologisch auch sinnvoll“, sagte sie: Schließlich werde Boden versiegelt, Infrastruktur müsse zur Verfügung gestellt werden, das lohne sich nicht für eine lockere Bebauung.

130 Wohnungen und eine Kita sollen zwischen Adolf- und Molthanstraße entstehen, das ist das Projekt der hannoverschen Investorenfamilie Dannenberg.

Der Forster-Entwurf sieht eine geschlossene Blockrandbebauung mit siebengeschossigem Kopfbau Richtung Waterlooplatz vor, der sich optisch zwischen Innenministerium und Finanzamt Mitte schiebt und wohl vor allem die geförderten Wohnungen beherbergen soll. Auf die drei umgebenden Straßen nimmt der Frankfurter Architekt mit je eigenen Fassaden Bezug: Zur Adolfstraße im Süden betont er den Alleecharakter, zur Kommandanturstraße die Gründerzeitgeschichte der dortigen Bebauung, zur Molthanstraße gibt Forster den drei großen Bäumen Raum, indem er seiner Fassade dort Schneisen in Form kleiner Höfe verpasst. Bodemann lobte ihn als „profilierten Architekten des Wohnungsbaus“, Forster selbst bezeichnete sich als Liebhaber traditioneller Architektur, der sich freue, dass in Hannover echte Backsteinfassaden wieder en vogue sind. Er hob vor allem die großen Loggien hervor, die die teureren Wohnungen zu den Freiflächen hin öffnen sollen. Baustart kann frühestens in zwei Jahren sein.

Den zweiten Preis erzielten die Münchener Architekten Fink+Jocher mit einem Entwurf, der vier Häuser in Zeilen anordnet. Auf dem dritten Platz landete Agsta-Architekt Harald Schulte. Er arbeitete ebenso wie mit aufgelösten Blockrandstrukturen und verteilte die Häuser würfelförmig über die Fläche wie Axel Nieberg, der in der vergangenen Woche einen BDA-Preis für einen Wohnbau in Braunschweig erhalten hatte.

Fortschritt an der Hanomag

Helmut Dannenberg senior berichtete am Montag, dass es auch bei dem Revitalisierungsprojekt am Rande des Hanomag-Geländes in Linden-Süd vorangeht. Dort habe die Stadt die Baugenehmigung erteilt. Im März sollen die Ausbauarbeiten starten. Dannenberg baut dort an der Bornumer Straße das weiße Verwaltungsgebäude von 1922 zu 7400 Quadratmeter Wohnungen und etwa 4200 Quadratmeter Büros um.     

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Aus der Stadt Gedenkveranstaltungen in Hannover - Ein Kaddisch für die Toten

Zum zwanzigsten Mal haben Bundeswehr und die Jüdische Gemeinde auf dem Friedhof an der Strangriede der gefallenen jüdischen Soldaten des Ersten Weltkriegs gedacht. An der Gedenkstätte an der Roten Reihe erinnerten anschließend 200 Menschen an die Opfer der Pogromnacht vom 9. November 1938.

Simon Benne 09.11.2015

Nach einem Verkehrsunfall in Empelde kam es am frühen Montagabend auf der Berliner Straße zu Verkehrsbehinderungen. Gegen 17.45 Uhr war dort eine Stadtbahn der Linie 9 mit einem Auto zusammengestoßen. Nach ersten Informationen der Polizei wurde die Fahrerin des Wagens offenbar nur leicht verletzt.

09.11.2015
Aus der Stadt Aktion von "Vereint für Hannover" - Laternenumzug für den guten Zweck

Jede Laterne zählte am Montag auf dem Opernplatz. Denn beim Laternenumzug des Vereins "Vereint für Hannover" zahlen Mitgliedsunternehmen für jedes teilnehmende Kind einen Euro an die Ökumenische Essensausgabe.

09.11.2015