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Aus der Stadt Integration ist ein Geben und Nehmen
Hannover Aus der Stadt Integration ist ein Geben und Nehmen
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00:16 10.03.2016
Andreas Nachama (von links), Stefan Schostok, Heinrich Bedford-Strohm und Norbert Trelle sprechen darüber, wie Integration gelingen kann. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Im Rahmen der Woche der Brüderlichkeit diskutierten im Neuen Rathaus Vertreter von christlichen und jüdischen Gemeinden darüber, wie diese ungeheure Aufgabe zu bewältigen ist. Rabbiner Andreas Nachama von der Allgemeinen Rabbinerkonferenz, der auch Historiker ist, erinnerte an positive Beispiele aus der Geschichte. So habe sich die jüdische Gemeinde in Westberlin vor etwa 25 Jahren mehr als verdoppelt, weil Tausende Juden aus der Sowjetunion nach Deutschland kamen. "Das war anfangs eine schwierige Situation, aber heute ist das Thema Geschichte", sagte Nachama.

Wenn Integration erfolgreich verkaufen soll, seien Geduld und gegenseitiger Respekt gefragt. "Es ist ein Geben und Nehmen", betonte der Rabbiner. Niemand dürfe gezwungen werden, seine Identität und Traditionen vollständig aufzugeben. Aber: Wer in einen anderen Staat komme, müsse dessen Gesetze und Regeln beachten. Es sei Aufgabe des Staates herauszufinden, wie viele der Flüchtlinge die Demokratie ablehnen - und entsprechend mit politischer Bildung zu reagieren.

Der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm berichtete, dass sich das Bild Deutschlands in Zeiten der Flüchtlingskrise in der Welt deutlich verbessert habe. Er sei kürzlich in Afrika gewesen und habe dort viel Hochachtung für das Handeln der Bundesregierung und das Engagement der Ehrenamtlichen erfahren. Gerade für Christen müsse das selbstverständlich sein: "Jeder, der sich in andere Menschen einfühlen kann, muss das so sehen", sagte er.

Diesen Gedanken nahm Bischof Norbert Trelle, stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, auf, un dankte allen mehr als 100.000 freiwilligen Helfern. Auch die Kirchen hätten sich nicht mit Aufrufen begnügt. Allein die katholischen Hilfswerke haben sich 2015 mit 112 Millionen Euro an der Versorgung von Flüchtlingen beteiligt. "Die Integration wird finanziell und logistisch schwierig, aber sie ist zu schaffen", sagte Trelle.

Von Gerko Naumann

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