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Straßenambulanz gehen die Ärzte aus

Caritas-Hilfe für Arme und Obdachlose Straßenambulanz gehen die Ärzte aus

Die Straßenambulanz der Caritas für Arme und Obdachlose steht möglicherweise vor einem Umbruch. Bisher behandeln Ärzte und Pflegekräfte die mittellosen Patienten ehrenamtlich. Doch viele von ihnen hören bald auf – und die Suche nach neuen Freiwilligen ist schwierig.

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Tun Gutes: Helga Weber (v. l.), Andreas Schubert sowie Ricarda und Udo Niedergerke.

Quelle: Alexander Körner

Hannover. Auch der Fahrer des Kleinbusses, der verschiedene Standorte im Stadtgebiet ansteuert, ist als Freiwilliger aktiv. „Wir denken über eine Kombination aus Ehrenamtlichen und einem angestellten Arzt nach, um die Versorgung dauerhaft zu sichern“, sagt Andreas Schubert, Vorstand des Caritasverbands Hannover.

Aktuell engagieren sich zehn Ärzte, 17 medizinische Begleiter sowie Fahrer in dem Team, das Sprechstunden in Unterkünften für Wohnungslose oder an der Straße abhält. Manche Ärzte sind seit dem Start im Jahr 1999 aktiv. Viele sind wie die ehemalige Hausärztin Anne Heidenreich nach der eigenen Pensionierung eingestiegen. „Wir rechnen damit, dass manche in absehbarer Zeit aufhören, und es ist sehr schwierig, neue Freiwillige zu gewinnen“, erläutert Schubert.

„Unsere Patienten scheuen den Weg in eine Arztpraxis“, berichtet Anne Heidenreich. In die kostenfreie Sprechstunde zu gehen fällt vielen leichter. Über die Jahre baue sich oft ein Vertrauensverhältnis zu den behandelnden Ärzten auf. Heidenreich berichtet, dass der überwiegende Teil der obdachlosen Frauen unter ihren Patienten unter psychischen Erkrankungen leidet. Für die obdachlosen Männer ist Ähnliches anzunehmen. In den vergangenen zwei bis drei Jahren hat sich die Gruppe der Armen, die sich in der Ambulanz behandeln lassen, deutlich gewandelt. Viele Migranten aus Osteuropa sind hinzugekommen, auch Roma-Familien mit kleinen Kindern. Zugleich kommen immer ältere obdachlose und wohnungslose Patienten. Dadurch bedingt haben die ehrenamtlichen Ärzte immer häufiger altersbedingte, schwerere Krankheiten zu behandeln.

Sollte ein Arzt angestellt werden, würde der Bedarf an Spenden für die Ambulanz deutlich anwachsen. Bisher werden mit den Spenden Medikamente oder Zuzahlungen finanziert. Inzwischen sind rund 50 Prozent der Klienten nicht krankenversichert. Die Bürgerstiftung Hannover und die Ricarda-und-Udo-Niedergerke-Stiftung haben jetzt 25.000 Euro Anschub für das nächste Jahr gespendet. Die Zahl der Bedürftigen steigt. 2015 haben die Ärzte rund 3500 Behandlungen an 2500 Patienten geleistet. Dieses Jahr, so die Schätzung, wird es auf 4000 Behandlungen hinauslaufen.

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