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Aus der Stadt "Wir wollten bei Conti nichts vertuschen"
Hannover Aus der Stadt "Wir wollten bei Conti nichts vertuschen"
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00:15 10.03.2016
Zweimal kurz vor der Funktionsunfähigkeit: Die giftige Chemikalie machte auch den Mitarbeitern der Kläranlage zu schaffen. Quelle: Katrin Kutter
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Hannover

"Wir wollten nichts vertuschen", sagte Tegtmeyer-Dette (Grüne) am Montag in der Sitzung des Stadtentwässerungsausschusses. Es sei immer geplant gewesen, den Ausschuss in dieser Sitzung zu informieren, betonte sie. In der Sitzung ist es zu einem hefitigen Schlagabtausch zwischen CDU auf der einen und SPD und Grünen auf der anderen Seite gekommen. Für die CDU sagte Maiximillian Oppelt, bei der Chemikalieneinleitung handele es sich "um einen gravieren Vorgang". Es könne deshalb nicht sein, dass "die Bürger nicht informiert worden sind". Dagegen betonten Jürgen Mineur (SPD) und Patrick Drenske, dass sie sich von der Verwaltung gut informiert fühlten.

Die Stadtentwässerung habe verdeckt ermitteln wollen, um den Verursacher zu finden, berichtete Betriebsleiter Wilhelm Böger. Zunächst sei man davon ausgegangen, dass die Einleitung immer per Lastwagen durchgeführt wird.  Mitte Januar habe dann festgestanden, dass Contitech der Verursacher ist. Aber erst Mitte Februar hatte Tetgtmeyer-Dette die Mitglieder des Ausschusses über den Fall informiert. Zuvor hatte die HAZ von der Chemikalieneinleitung berichtet.

Nach den bisherigen Erkenntnissen hatte Contitech wochenlang offenbar versehentlich das Lösungsmittel Toluol ins Abwasser geleitet. Am 15. Dezember vergangenen Jahres und am 10. Januar 2016 war die Konzentration der eingeleiteten Lösungsmittel so hoch, dass es „zu einer spürbaren Beeinträchtigung der biologischen Reinigungsstufe“ im Klärwerk gekommen war. Die Mitarbeiter der Kläranlage hatten das Problem aber in den Griff bekommen. Daher seien in dem ganzen Zeitraum der Einleitung die Grenzwerte für die Einleitung des geklärten Abwassers in die Leine eingehalten worden. 

Staatsanwaltschaft ermittelt 

Am Montag sind noch weitere Einzelheiten des Falls bekannt geworden. So hatte die Stadtentwässerung bereits im Dezember bei der Conti nachgefragt, ob es zu einem Störfall gekommen sei, berichtete Christiane Groß von der Stadtentwässerung. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Unternehmen das noch verneint, weil dort nichts aufgefallen sei, betonte sie. Inzwischen laufen Ermittlungen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die Polizei war am 18. Januar von der Stadt eingeschaltet worden.

Unklar ist derzeit noch die Höhe der Summe, die die Stadt von dem Unternehmen für die Suche nach der Ursache verlangen wird. Nach den bisherigen Berechnungen sind rund 6000 Euro Sach- und Personalkosten entstanden. Noch ist unklar, ob Contitech auch für die regulären Personalkosten in Regress genommen werden soll. Zudem muss noch geklärt werden, ob der mit einer geringen Menge Toluol belastete Klärschlamm an Landwirte verkauft werden kann oder verbrannt werden muss.

Von Mathias Klein

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