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„Wir erwarten eine verdammt gute Begründung“

Chez-Heinz-Zukunft „Wir erwarten eine verdammt gute Begründung“

Was passiert mit dem Béi Chéz Heinz, wenn das marode Fössebad in absehbarer Zeit saniert oder abgerissen wird? Diese Frage treibt die Verantwortlichen und Stammgäste des Livemusik-Clubs um, der im Keller des Bads Untermieter ist. Sie wollen den Standort erhalten, sind aber gesprächsbereit.

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Wollen das Heinz nicht aufgeben: Stammgäste und die Verantwortlichen Christian Sölter (links) und Jürgen Grambeck.

Quelle: Samantha Franson

Hannover. Etwa 80 Menschen sind deshalb am Mittwochabend zu einem Info-Café ins Heinz gekommen. Betreiber Jürgen Grambeck und Christian Sölter, Vorsitzender des Trägervereins, machten deutlich, dass ein Umzug an einen anderen Standort nur die letzte Lösung sein könne. Sie seien aber offen für Gespräche mit der Stadt und wollen „eingebunden und gehört werden“, wie es Grambeck ausdrückte.

Aus Sicht der Heinz-Betreiber sieht die beste Lösung so aus: Wenn das Fössebad lediglich saniert wird, bleibt der Club dort, wo er ist. „Sollte etwas dagegen sprechen, erwarten wir eine verdammt gute Begründung“, betonte Grambeck. Falls das Fössebad tatsächlich abgerissen wird, fordern die Heinz-Macher, dass der Gebäudeteil mit dem Club im Keller erhalten bleibt. Das sei deutlich unkomplizierter als die Suche nach einem geeigneten neuen Standort für eine solche Einrichtung in „einem der am dichtesten besiedelten Stadtteile des Landes“.

Den Verhandlungen mit Stadt und Politik sehen die Heinz-Verantwortlichen „ein wenig nervös“, aber selbstbewusst entgegen. Grambeck verwies auf die Erfolgsgeschichte des Vereins in den vergangenen 21 Jahren. Aus einem Fahrradkeller in einem Waschbetonbunker sei mit viel Herz und Schweiß der ehrenamtlichen Helfer ein beliebter Szenetreff geworden. Mit großem finanziellen und körperlichen Aufwand haben die Vereinsmitglieder noch 2008 in Eigenarbeit einen zusätzlichen Fluchtweg eingerichtet, weil der gesetzlich vorgeschrieben ist. Und das alles ohne einen Cent Zuschuss der Steuerzahler, wie Grambeck stolz versicherte. Die etwa 1,2 Millionen Euro für den Aus- und Umbau sowie die Ausstattung des Clubs seien komplett selbst erwirtschaftet worden. Der größte Teil der Einnahmen stamme aus dem Gewinn der Partys und Konzerte, zu denen seit 1995 etwa 980 000 Besucher gekommen seien. „Wir denken, dass so etwas erhaltungswürdig ist. Wenn der Laden geschlossen wird, würde das eine riesige Lücke hinterlassen“, sagte Grambeck.

Das sehen die Besucher des Clubs naturgemäß auch so. Rund 6800 von ihnen haben sich einer Facebook-Gruppe mit der Forderung „Heinzmussbleiben“ angeschlossen. Dafür setzten sich auch die Besucher des Info-Cafés ein. Einer wies darauf hin, dass sich die Stadt Hannover mit dem Titel Unesco City of Music schmückt. „Also genau mit dem, was an dieser Stelle verloren gehen würde.“ Ein anderer sagte, dass er sich Limmer nicht mehr ohne das Béi Chéz Heinz vorstellen will. „Ich bin schon seit meiner Studentenzeit Stammgast in dem Laden und habe hier schon viele gute Konzerte gesehen.“

Bezirksrat Norbert Lucas (Grüne) sicherte den Anwesenden die Unterstützung seiner Fraktion zu. Die will einem Antrag der Linken zustimmen. Darin wird die Stadt aufgefordert, umgehend Gespräche mit den Heinz-Verantwortlichen über die Zukunft des Clubs aufzunehmen. Die ist am Mittwoch, 20. April, ab 19 Uhr auch Thema im Bezirksrat Linden-Limmer.

Von Gerko Naumann

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