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Rote Nelke ist am 1. Mai kein Üstra-Ticket mehr

DGB-Aktion Rote Nelke ist am 1. Mai kein Üstra-Ticket mehr

Die DGB-Blumen werden nicht mehr als Üstra-Ticket gelten, weil das Finanzamt das als steuerpflichtige Personenbeförderung ansieht. „Mainelken in bekannter Form wird es nicht mehr geben“, sagt Steffen Holz, Regionssekretär beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) in Hannover. 

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Die Mai-Nelke aus dem Jahr 2013. Eine 2017er-Edition gibt es nicht.

Quelle: Peter Steffen

Hannover. Für überzeugte Gewerkschafter ist die rote Nelke die wichtigste Blume überhaupt. Sie diente als florales Symbol der Arbeiterbewegung und über drei Jahrzehnte in Hannover und anderen deutschen Großstädten als Freifahrtschein in Bussen und Bahnen am Tag der Maikundgebungen.

„Mainelken in bekannter Form wird es nicht mehr geben“, sagt Steffen Holz, Regionssekretär beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) in Hannover.

Im Jahre 1889 wurden auf einem Kongress der II. Internationale sowohl die Durchführung eines Tages der Arbeit am 1. Mai als auch die rote Nelke als Erkennungszeichen der Arbeiterbewegung beschlossen. Das war notwendig, denn zu dieser Zeit galten im Deutschen Reich noch die Sozialistengesetze inklusive Vereins- und Versammlungsverbot. Anhand der Nelken konnten Genossen Gleichgesinnte erkennen. Gleichzeitig finanzierten die Gewerkschaften mit dem Nelkenverkauf den Aufbau ihrer Strukturen.

Seit Mitte der Achtzigerjahre sind in einigen deutschen Großstädten rote Nelken aus Kunstseide zum Preis von zuletzt 50 Cent verkauft worden. Sie dienten als Fahrschein für Busse und Bahnen. „Die Verkehrsunternehmen haben dafür vom DGB Geld bekommen“, sagt Holz. Genau diese Praxis hat das zuständige Finanzamt am DGB-Hauptsitz in Berlin jetzt mit folgender Argumentation verboten: Die Organisation betreibe damit Personenbeförderung, welche nicht zu ihren satzungsgemäßen Aufgaben gehöre. Sie sei deshalb als steuerpflichtige gewerbliche Tätigkeit einzustufen.

Als Reaktion hat der DGB die Produktion der Mainelken eingestellt und bietet jetzt nur noch einen Mai-Pin an. „Viele Mitglieder bedauern das sehr“, sagt Holz. Bei den Kundgebungen in Hannover kann man altgediente Gewerkschafter treffen, die sich jede einzelne Kunstblume aufbewahrt haben und an den Hut oder Anzug stecken. Für die Traditionalisten ist der Nelken-Verlust bereits der zweite herbe Schlag, nachdem der angestammte Kundgebungsplatz am Klagesmarkt wegen Bebauung nicht mehr zur Verfügung steht.

Die diesjährige DGB-Maifeier findet am Montag, 1. Mai, auf dem Trammplatz statt. Um 11 Uhr wird dort der Demonstrationszug aus Linden erwartet, als Redner der Abschlusskundgebung haben sich unter anderem DGB-Regionsgeschäftsführer Rainer Eifler und Oberbürgermeister Stefan Schostok angesagt.

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