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Das Abenteuer vor Hannovers Haustür

Finnhütten-Feriencamp am Deister Das Abenteuer vor Hannovers Haustür

Das Finnhütten-Feriencamp von Stadt und Region am Rand des Deisters hat am Freitag 50. Geburtstag gefeiert. Hannovers Bürgermeister Thomas Hermann fühlte sich sichtlich wohl. „Hier ist ein Hauch von Abenteuer dabei.“ In der Wennigser Ferienanlage machen Kinder aus allen gesellschaftlichen Schichten gemeinsam Urlaub.

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Wennigsens Bürgermeister Christoph Meineke, die stellvertretende Regionspräsidentin Angelika Walther und Hannovers Bürgermeister Thomas Hermann genießen die abenteuerliche Stimmung.

Quelle: Michael Wallmueller

Hannover. Da gab es diese Sommernacht vor drei Jahren, als Christopher Finck seine ersten grauen Haare wuchsen. Der heute 30-Jährige war Betreuer einer Jugendfreizeit in der Finnhütte der Stadt Hannover am Rand des Deisters - und er kam mit seiner Gruppe von einer Nachtwanderung zurück. Zum Abschluss gab es ein Geschenk für jedes Kind. Und ein Geschenk blieb übrig. Ein Kind fehlte. „Wir suchten alles ab, das waren schlimme eineinhalb Stunden“, erzählt er. Dann fand jemand das Kind in seinem Bett. Es hatte sich direkt nach dem Durchzählen zu Beginn der Wanderung schlafen gelegt.

Dieser Schreck hat Finck nicht davon abgehalten, jedes Jahr wieder als Jugendbetreuer in die Finnhütte nach Wennigsen zu fahren. Am Freitag war er als Gast zum 50. Geburtstag des schnuckeligen Freizeitensembles am Deister eingeladen. Zwischen den rustikalen Holzhütten, dem Spielplatz und der Feuerstelle am Wald war ein kleines Festzelt aufgebaut. Es gab Kaffee, Schnittchen und später Bratwurst. Einfach, aber lecker - wie es zum Charakter des kleinen Feriencamps passt.

Das eigene Kind wecken

Hannovers Bürgermeister Thomas Hermann fühlt sich sichtlich wohl. „Hier ist ein Hauch von Abenteuer dabei“, sagt er und holte sich einen Pott Kaffee. Die Uhren scheinen langsamer zu ticken hier am Waldrand. „Leider wird man irgendwann zu alt für so ein Camp“, sagt Hermann. Dieser Zeitpunkt ist für Betreuer Finck noch fern: „Bei einer Freizeit wird das Kind in mir geweckt“, sagt er - und erzählt, wie die Betreuer manchmal nachts mit Stöckern an die Fenster klopfen, um die Jugendlichen zu erschrecken. „Ganz mutige stürmen dann schon man raus und jagen uns um die Hütten.“

Es ist eine familiäre Feierstunde hier draußen im Wald. Die stellvertretende Regionspräsidentin Angelika Walther erzählt, dass ihre Kinder hier Urlaube verbracht haben („Jeden Abend gab es Ärger wegen der Bettenverteilung“), und Ratsfrau Ingrid Wagemann (Grüne) war selbst als Kind hier. Hermann hebt die soziale Funktion der Finnhütten hervor: Hier machen Kinder aus allen gesellschaftlichen Schichten gemeinsam Urlaub vor Hannovers Haustür. Für soziale Schwache hält die Stadt Fördermöglichkeiten bereit.

Turbulenzen am Deister

Etwas abseits des Festzelts steht Hüttenwirtin Delia Voges. Die meisten Jugendgruppen sind so unproblematisch, dass sie kaum eingreifen muss, sagt sie. Ärgerlich sei lediglich, wenn mal wieder die Abflüsse vom Stockbrotteig verklebt sind. „Einmal musste ich Silvester herkommen, weil ein Kurzschluss die Anlage lahm gelegt hatte.“ Eine Gruppe hatte versucht, vier Friteusen gleichzeitig zu betreiben - was die Elektrik überforderte. „Aber als ich das behoben hatte, gab’s gleich was zu essen“, sagt sie lachend.

Wennigsens Bürgermeister Christoph Meinecke freut sich, dass die Finnhütten mehr als 70.000 Hannoveranern den Deister näher gebracht haben. Und Betreuer Finck ist überzeugt, dass man hier fürs Leben lernt. Zum Beispiel diese Lektion: Bei jeder Nachtwanderung gehen die kleinen Mädchen vorweg, und die Jungen mit der größten Klappe haben die meiste Angst. Oder bleiben gleich im Bett liegen.

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