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Aus der Stadt Darum ist der DFB-Entscheid ein Schlag ins Gesicht
Hannover Aus der Stadt Darum ist der DFB-Entscheid ein Schlag ins Gesicht
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00:15 19.09.2017
Von Conrad von Meding
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Hannover

Man kann sagen: Es geht doch nur um Fußball, und eigentlich auch nur um ein paar Spieltage im Jahr 2024. Alles ganz weit weg. Augen zu und durch.

Man kann aber auch sagen: Für eine Stadt wie Hannover ist das Ergebnis der DFB-Auslese ein Schlag ins Gesicht.

Wenn Hannover bisher den Zuschlag bei überregional wichtigen Spielen erhielt, dann geschah das stets auch aus Regionalproporz. Die Bewerbung musste nur besser sein als die von Bremen, und schon hatte Hannover für Norddeutschland den Zuschlag. Erstmals gab es jetzt keinen Regionalproporz mehr, sondern transparente Regeln für die Bewertung der Spielorte. Und prompt ist Hannover raus. Bitter.

Die Hintergründe

Darum wird Hannover kein EM-Spielort.

Es wäre ein tolles Fußballfest geworden. Die Stadt ist erprobt in Großevents. Kirchentage, eine Bundesgartenschau, die einzige Weltausstellung auf deutschem Boden, zuletzt das fröhliche Fußballfest zur WM 2006, als das Stadion fünf Spiele mit Gastmannschaften von Ghana über Costa Rica bis Südkorea erlebte - schöne Zeiten waren das. 2024 soll es so etwas nun nicht geben.

Wer erinnert sich? 1988 hatte es noch zu zwei EM-Vorrundenspielen gereicht - im alten Niedersachsenstadion mit gut 60.000 Plätzen. Dass nun Defizite am neu errichteten Stadion einer der ausschlaggebenden Gründe für die Absage sein soll, ist schon ärgerlich. Zu klein, zu wenig Medienplätze, kein umlaufender VIP-Bereich - es ist tatsächlich gut, wenn 96 jetzt über einen Ausbau des Stadions nachdenkt.

Mängel am Hotelmarkt

Zu denken geben sollte der Stadt aber vor allem der Ablehnungsgrund Hotels. Offenkundig sind die Mängel am Hotelmarkt doch größer, als bisher eingeräumt wird. Der neue Messechef Jochen Köckler hatte erst in der Vorwoche in einem HAZ-Forum darauf hingewiesen, dass das Angebot in der Stadt stark zu wünschen übrig lasse. Jetzt bemängelt der DFB insbesondere das Fehlen hochwertiger Häuser. Jahrelang hatten die Lobbyisten der bereits ansässigen Hotels bei der Stadt dafür gekämpft, dass keine zusätzlichen Hotels mehr gebaut werden dürfen, um sich Konkurrenz vom Leib zu halten. Viel zu spät hat die Stadtverwaltung jetzt gegengesteuert und forciert das Wachstum neuer Hotels. Es scheint an beidem zu fehlen: Masse und zusätzlicher Klasse.

Nein, Hannover muss nicht immer ganz vorne mitspielen. Mit den sogenannten A-Städten, Metropolen wie Hamburg, München und Berlin, muss die Stadt nicht konkurrieren. Der Anspruch aber muss sein, mindestens bei den B-Städten ganz oben mitzuspielen. Da ist Platz zwölf im DFB-Ranking ein ziemlich schmerzhafter Tritt vors Schienbein.

Fazit: Ein schmerzhafter Image-Schaden

Eigentlich hat Hannover mit dem weltgrößten Messegelände, mit seiner zur Expo hochgerüsteten Infrastruktur und seiner Erfahrung mit Großveranstaltungen fast automatisch als Austragungsort einer deutschen Fußball-EM dabei zu sein. Dass das nicht geklappt hat, bringt vor allem einen Imageschaden. Und es zeigt, dass Stadt, 96 und Flughafen ein paar Aufgaben zu lösen haben.

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