Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Das sind Hannovers Greatest Hits
Hannover Aus der Stadt Das sind Hannovers Greatest Hits
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 15.11.2016
Von Uwe Janssen
Michael Jackson, Mick Jagger von den Rollings Stones und Herbert Grönemeyer in Hannover. Quelle: Thomas
Anzeige
Hannover

1995 spielte Marius Müller-Westernhagen auf dem Zenit seines Erfolgs dreimal und Mick Jagger mit den Stones einmal in der Schüssel. Damals passten noch bis zu 60 000 Menschen bei Konzerten hinein, rund 20 000 mehr als in die laufbahnbefreite, reine Fußballarena, die das Stadion seit dem Umbau zur WM 2006 ist.

Zur Galerie
1982 ging es mit den Stones los. Aber hängen geblieben sind Obst und Gemüse. Vor allem an Peter Maffay, dessen Auftritt als Anheizer dem Publikum nicht schmeckte. Maffays Biografie „Auf dem Weg zu mir“ listet unter dem Kapitel „Waterloo“ das komplette Wurfsortiment auf: „Eier, Tomaten, Käsebrote, Cola-Dosen (volle und leere), nasse Zeitungen, eingelegte Gurken, Bananen, Joghurtbecher, Plastikflaschen und einzelne Schuhe.“

Die Neunzigerjahre – das Jahrzehnt der Großshows. Technisch war man nach der in dieser Hinsicht grausamen Festivalzeit der Siebziger endlich auf einem ohrenverträglichen Stand. Zudem hatten die großen, weltweit übertragenen Benefizevents wie „Live-Aid“ die Lust am Massenkonzert neu geweckt. Hannover genoss einen ausgezeichneten Ruf, sowohl atmosphärisch als auch infrastrukturell, und war trotz Hamburg der Top-Standort in Norddeutschland.

Zur Galerie
Lang ist es her: Zum Auftakt seiner Deutschland-Tournee trat Robbie Williams am 6. September 1999 in Hannover auf, um nach dem Ausstieg bei der Boyband Take That seine Solokarriere zu starten. Rund 2000 Fans kamen damals in das Capitol.

Seit Hannovers Premiere im Jahr 1982 mit den Rolling Stones hat es hier rund 50 Konzerte gegeben, die meisten unter der Regie von Hannover Concerts, in den Neunzigerjahren auch von der Agentur Showtops. Viel hoher Besuch war dabei: Der King (Michael Jackson 1988) und die Queen of Pop (Madonna 2006) waren da, 2013 endlich auch Boss Bruce. Dreimal gab es gleich sechs Shows in einem Jahr. 1990 spielten zweimal die Stones, zweimal Phil Collins, Prince und Tina Turner. 1992 rockten zweimal Westernhagen, einmal AC/DC und dreimal Genesis. 1994 war Pink Floyd zweimal da, und Phil Collins legte mit vier Konzerten in fünf Tagen und 240 000 Besuchern einen Rekord für die Ewigkeit hin.

Zur Galerie
45.000 Fans feierten 2012 mit Coldplay beim Konzert in Hannover.

Dass die internationalen Superstars mehr als 100 000 Menschen in einer Stadt wie Hannover mobilisierten, war zu dieser Zeit nicht unnormal. Dass ein nationaler und deutschsprachiger Künstler das schaffte, war bemerkenswert. Und Westernhagen schaffte es immer und immer wieder: Mit sieben Auftritten hält der Sänger den Rekord im Niedersachsen-Stadion, nur Phil Collins („Ich kann gigantische Arenen nicht leiden, aber Hannover ist anders“) war häufiger da, allerdings nur sechsmal als Solokünstler, fünfmal hatte er seine Kollegen von Genesis dabei. Auch die Stones haben sieben Konzerte in Hannover gespielt, allerdings eines davon im Jahr 1998 auf dem im Bau befindlichen Expo-Westgelände, das auch bereits ein Jahr zuvor U2 als Freiluftareal gedient hatte.  

Im neuen Jahrtausend wurden Stadionkonzerte seltener. Digitalisierung, nervöse Plattenfirmen, kaum noch langfristige Plattenverträge, kaum noch Zeit für die Künstler, sich ein Massenpublikum zu erspielen. Herbert Grönemeyer und Coldplay halten seit dem Jahr 2000 mit jeweils zwei Auftritten im Stadion den Rekord – wenn man Lindenbergs öffentliche Generalprobe vor seinem 2015er Konzert mal rauslässt. Der Panikrocker bildet mit Westernhagen, Grönemeyer, Helene Fischer und, jawohl, Freundschaftsbandkönig Wolfgang Petry das Quartett der deutschen Stadionbezwinger.

Helene Fischer wiederum ist neben einem Schwein und einem Bett von Pink Floyd – und irgendwie auch Lindeneberg – als Einzige durch die Arena geflogen, und sie ist eine von drei Frauen, die die Bühne als Solokünstlerin erobert haben. Tina Turner und Madonna waren die anderen. Mit ihren Brüdern zusammen spielten auch die Damen der Kelly Family auf großer Bühne, 1996 war das. Die höchsten Töne stimmten allerdings andere Geschwister an – die Bee Gees 1989.

2017 nun lebt also, aus mehreren Gründen, überraschend die Stadion­show der musikalischen Massendompteure wieder auf. Coldplay (16. Juni) und Robbie Williams (11. Juli) kennen die HDI-Arena schon. Depeche Mode (11./12. Juni) feiert Open-Air-Premiere. Jedenfalls in Hannover. In der Nachbarschaft ist Depeche Mode unter freiem Himmel ein 23 Jahre alter Hut: Am 31. Mai 1993 traten die Elektropopper im Sportpark Garbsen auf.  

Karteninfos zu den Stadion-Open-Airs 2017 an allen HAZ-Ticketshops.

Ab sofort können sich Kinder und Erwachsene auf eine neue Wimmelbild-Reise durch die Stadt Hannover begeben. Zahlreiche Sehenswürdigkeiten wurden mit liebvoll, handkolorierten Zeichnungen dargestellt und laden zum Besuch ein.

15.11.2016

Der neue Chef Thomas Schwarz des Abfallwirtschaftsbetriebs Aha redet im HAZ-Interview Klartext. Der Sack könnte zum Auslaufmodell werden, die O-Tonne sei nur ein „strategischer Platzhalter“. Insgesamt verursachten die Hannoveraner zu viel Restmüll.

15.11.2016

180 Experimente bei der „Nacht, die Wissen schafft“, die Narren stürmen das Rathaus und die "Recken" spielen gegen den HC Erlagen – das sind nur drei von sechs Dingen, die man an heute in Hannover unternehmen kann. 

12.11.2016
Anzeige