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Aus der Stadt Congress Hotel storniert Zimmer für AfD-Gäste
Hannover Aus der Stadt Congress Hotel storniert Zimmer für AfD-Gäste
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00:24 28.11.2015
AfD ausgeladen: Das Hotel am Stadtpark fürchtet um den reibungslosen Betrieb. Quelle: Martin Steiner/Archivbild
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Hannover

„Wir wollen damit die Sicherheit aller Gäste, unserer Mitarbeiter und den reibungslosen Hotelbetrieb am kommenden Wochenende besser gewährleisten“, sagt Hoteldirektor Cord Kelle auf Nachfrage der HAZ.

Am Sonnabend und Sonntag hält die zum Teil rechtspopulistische AfD ihren Bundesparteitag im Hannover Congress Centrum (HCC) ab, zwei Demonstrationen vor den Toren des HCC sind bereits angemeldet. Mehrere Parteimitglieder hatten zuvor das Angebot ihrer Kreisverbände genutzt, sich Zimmer im benachbarten Congress Hotel vermitteln zu lassen. Sie müssen sich jetzt nach anderen Schlafgelegenheiten umschauen. „Die Entscheidung des Hotels ist sehr bedauerlich; bedauerlich nicht für das Hotel oder die AfD sondern für den Zustand unserer Demokratie“, sagt Stefan Henze vom AfD Regionsverband Hannover. Er geht von einer politisch motivierten Aktion aus.

"Konfrontationen vom Hotel fernhalten"

Das weist Hoteldirektor Kelle weit von sich. „Die Maßnahme dient dazu, Konfrontationen vom Hotel fernzuhalten.“ Er habe mit zwei AfD-Vertretern sachliche Gespräche geführt und sogar Verständnis bekommen. „Es gab aber auch eine telefonische Bedrohung“, sagt Kelle, ohne Details zu nennen. Rechtlich stützt sich Kelle auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Hotels, wonach außerordentliche Kündigungen möglich sind, wenn der reibungslose Hotelbetrieb gefährdet ist. Auf der Facebook-Seite des Hotels drücken einige Kommentatoren ihr Missfallen aus, andere stimmen der Entscheidung zu. „Beängstigend ist, wie groß der Druck der Straße in unserem Land zwischenzeitlich geworden ist“, sagt AfD-Mann Henze.

Sehr geehrte Damen und Herren, wir haben die Zimmerbuchungen, welche im zeitlichen Rahmen des Bekanntwerdens des...

Gepostet von Congress Hotel am Stadtpark Hannover am Dienstag, 24. November 2015

Die Polizei bereitet sich derweil auf einen Großeinsatz vor dem HCC vor. Geplant ist eine Kundgebung des Bündnisses Bunt statt Braun, bei der auch Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) reden wird. Das Bündnis setzt sich aus Gewerkschaftern, Kirchenverbänden und politischen Nachwuchsorganisationen zusammen. Die Veranstalter rechnen mit 5000 Teilnehmern.

Wie die Polizei mitteilt, hat zudem eine Privatperson eine zweite Demonstration gegen die AfD angemeldet. An dieser Veranstaltung sollen etwa 150 Demonstranten teilnehmen. Linksautonome Gruppen rufen jetzt bundesweit zur Fahrt nach Hannover auf. Sie wollen sowohl den Parteitag am Sonnabend, als auch die Demonstration der islamfeindlichen Pegida-Bewegung am Montagabend verhindern.

Von Andreas Schinkel und Tobias Morchner

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