„Immer nur heran, liebe Leute“, ruft Charly Neumann, „heute haben Sie die einmalige Möglichkeit, bei Fairkauf Sachspenden gegen eine Currywurst einzutauschen.“ Viel Werbung hatte der Teufelsgeiger von Hannover am Freitag allerdings nicht machen müssen, denn immer wieder kamen Menschen schwer bepackt vor dem Kaufhaus an und tauschten Bücher, Kleider und mehr gegen Gutscheine für eine Currywurst ein.
„Ich bin sonst kein großer Fan von Currywurst, aber diese hier ist richtig gut“, sagt Ingrid Müller, die für die Wurst unter anderem einen Bademantel eingetauscht hat. Sie komme oft zu Fairkauf, um gebrauchte Bücher oder Kleidung zu spenden, die dann zu einem geringen Preis weiterverkauft werden, erzählt sie. Dass sie dafür eine frisch zubereitete Currywurst erhält, habe es jedoch noch nicht gegeben. Dafür verantwortlich ist Reinhold Fahlbusch, Vorstandsvorsitzender von Fairkauf, der als Fan der scharfen Wurst auch Mitglied in der Hannoverschen Currywurst-Gesellschaft (HCG) ist.
Diese testet jeden Freitag die Würste in Hannovers Imbissstuben. Zusammen mit dem Präsidenten der HCG, Alejandro Barrios, kam er auf die Idee, im Austausch gegen Spenden Currywürste zu verteilen – und so auf das Warenhaus aufmerksam zu machen. „Ich war immer davon begeistert, was Fairkauf den Menschen, besonders denen mit geringem finanziellem Budget, alles bietet“, sagt Barrios. „Das wollten wir unterstützen.“
3000 Würste hat die Wurstwarenfabrik Brennecke für die Aktion gestiftet, bis 15 Uhr sind weit mehr als 2000 davon verspeist – Jörg Politze zum Beispiel nutzt seine Mittagspause für einen Abstecher zu Fairkauf. „Ich finde die Aktion klasse, weil man nicht nur ein fast kostenloses Mittagessen bekommt, sondern gleichzeitig etwas Gutes tut.“ Auch die 96-Spieler Manuel Schmiedebach und Christopher Avevor wollen sich den Imbiss nicht entgehen lassen und spenden dafür ein Heimtrikot ihrer Mannschaft. „Eigentlich hat uns der Trainer Currywurst verboten, aber ich muss doch testen, ob die Hannoveraner in Konkurrenz mit unseren Berliner Würsten treten können“, sagt Schmiedebach und grinst.
Dass das Angebot bei vielen Hannoveranern gut ankommt, zeigt der große Andrang. „Für uns war es nicht entscheidend, dass wir alle Würste loswerden“, sagt Fahlbusch. „Vielmehr wollten wir zeigen, dass man auch mit wenig Aufwand viel bewegen kann.“ Das dürfte gelungen sein: Am Nachmittag können sechs voll beladene Lkw die mitgebrachten Sachspenden in das Lager von Fairkauf bringen.
Isabel Christian
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