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Aus der Stadt Container-Ärger an Hannovers Oper
Hannover Aus der Stadt Container-Ärger an Hannovers Oper
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22:49 10.08.2011
Von Mathias Klein
Jeder Container ist 2,80 Meter hoch – sie sollen mit Werbung für das Staatstheater verkleidet werden. Quelle: Rainer Surrey
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Hannover

Der Ärger um die Kröpcke-Baustelle reißt nicht ab. Nach Beschwerden über gefährliche Stolperfallen auf dem Fußweg gab es am Mittwoch in der Innenstadt erneut Aufregung: Der Grund sind Baucontainer, die völlig überraschend auf dem Opernplatz aufgestellt worden sind. Acht Container bauten Arbeiter am Mittwoch auf, jeweils zwei übereinander. Die Container werden als Büro- und Aufenthaltsräume für die am Kröpcke-Umbau beteiligten Baufirmen benötigt. Sie sollen die nächsten zweieinhalb Jahre dort stehen bleiben, teilte Stadtsprecher Dennis Dix mit. Nach den bisherigen Planungen werden die Bauarbeiten am Kröpcke-Center Ende 2013 beendet sein.

Am Donnerstag sollen noch vier weitere Container dazukommen, diese werden dann in einer dritten Etage auf das Container-dorf zwischen dem Eingang zur Parkgarage und dem Opernhaus aufgesetzt. Aber schon am Mittwoch hagelte es Kritik an der Entscheidung für den ungewöhnlichen Standort. „Das ist ein Unding“, sagte der Chef der City-Gemeinschaft, Martin Prenzler. Hannovers Tourismus-Chef Hans Nolte sprach von einer „unglücklichen Lösung“, die eine „Umlenkung der Besucherströme“ nötig mache.

„Das ist eine echte Herausforderung für den Städtetourismus“, sagte Nolte. Der Tourismus-Chef war von der Aufstellung der Container völlig überrascht worden. Die entsprechenden Pläne waren ihm vorher nicht mitgeteilt worden.
Prenzler bedauerte, dass der schönste Platz der Innenstadt mit den Containern einfach zugestellt wurde. „Wir haben schon wenig Postkartenmotive – und jetzt verlieren wir auch noch den Opernplatz bis Anfang 2014“, sagte er. „Das ist ganz hart an der Grenze zum Erträglichen.“

Die Bürocontainer, die eine Mannheimer Firma am Dienstag aufgestellt hat, stehen auf einer 100 Quadratmeter großen Fläche. Sie sind üblicherweise 2,80 Meter hoch, bei drei übereinandergestapelten Containern ergibt das eine Höhe von 8,40 Meter neben dem vom hannoverschen Architekten Georg Ludwig Friedrich Laves errichteten Opernhaus.

Stadtsprecher Dix verteidigte am Mittwoch die Wahl des Standorts. „Es gibt keine Alternative“, sagte er. Da die Container als Büro- und Aufenthaltsräume für die am Kröpcke-Umbau beteiligten Baufirmen benötigt werden, müssten sie von der Baustelle aus schnell erreichbar sein. Bisher wurden noch nicht vom Umbau betroffene Bereiche im Kröpcke-Center dafür genutzt. „Mit dem bevorstehenden Umbau dieses Gebäudeteils und dem fehlenden Platz an der Baustelle ist das aber nicht mehr möglich“, sagte der Baustellenkoordinator des städtischen Fachbereichs Tiefbau, Paul Babbel. Er kündigte an, dass die Container mit einem Gerüst verkleidet werden, das dann mit Werbung des Staatstheaters bespannt werden soll. „Es ist leider so, dass es bei Bauarbeiten zu Einschränkungen kommen kann“, sagte Stadtsprecher Dix. Das sei ein notwendiges Übel. Wegen der Theaterferien gab es am Mittwoch aus dem Opernhaus keine Stellungnahme.

Eigentümerin des Kröpcke-Centers ist die Düsseldorfer Centrum Grundstücks GmbH. Deren Sprecherin Sigrid Auberg sagte, die Stadt habe den Platz für die Container ausgesucht. Kaufleutechef Prenzler meinte hingegen, dass das Unternehmen selbst Alternativen hätte anbieten können. So hätte man auch Räume im Kröpcke-Center über den künftigen Geschäftsräumen von Peek&Cloppenburg nutzen können. „Aber das wollen die wohl möglichst schnell ausbauen“, sagte Prenzler.

Der Chef der City-Gemeinschaft befürchtet, dass die Baustelle am Kröpcke weiterhin viel Ärger bereiten wird. Erst am Mittwoch hätten die Geschäftsleute in einer Baubesprechung verhindern können, dass vor dem verkaufsoffenen Sonntag und dem Großraumentdeckertag am 4. September der Fußweg in weiteren großen Bereichen des Kröpckes aufgerissen wird. „Die Fußgänger sollten dann über zwei Holzbrücken laufen“, berichtete Prenzler. Bei den erwarteten rund 300.000 Besuchern wäre das allerdings sehr problematisch geworden.

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