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Hier sind Chancen auf einen Krippenplatz am besten

Kinderbetreuung Hier sind Chancen auf einen Krippenplatz am besten

Der Kindertagesstättenbericht für Hannover zeigt deutliche Unterschiede bei der Betreuung von Kleinkindern. Einer der Gründe für die Schwierigkeiten: Es gibt immer mehr Kinder. Und ob man einen Platz bekommt, hängt auch vom Stadtteil ab.

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Krippenplätze sind in Hannover nicht immer leicht zu bekommen.

Quelle: dpa/Montage

Hannover. Ob Eltern in Hannover einen Krippenplatz für ihr Kind erhalten, hängt stark davon ab, wo sie wohnen. Die Unterschiede sind dabei extrem, wie im neuen Kindertagesstättenbericht deutlich wird. In Döhren-Wülfel beispielsweise, dem am Besten versorgten Stadtbezirk Hannovers, liegt die Betreuungsquote von Kleinkindern bei mittlerweile 72,8 Prozent. Döhren-Wülfel war auch in der Vergangenheit schon Spitzenreiter bei den Krippenplätzen. Ähnlich hohe Quoten haben beispielsweise Buchholz-Kleefeld oder Südstadt-Bult.

In Kirchrode-Bemerode-Wülferode dagegen sind Betreuungsplätze für Kleinkinder rar, ähnlich wie im Stadtbezirk Ricklingen. Die Quote liegt dort teilweise um mehr als 30 Prozent niedriger. Aus dem Bericht gehe hervor, dass die Betreuung der Kinder bis zwei Jahre in den Randbereichen der Stadt deutlich schlechter sei als in der Mitte, wunderte sich denn auch Lars Pohl jugendpolitischer Sprecher der CDU, im Jugendhilfeausschuss. Dort wurde der Bericht vorgestellt. Dabei habe es in der Vergangenheit immer geheißen, gerade in der Stadtmitte sei es schwieriger, neue Krippen aufzumachen, weil es keine Baugrundstücke gebe.

Im Innenstadtbereich, aber auch in Vahrenwald-List, Linden, Süd- und Nordstadt gebe es mehr Platz für Elterninitiativen, erläuterte Stefan Rauhaus, bei der Stadt zuständig für Kitas. Die hohe Quote in Buchholz-Kleefeld komme auch deshalb zustande, weil es dort überproportional viele Betriebskitas gebe - unter anderem die der MHH, in der Kinder aus dem gesamten Stadtgebiet untergebracht seien. Im Stadtbezirk Ricklingen dagegen habe es einen starken Bevölkerungszuwachs gegeben: in Mühlenberg unter anderem wegen des Zustroms der Flüchtlinge, in Wettbergen wegen neuer Baugebiete. Dort steuere man mit zwei neuen Einrichtungen nach. In Kirchrode dagegen würden dort Krippen nicht so stark nachgefragt. „Wir versuchen aber insgesamt, die Quoten anzugleichen“, sagte Rauhaus. Insgesamt stehen für 46.995 Kinder in Hannover zwischen 0 und 9 laut Kitabericht 25.536 Betreuungsplätze in Krippe, Kita, in Ganztag oder Hort bereit.

Krippen

Im Bereich der Betreuung der Kinder von 0 bis 2 Jahren liegen Bedarf und Angebot am Dramatischsten auseinander. Und das, obwohl hier die Zahl der betreuten Kleinkinder deutlich gestiegen ist. Einige Zahlen:

Mehr Kinder in den Krippen: 130 Prozent (3038 Kinder) ist die Zahl der Krippenkinder zwischen 2006 und 2015 gestiegen. Allein zwischen 2014 und 2015 wuchs die Zahl der Kinder, die in Krippen oder in der Tagespflege betreut wurde, um 216.

Quote sinkt: Dennoch sank die Betreuungsquote gegenüber dem Vorjahr von 53,8 auf 53,5 Prozent. Das liegt am enormen Bevölkerungszuwachs in dieser Bevölkerungsgruppe: Allein innerhalb dieses Jahres wuchs die Zahl der Unter-Dreijährigen von 9583 auf 10.037 Kinder. Die Verwaltung rechnet bis September 2016 noch mit 540 weiteren Kindern.

Jedes zweite Kind mit Migrationshintergrund: Unter den Krippenkindern hat fast jedes Dritte einen Migrationshintergrund (31,2 Prozent) - Tendenz steigend. Insgesamt gilt das in Hannover für fast die Hälfte aller Kinder aus: 48,1 Prozent bei den Kindern mit zwei Jahre, 47,4 Prozent bei Drei bis Fünfjährigen.

Stadt schafft neue Krippenplätze: Mit dem Kita-Ausbauprogramm „Hannover bleibt am Ball“ würden allein 2016 rund 400 neue Krippenplätze geschaffen, hieß es.

Kitas

Fast jedes Kind im Kindergarten: Dass Kinder zwischen drei und sechs nicht zu Hause betreut werden, hat sich offenbar fest etabliert. Bei den Dreijährigen liegt die Quote bei 95,6 Prozent, bei Vierjährigen sogar bei 98,5 Prozent. Bei den Fünfjährigen fällt sie mit 95,2 Prozent etwas niedriger aus. Der Grund: Ein Teil geht bereits zur Schule.

Kaum noch Halbtagsbetreuung: Einen Betreuungsplatz für nur vier Stunden nahm Ende 2015 kaum noch jemand in Anspruch. Lediglich 1,4 Prozent der Kindergartenkinder wurden nur halbtags betreut. Das Angebot an Dreiviertel- und Ganztagsplätzen liegt demgegenüber mittlerweile bei 97 Prozent.

Horte

Immer mehr Grundschulkinder: Die Anzahl der Schulkinder von sechs bis neun Jahre ist kontinuierlich gestiegen: Im Oktober 2015 gab es im Stadtgebiet 17 788 Kinder dieses Alters, 7,16 Prozent mehr als noch 2008. 11 270 von ihnen wurden betreut, 4146 davon allein im Hort.

Mehr Kinder im Hort: Im Hortbereich schlägt offenbar die steigende Berufstätigkeit beider Elternteile durch. Fast 60 Prozent der Hortkinder werden bis 17 Uhr betreut, weitere 34,9 Prozent bleiben bis 16 Uhr. Eine Betreuung bis 18 Uhr wird in diesem Bereich dagegen selten (5,4 Prozent) genutzt. Die Betreuungsquote für Schulkinder ist zum 1. Oktober 2015 sogar auf 26,6 Prozent gesunken. Grund ist allerdings vor allem der verstärkte Ausbau von Ganztagsschulen. Zum Schuljahr 2015/2016 haben 35 von 62 Grundschulen eine Ganztagsbetreuung angeboten. Die Kinder werden dort an bis zu fünf Tagen nachmittags betreut.

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