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Chirurgen rekonstruieren Kinderschädel in 3-D

Neue OP-Methode Chirurgen rekonstruieren Kinderschädel in 3-D

Weltweite Premiere: Gesichts- und Neurochirurgen der Medizinischen Hochschule haben den Schädel eines kleinen Jungen dreidimensional am Computer rekonstruiert, bei einer Operation ein neuartiges Netz implantiert und so dafür gesorgt, dass sich der Schädel von Emil normal entwickeln kann.

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Emils Schädel kann dank der neuen Operationsmethode und auflösbarem 3-D-Implantat wieder ungehindert wachsen.

Quelle: Sebastian Gollnow/dpa

Hannover. Der kleine Emil litt unter einer seltenen Krankheit: Die sogenannte Kraniosynostose tritt rein statistisch bei nur einem von 2000 Kindern auf. Dabei handelt es sich um den vorzeitigen Verschluss einer oder mehrerer Schädelnähte. Normalerweise bleiben diese in den ersten Lebensjahren flexibel, damit der Kopf und das Gehirn wachsen und sich entwickeln können. Das bei Emil implantierte Netz wurde von seinem Körper resorbiert und durch körpereigenen Knochen ersetzt. Es war der erste Eingriff nach dieser Methode weltweit. Bei der Operation war Emil fünf Monate alt, inzwischen hat er seinen ersten Geburtstag gefeiert, und es geht ihm gut.

Chirurgen der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben eine neue Operationsmethode für eine Schädelfehlbildung bei Neugeborenen entwickelt. Zum ersten Mal weltweit sei nun ein fünf Monate alter Junge mit der neuen Methode operiert worden. Das Netz besteht aus Polyglycolid, es löst sich nach einigen Monaten auf und wird durch körpereigene Knochen ersetzt. 

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„Durch die zu frühe Verknöcherung der Schädelnähte hat das Gehirn nicht genügend Platz zu wachsen“, erklärt Majeed Rana, stellvertretender Ärztlicher Direktor der rekonstruktiven Gesichtschirurgie der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie. Wird die Erkrankung nicht behandelt, kann es zu asymmetrischen Verformungen des Schädels, Entwicklungsstörungen des Gehirns, neurologischen Ausfällen und Sehstörungen kommen. Es gibt unterschiedliche Varianten der Erkrankung. In den meisten Fällen ist die sogenannte Pfeilnaht über dem Scheitel verschlossen. So war es auch bei Emil. „Dass der Kopf ein klein wenig verformt war, war uns schon kurz nach der Geburt aufgefallen“, sagt Vater Oliver Tornow. „Unsere Hebamme hat uns dann empfohlen, ihn doch mal von einem Spezialisten untersuchen zu lassen“, ergänzt Mutter Katharina Tornow.

Bei dem herkömmlichen Operationsverfahren wird die verschlossene Naht aus dem Schädel herausgesägt, um mehr Flexibilität für den Schädel und mehr Platz für das Gehirn zu schaffen. Die MHH-Chirurgen haben bei Emil eine Methode angewandt, die sie gemeinsam entwickelt hatten. Mit Hilfe aufwändiger 3-D-Berechnungen wurde die optimale Kopfform für Emil ermittelt und auf Grundlage dieser Daten eine Schnittschablone und das genau an den kleinen Patienten angepasste Netzimplantat erstellt. „Das Netz fungiert als Leitstruktur für die nachwachsenden Knochenzellen“, erklärt Operateur Rana. In den ersten acht Wochen nach dem Eingriff gibt das Netz in erster Linie Stabilität, danach wird es flexibler, damit sich das Gehirn entfalten kann. Mittlerweile hat es sich aufgelöst, Emils Kopf wächst symmetrisch und er kann sich ganz auf das konzentrieren, was gerade altersgerecht ist: Das Laufen lernen.  

Von Susanna Bauch  

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