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Aus der Stadt Das Ende der Parkplatzsuche
Hannover Aus der Stadt Das Ende der Parkplatzsuche
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00:16 04.07.2015
Von Andreas Schinkel
Fabian Bock ist mit einem Laserscanner in der Stadt unterwegs. Quelle: Marta Krajinovic
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Hannover

Einziger Nachteil: Erst in drei bis fünf Jahren dürfte das Kartenprogramm funktionieren, wenn genügend Autos durch Hannover fahren, die mit Kameras ausgestattet sind und sich ins Internet einwählen können.

„Aber immer mehr Autos sind mit Kameras bestückt und haben sogar Ultraschallsensoren eingebaut“, sagt der 28-jährige Wissenschaftler an der Leibniz-Universität. Sollte die „kritische Masse“ der technisch hochgerüsteten Autos erreicht sein, versieht Bocks Kartenprogramm zuverlässig seinen Dienst. „Automatisch erkennen Kameras und Sensoren freie Parkplätze und geben die Infos übers Internet an andere Fahrer weiter“, erklärt der Geoinformatiker. So entstehe eine sich ständig aktualisierende Karte der verfügbaren Stellflächen in der Stadt, die zudem mit dem Navigationssystem der Autos verknüpft ist. „So werde ich laufend über die Parkplatzsituation auf meiner Zielstraße informiert“, sagt Bock. Die Karte konzentriere sich auf oberirdische Parkplätze, Parkhäuser seien ausgenommen.

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Die elektronische Hilfe zur Parkplatzsuche ist ein Beispiel dafür, dass Doktorarbeiten nicht abstrakt bleiben müssen. Bock promoviert zum Thema „dynamische Karten“ im Institut für Kartografie und Geoinformatik an der Leibniz-Universität. Eigentlich hat Bock Physik in Heidelberg studiert. In seiner eigenen Forschungsarbeit wollte er die Gefilde physikalischer Theorien verlassen und einen klaren Bezug zur Alltagswelt herstellen. „Da bin ich auf die Geoinformatik in Hannover aufmerksam geworden“, sagt er. Hier verknüpfe man Mathematik, Naturwissenschaften und Technik miteinander, um praktische Probleme zu lösen. In zwei Jahren hofft er seine Doktorarbeit beendet zu haben.

Bis dahin bleibt noch viel zu tun. Derzeit fährt er von morgens bis abends mit einem speziell ausgerüsteten Fahrzeug der Uni durch ausgewählte Viertel, um die Gesamtzahl der Parkplätze zu registrieren. Dabei hilft ihm ein Laserscanner, montiert auf dem Dach des Lieferwagens. „Wir müssen in einem ersten Schritt erfassen, wo Autos überhaupt parken dürfen“, sagt er. Schließlich darf die Karte keine Garageneinfahrten als freie Stellplätze deklarieren. Die Nordstadt und die Straßen rund um die Oper hat er sich als Versuchsfeld ausgeguckt. Wenn die Gesamtzahl der möglichen Stellflächen erfasst ist, tastet der Lieferwagen mit seinen Sensoren die Straßen nach freien Lücken ab und speist die Daten übers Internet ins Kartenprogramm ein. „Wir simulieren eine Vielzahl von Autos, die freie Stellflächen registrieren und die Infos weitergeben“, sagt er.

Der junge Geoinformatiker sieht sich nicht als Unternehmensgründer. „Ich betreibe Grundlagenforschung und schaue, wie ein solches System arbeiten kann“, sagt Bock. Aufgabe der Automobilindustrie sei es, ein serientaugliches Parkplatzprogramm auf den Markt zu bringen.

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