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Das sind Hannovers Greatest Hits

Rückblick auf 35 Jahre Mega-Rockshows Das sind Hannovers Greatest Hits

Coldplay, Robbie Williams, Depeche Mode sogar doppelt: Vier Konzerte 2017 in der HDI-Arena. Als Hannover das letzte Mal an diesem Ort so viel Musik erleben konnte, hieß er noch Niedersachsen-Stadion, die erste Herrenmannschaft des Fußballclubs Hannover 96 spielte noch gegen Fortuna Köln und den FC Homburg, kurz: Man schrieb ein anderes Jahrhundert.

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Michael Jackson, Mick Jagger von den Rollings Stones und Herbert Grönemeyer in Hannover.

Quelle: Thomas

Hannover. 1995 spielte Marius Müller-Westernhagen auf dem Zenit seines Erfolgs dreimal und Mick Jagger mit den Stones einmal in der Schüssel. Damals passten noch bis zu 60 000 Menschen bei Konzerten hinein, rund 20 000 mehr als in die laufbahnbefreite, reine Fußballarena, die das Stadion seit dem Umbau zur WM 2006 ist.

Ob Phil Collins mit seiner Band Genesis, Mick Jagger mit den Rolling Stones oder Michael Jackson, Hannover hat bereits zahlreiche internationale Superstars auftreten lassen.

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Die Neunzigerjahre – das Jahrzehnt der Großshows. Technisch war man nach der in dieser Hinsicht grausamen Festivalzeit der Siebziger endlich auf einem ohrenverträglichen Stand. Zudem hatten die großen, weltweit übertragenen Benefizevents wie „Live-Aid“ die Lust am Massenkonzert neu geweckt. Hannover genoss einen ausgezeichneten Ruf, sowohl atmosphärisch als auch infrastrukturell, und war trotz Hamburg der Top-Standort in Norddeutschland.

Dreimal war Robbie Williams bereits in Hannover. Die besten Bilder seiner drei Konzerte.

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Seit Hannovers Premiere im Jahr 1982 mit den Rolling Stones hat es hier rund 50 Konzerte gegeben, die meisten unter der Regie von Hannover Concerts, in den Neunzigerjahren auch von der Agentur Showtops. Viel hoher Besuch war dabei: Der King (Michael Jackson 1988) und die Queen of Pop (Madonna 2006) waren da, 2013 endlich auch Boss Bruce. Dreimal gab es gleich sechs Shows in einem Jahr. 1990 spielten zweimal die Stones, zweimal Phil Collins, Prince und Tina Turner. 1992 rockten zweimal Westernhagen, einmal AC/DC und dreimal Genesis. 1994 war Pink Floyd zweimal da, und Phil Collins legte mit vier Konzerten in fünf Tagen und 240 000 Besuchern einen Rekord für die Ewigkeit hin.

45.000 Fans feierten 2012 mit Coldplay beim Konzert in Hannover.

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Dass die internationalen Superstars mehr als 100 000 Menschen in einer Stadt wie Hannover mobilisierten, war zu dieser Zeit nicht unnormal. Dass ein nationaler und deutschsprachiger Künstler das schaffte, war bemerkenswert. Und Westernhagen schaffte es immer und immer wieder: Mit sieben Auftritten hält der Sänger den Rekord im Niedersachsen-Stadion, nur Phil Collins („Ich kann gigantische Arenen nicht leiden, aber Hannover ist anders“) war häufiger da, allerdings nur sechsmal als Solokünstler, fünfmal hatte er seine Kollegen von Genesis dabei. Auch die Stones haben sieben Konzerte in Hannover gespielt, allerdings eines davon im Jahr 1998 auf dem im Bau befindlichen Expo-Westgelände, das auch bereits ein Jahr zuvor U2 als Freiluftareal gedient hatte.  

Im neuen Jahrtausend wurden Stadionkonzerte seltener. Digitalisierung, nervöse Plattenfirmen, kaum noch langfristige Plattenverträge, kaum noch Zeit für die Künstler, sich ein Massenpublikum zu erspielen. Herbert Grönemeyer und Coldplay halten seit dem Jahr 2000 mit jeweils zwei Auftritten im Stadion den Rekord – wenn man Lindenbergs öffentliche Generalprobe vor seinem 2015er Konzert mal rauslässt. Der Panikrocker bildet mit Westernhagen, Grönemeyer, Helene Fischer und, jawohl, Freundschaftsbandkönig Wolfgang Petry das Quartett der deutschen Stadionbezwinger.

Farbenspiel-Tour 2015: Schlagerstar Helene Fischer ist in einer ausverkauften HDI-Arena in Hannover aufgetreten.

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Helene Fischer wiederum ist neben einem Schwein und einem Bett von Pink Floyd – und irgendwie auch Lindeneberg – als Einzige durch die Arena geflogen, und sie ist eine von drei Frauen, die die Bühne als Solokünstlerin erobert haben. Tina Turner und Madonna waren die anderen. Mit ihren Brüdern zusammen spielten auch die Damen der Kelly Family auf großer Bühne, 1996 war das. Die höchsten Töne stimmten allerdings andere Geschwister an – die Bee Gees 1989.

2017 nun lebt also, aus mehreren Gründen, überraschend die Stadion­show der musikalischen Massendompteure wieder auf. Coldplay (16. Juni) und Robbie Williams (11. Juli) kennen die HDI-Arena schon. Depeche Mode (11./12. Juni) feiert Open-Air-Premiere. Jedenfalls in Hannover. In der Nachbarschaft ist Depeche Mode unter freiem Himmel ein 23 Jahre alter Hut: Am 31. Mai 1993 traten die Elektropopper im Sportpark Garbsen auf.  

Karteninfos zu den Stadion-Open-Airs 2017 an allen HAZ-Ticketshops.

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