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Aus der Stadt Stadtkulturpreis für Choreograf Felix Landerer
Hannover Aus der Stadt Stadtkulturpreis für Choreograf Felix Landerer
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00:16 01.12.2017
Geehrt: Monika und Gregor Dehmel vom Verein Politik zum Anfassen, Bernd Schwabe und Felix Landerer.  Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

 Hannover hat was vor. Das merkt man. Immer häufiger. Besonders merkt man es an solchen Abenden wie diesem, wenn Kulturmenschen zusammenfinden. Bei so einer Verleihung des 23. Stadtkulturpreises, zu der der Freundeskreis Hannover einlädt, da ist es eigentlich schon beschlossene Sache, dass Hannover in acht Jahren europäische Kulturhauptstadt wird. Von der Expo ist da fast wehmütig die Rede, und dass es mal wieder Zeit für etwas richtig Großes ist. Oberbürgermeister Stefan Schostok spricht von Wollen und Mut und der gemeinsamen Herausforderung, der Freundeskreis-Vorsitzende Matthias Görn von einer „spannenden, großen und mitreißenden Idee“. Und sie sind nicht die einzigen.  An solchen Abenden mit so vielen Kulturmenschen an einem so geschichtswuchtigen Ort wie der Orangerie in Herrenhausen strahlt dieser Bewerber aus: Wir wollen, und wir sind auf dem Weg. 

Dazu braucht es Macher, Anpacker, Ideengeber, Visionäre und Menschen, die etwas bewegen. Da ist es ganz praktisch, wenn man einen wie Felix Landerer in der Stadt hat. Der neue Träger des Stadtkulturpreises vereint eigentlich alle diese Tugenden in sich, und mit Bewegung kennt er sich sowieso aus: Der Tänzer und Choreograf, 1975 in Hannover geboren, ist zu einem der größten Motoren für darstellende Kunst in der Stadt geworden. Egal, ob bei der Commedia Futura in der hannoverschen Eisfabrik oder in gut vernetzter Zusammenarbeit mit der Oper, dem Schauspielhaus, dem Pavillon oder Faust. Wo immer Landerer gearbeitet hat, ob im amerikanischen Portland, beim Scapino Ballett in Rotterdam oder an der Oper Göteborg, seine Basis war immer seine Heimatstadt. Oder wie es Laudator Schostok ausdrückt: „Ein Wanderer zwischen den Welten, aber gleichzeitig zutiefst ein Sohn Hannovers.“ Klingt ein bisschen pathetisch, aber wer Kulturhaupstadt werden will, muss groß denken. Das scheinen sie in Hannover schon gut verinnerlicht zu haben.  Bescheiden ist nur der Geehrte selbst: „Danke für die Rede, Herr Schostok, aber Sie haben zu viel gesagt.“

Auch der Ort des Geschehens passt dazu ganz gut: Die Orangerie wird derzeit ebenfalls von einer international aufgestellten hannoverschen Institution bespielt: Das GOP, mittlerweile mit sieben Standorten eine weltweite Entertainmentgröße, hat beim Wintervariete die kanadische Truppe Machine de Cirque zu Gast. Und da die Verleihung ohnehin in der industrietheatralischen Kulisse der Show spielt, geben die Künstler auch ein paar Kostproben. Werner Buss, früher Chef in Hannover, heute in München lebender Kreativdirektor des Großunternehmens GOP, hat die Moderation gleich selbst übernommen und begrüßt unter anderem Sängerin Diana Babalola und den  jungen Multiinstrumentalisten John Winston Berta, der als  Botschafter für Hannover als  Unesco City of Music unterwegs ist.  Auch das passt. 

Landerer ist nicht der einzige, der an diesem Abend ausgezeichnet wird. Für ihr herausragendes bürgerschaftliches Engagement werden der Verein „Politik zum Anfassen“ und Bernd Schwabe geehrt. Beide sind seit Jahren um Aufklärung bemüht, die einen als brückenschlagende Politik- ud Demokratievermittler in der Stadt, Schwabe als emsiger Verfasser und Pfleger für die Online-Enzyklopädie Wikipedia, bei der er bisher rund 2400 Artikel mit Hannover-Bezug veröffentlicht hat. 

Engagierte Menschen hat die Stadt genug. Matthias Görn, Vorsitzender des Freundeskreises, betonte die identitätsstiftende Wirkung einer Bewerbung zur Kulturhauptstadt. Diese koste zwar Geld, aber „Wenn man das als Investition in die Zukunft betrachtet, ist es klug angelegt.“ Da rauscht Beifall durch den Saal.  Wenn es nach diesem Auditorium geht, kann die Sache schon 2018 losgehen. 

Von Uwe Janssen

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