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Diese Probleme gab es bei der Bombenräumung

Blindgänger in Badenstedt Diese Probleme gab es bei der Bombenräumung

In Sachen Bombenräumungen sind die Hannoveraner geübt. Und doch dauerte es in Badenstedt diesmal deutlich länger als erwartet. Das lag weniger am Blindgänger – sondern an erheblichen Verzögerungen bei der Evakuierung.

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Der Fundort des Blindgängers in Badenstedt.

Quelle: Christian Elsner

Hannover. Die 250-Kilo-Weltkriegsbombe in Badenstedt ist entschärft. Um 3.43 Uhr meldete der Kampfmittelbeseitigungsdienst am Freitagmorgen die erfolgreiche Entfernung des Zünders. Rund 15 000 Menschen konnten in ihre Wohnungen zurückkehren, für 860 hauptberufliche und ehrenamtliche Helfer war der Einsatz beendet.

Am Donnerstag wurde Am Soltekampe eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Sie wird noch am gleichen Tag entschärft.

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Doch rund um die spontane Bombenräumung lief nicht alles perfekt. Die Organisation war teils ungeordnet, darüber hinaus wollten mehrere Menschen ihre Wohnungen nicht verlassen. Einige Problempunkte waren:

Nicht ausreichend vorbereitet:  Die Bombe wurde gegen 16.30 Uhr entdeckt, die Räumung des Sperrgebiets sollte um 21 Uhr beginnen. Dennoch war viel unorganisiert, als die ersten Betroffenen an der Sammelstelle IGS Linden ankamen. „Die Belegung überschnitt sich mit anfänglichem Personalmangel“, sagt Feuerwehrchef Claus Lange. Außerdem wurden zum Beispiel die Gulaschkanonen der Johanniter an ungünstigen Stellen aufgebaut. Die eigentliche Räumung konnte erst um 21.20 Uhr wirklich beginnen. „Es ist zum Teil aber auch der Hektik des spontanen Einsatzes geschuldet“, sagt Lange

Zu enge Zufahrtswege:  Das Sportgelände der IGS Linden verfügt nur über eine Zufahrt. Binnen kürzester Zeit stauten sich die Rettungsfahrzeuge sowie Evakuierungsbusse in den Straßen Am Spielfelde, Am Lindener Berge sowie auf der Bornumer und Badenstedter Straße. Dennoch habe es aufgrund der Zeit und Nähe keine Alternative zur IGS Linden gegeben, sagt die Feuerwehr. „Wir hätten den Bereich allerdings in Absprache mit der Polizei früher sperren müssen“, räumt Lange ein. So konnten zum Beispiel die 217 Bettlägrigen nicht angemessen zügig zur IGS gebracht werden, weil sich ankommende und abfahrende Rettungsfahrzeuge gegenseitig behinderten. „Daran gibt es nichts zu beschönigen“, sagt Lange. Ursprünglich sollte vor 1 Uhr Sicherheit hergestellt sein, am Ende wurde es 3.13 Uhr.

Renitente Bewohner:  Die Verzögerungen kamen jedoch nicht nur durch dadurch zustande. Laut Lange wollten „einige uneinsichtige Einwohner“ ihre Wohnungen partout nicht verlassen. Die Feuerwehr musste mehrere Türen aufbrechen. Kurz vor dem ersten geplanten Entschärfungsversuch meldete sich zudem ein Anrufer mit unterdrückter Nummer beim Bürgertelefon. An der Badenstedter Straße sei noch jemand in einer Wohnung. Das Ganze entpuppte sich als mutwilliger Fehlalarm. „Dafür habe ich absolut kein Verständnis“, sagt Lange wütend. Dadurch sei alles um weitere 30 Minuten verzögert worden. „Ein solches Verhalten der Anwohner habe ich noch nicht erlebt.“

Immer wieder müssen in Hannover Fliegerbomben entschärft werden. Ein Überblick über die Bombenräumungen der vergangenen Jahre:

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Zwischenfall mit Laserpointer

Der Co-Pilot eines Polizeihubschraubers ist während der Bombenräumung am Donnerstagabend v on einem Laserpointer geblendet worden. Die Crew sei mit dem Helikopter gegen 22:30 Uhr über dem Steintor unterwegs gewesen, als der Polizist von dem Strahl getroffen wurde. 

Feuerwehrchef Claus Lange will die Vorkommnisse aufarbeiten. „Wir werden unsere Lehren daraus ziehen“, sagt er. Unmittelbare Konsequenz: Die Feuerwehr will ab sofort die Personalien aller Querulanten erfassen und rechtliche Schritte einleiten. „Bislang war das kein Thema, aber jetzt ziehen wir es in Erwägung“, sagt Lange. Die Sporthalle der IGS Linden bleibe aber auch in Zukunft als potenzielle Sammelstelle erhalten. „Wir werden aber die Planungen für spätere Räumaktionen verbessern.“

Erst vor gut sechs Wochen fand  Hannovers größte Bombenräumung der Stadtgeschichte statt. Rund 50.000 Menschen mussten am 7. Mai ihre Wohnungen verlassen, nachdem in Vahrenwald drei Blindgänger entdeckt worden waren. Sprengmeister damals und in der Nacht zu Freitag war Marcus Rausch. Lesen Sie hier  ein Porträt.

Von Peer Hellerling und Tobias Morchner

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