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Aus der Stadt "Mann im Rad" tritt bei Kleinem Fest auf
Hannover Aus der Stadt "Mann im Rad" tritt bei Kleinem Fest auf
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00:20 22.07.2015
Von Uwe Janssen
Francisco Rojas zeigt als „Mann im Rad“, beim Kleinen Fest eine gewagte Nummer, in die er auch immer wieder Zuschauer mit einbezieht. Quelle: Von Ditfurth
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Hannover

Der kleine Junge ist mutig. Nicht nur, weil er sich auf die Bühne holen lassen hat. Nicht nur, weil er nun plötzlich vor hunderten Besuchern steht. Und nonverbal mit einem fremden Mann kommunizieren muss, der ein bisschen Schabernack mit ihm treibt. Richtig Mut zeigt er erst, als der Mann ihn huckepack nimmt und mit ihm in einem großen Reifen über die Bühne schaukelt. Das muss man erst mal bringen. Dafür gibt’s viel Applaus.

Mr. Dyvinetz, so nennt sich der Mann, ist beim Kleinen Fest im Großen Garten der „Mann im Rad“. Er ist Tänzer, Akrobat und Spaßvogel mit allen Eigenschaften, die ein Straßenkünstler haben muss. Improvisationstalent zum Beispiel oder ein Gespür für sein Publikum. Die Kandidaten, die er auf die Bühne holt, steigen fast alle auf seinen Rücken. „80 Prozent machen das mit“, sagt Francisco Rojas, wie der Chilene bürgerlich heißt.

In Herrenhausen bewegt er sich mit seinem runden Arbeitsgerät – ähnlich wie ein Rhönradturner, nur künstlerischer – auf einer nicht all zu großen Bühne, manchmal haarscharf an der Kante. „Auf der Straße, wenn ich viel Platz habe, kann ich natürlich ganz andere Sachen machen“, sagt er, „hier auf der Bühne müssen die Nummern vor allem sicher sein.“ Rojas kommt vom Geräteturnen, aber der Sport allein reichte ihm irgendwann nicht mehr. Er entwickelte mit dem sogenannten Cyr-Rad eine Show, mit der er mittlerweile um die Welt tourt.

Wobei Deutschland eines der Schwerpunktländer ist, seine Frau ist Deutsche, er spricht passabel Deutsch, im vergangenen Jahr steigerte er mit einem Auftritt bei der Bohlen-Show „Das Supertalent“ seine Bekanntheit schlagartig. Eine besondere Stellung nimmt dabei das Kleine Fest in Hannover ein, nicht nur wegen des besonderen Ambientes. „Hier wird den Künstlern viel Respekt entgegengebracht. Woanders machst du deinen Job und bekommst deine Gage und fährst nach Hause. Hier kommst du mit allen Künstlern in Kontakt, es ist wie eine Familie. Und Harald kommt jeden Abend und bedankt sich. Das ist wichtig für mich.“ Mit Harald ist Harald Böhlmann gemeint, der Erfinder des Kleinen Fests, den Rojas auch als Person sehr schätzt.

In Barcelona, wo er mit seiner Familie wohnt, trainiert er, nicht nur sich, sondern auch als „Personal Trainer“ andere. Unterwegs müsse er kaum noch trainieren, weil sich Auftritt an Auftritt reihe. Kraftraubend sei das schon, aber zehn bis 15 Jahre wolle er das schon noch machen, sagt der 36-Jährige.

Fußballfan ist Rojas nicht unbedingt, aber als Chilene bekommt man die wichtigsten Dinge mit. „Wir haben die Copa America gewonnen“, sagt er, und dass einer dieser Helden, Miiko Albornoz, bei Hannover 96 sein Geld verdient, ist ihm natürlich auch nicht entgangen. „Das habe ich schon gehört.“

Das Kleine Fest mit Mr. Dyvinetz läuft noch bis zum 30. Juli. Infos: www.kleinesfest-hannover.de

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