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Aus der Stadt Dänischer Pavillon wird Energiewunder
Hannover Aus der Stadt Dänischer Pavillon wird Energiewunder
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11:09 14.03.2018
Neue Ideen: Architekt Carsten Grobe hat die kubischen Gebäude im Expo-Park gekauft und will sie zu Plus-Energie-Häusern umbauen. Quelle: Foto: Privat
Hannover

Pyramide, Kugel, Quader: Die drei Nebengebäude des Dänischen Expo-Pavillons zeigen anschaulich die Grundformen der Architektur. Lange Zeit standen sie leer. Jetzt hat der hannoversche Architekt Carsten Grobe die Anlage gekauft und will sie modernisieren. Das Ziel: Plus-Energie-Gebäude, die mit Solaranlagen mehr Energie zur Verfügung stellen, als bei ihrer Nutzung verbraucht wird. Und das, ohne dass sich am Erscheinungsbild wesentliches ändert. Bis zum Sommer will der Architekt fertig sein – dann will er mit seinem Büro dort einziehen. 

Gezielt nach Hannover geholt

Grobe war vor gut einem Dutzend Jahren von der Wirtschaftsförderung Hannoverimpuls gezielt zur Ansiedlung in Hannover bewegt worden, denn sein Architekturbüro ist auf hochenergetische Gebäudeumbauten spezialisiert. Bei etlichen Schulmodernisierungen der Stadt wirkt er mit, hat Sporthallen und andere Gebäude umgeplant, um den Energieverbrauch zu senken, und Passivhäuser errichtet. Derzeit sitzt sein 25-köpfiges Büro als Mieter auf drei Etagen im benachbarten Finnland-Pavillon. Doch dort ist der Platz begrenzt. Weil das Büro ständig neue Aufträge bekommt und wächst, hat Grobe sich zum Kauf des Dänischen Pavillons entschieden. Mehrere Millionen Euro kosten Kauf und der geplante Umbau. 

Noch sind die Förderanträge für den innovativen Umbau der Dänen-Kuben nicht bewilligt. Wenn aber alles nach Plan läuft, entstehen im Expo-Park erstmals Häuser mit Photovoltaik-Hybrid-Dächern, für die Grobe die Patente hält. Dabei werden Solarstromkollektoren zur Stromerzeugung nicht aufs Dach gesetzt, sondern sind das Dach, zugleich wird unter ihnen erwärmte Luft zum Fabrizieren von Heiz- und Kühlenergie genutzt. Solche Systeme gebe es zwar im Grundsatz schon, sagt Grobe, sie krankten bisher aber oft an einer Überhitzung der Anlagen. Der Umbau nach seinem System könne so erfolgen, dass äußerlich kaum Veränderungen sichtbar seien. 

Den Hauptpavillon will Grobe für Büros nutzen, in den Nachbargebäuden zum Teil Ausstellungsflächen einrichten, der quadratische Glaskubus könnte ein Veranstaltungszentrum werden. Dann ist genug Platz für Wachstum. „Wenn wir eingezogen sind, können wir auch wieder neue Mitarbeiter einstellen“, sagt Grobe, der für Forschung und Entwicklung unter anderem auch einen Physiker beschäftigt. Er suche dringend Fachplaner – die Auftragslage in der Bau- und Planungsbranche ist derzeit exzellent. 

Die Expo-Repräsentanz der Dänen mit etwa 2000 Quadratmeter Nutzfläche steht seit 2014 leer. Nach der Weltausstellung hatte ihn der dänische Modehersteller Bestseller („Vero Moda“, „Jack & Jones“) genutzt, später betrieb die Firma Scan-Bull dort einen 3-D-Scanner und bot Schulungen an. Seit knapp vier Jahren aber herrscht Leere. 

Von Conrad von Meding

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