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Aus der Stadt Cirque du Soleil startet in Hannover
Hannover Aus der Stadt Cirque du Soleil startet in Hannover
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00:17 28.02.2016
Von Uwe Janssen
Afrikanisch-osteuropäische Spitzenakrobatik: Der Cirque du Soleil mit„Varekai“. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Sie kommen von überall her. Aus dem Boden, aus der Luft oder aus dem Wald. Natürlich ist es kein echter Wald, sondern ein Stangenforst, aber hier geht es um Fantasie, wir sind schließlich im Zirkus. Der Cirque du Soleil hat es immer schon auf das Vorstellungsvermögen seines Publikums abgesehen. „Varekai“ ist so ein Beispiel. Es ist die Ikarus-Geschichte, getanzt, gesprungen, geflogen, gebogen. Die Zuschauer in Hannover wussten bei der Premiere manchmal gar nicht, wo sie zuerst hinschauen sollten. 

Ein gefallener Held im Zauberwald – und eine bunte Horde ziemlich gelenkiger Fantasiegestalten: Der kanadische Cirque Du Soleil gastiert mit der Show "Varekai" fünf Tage lang in der Tui-Arena.

Denn hier wird ganz bewusst mit einer gewissen Reizüberflutung gespielt. Alles ist bunt, vieles in Bewegung, auf dem Boden und in der Luft. Die Band hinter dem Stangenwald liefert den Live-Soundtrack zum tragischen Heldenfall. Der steht am Anfang der Geschichte. Was der junge Mann anschließend erlebt, ist inhaltlich nicht immer auszumachen. Es wird auch nicht erklärt, denn neben den Tieren fehlen diesem Zirkus auch Ansager oder Moderatoren. Auch hier ist die Fantasie der Zuschauer gefordert - und ein wenig überfordert. Aber ob man die Geschichte versteht, ist auch gar nicht so wichtig. Sagen wir: Ikarus trifft allerlei schräge Gestalten, die Zauberkräfte zu haben scheinen, aber eigentlich nur ausgezeichnete Akrobaten sind. Die Botschaft lautet: Steh’ wieder auf, es geht immer irgendwie weiter.

Das ist die Grundlage, auf der sich die Artisten austoben können. Denn letztlich ist auch „Varekai“ nichts anderes als eine kunstvoll verstrickte Nummernrevue von Athleten, die alle mal internationale Spitzensportler waren und nun zur Show gewechselt sind. Freilich zur größten, die in diesem Segment zu haben ist. Die Show trägt in Tanz, Kostüm und Musik manchmal afrikanische, aber immer wieder auch osteuropäische Züge. Was sogar passend ist: Viele Akteure in der Multikultitruppe kommen aus Ländern der ehemaligen Sowjetunion, aus Russland, der Ukraine oder Aserbaidschan. Die Cirque-Trainer in der kanadischen Konzernzentrale schätzen die extrem hohe Konzentrations- und Belastungsfähigkeit dieser Sportler. Und die Posen haben sie nach der monatelangen Umschulung vom Wettkämpfer zum Showstar auch drauf.

Man sieht Menschen im Handstand irrwitzige Verrenkungen machen, auf einer glitschigen Matte in Formation rutschen, elegant im Seil oder Netz hängen. Clowns gibt es auch, sehr laute sogar, aber so richtig zum Lachen sind sie nicht. Wirklich lustig ist dagegen der verzweifelte Kampf eines Sängers mit dem Scheinwerferlicht. Am Ende fliegen muskulöse Männer wild durch die Luft, von sogenannten russischen Schaukeln emporgeschleudert, und kommen nach Salti und Schrauben auf den Händen der Kollegen zum Stehen. Als ob es nichts wäre. Die Halle wirkt für so viel Zauber ein wenig sachlich, aber es ist gut, dass sie hoch genug für die abschließende, mitreißende Flugshow ist. Verdienter Applaus für das gesamte Ensemble.

Bis zum 28. Februar in der Tui-Arena. Karten sind in den HAZ-Ticketshops erhältlich sowie im Internet auf tickets.haz.de.

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