Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° Regenschauer

Navigation:
Das Ende der Parkplatzsuche

HAZ-Ideenwoche Das Ende der Parkplatzsuche

Die Zukunft sieht für Autofahrer rosig aus, zumindest wenn sich Fabian Bock mit seiner Idee durchsetzt. Der junge Geoinformatiker aus Hannover tüftelt an einem Programm, das Autofahrern freie Parklücken anzeigt. Das Herumkurven in dicht besiedelten Vierteln wie der Südstadt würde entfallen, der Verkehr flüssiger werden.

Voriger Artikel
HAZ live: Das war der Morgen in Hannover
Nächster Artikel
Top 5 im Juni: Romantik, Rach und Rock 'n' Roll

Fabian Bock ist mit einem Laserscanner in der Stadt unterwegs.

Quelle: Marta Krajinovic

Hannover. Einziger Nachteil: Erst in drei bis fünf Jahren dürfte das Kartenprogramm funktionieren, wenn genügend Autos durch Hannover fahren, die mit Kameras ausgestattet sind und sich ins Internet einwählen können.

„Aber immer mehr Autos sind mit Kameras bestückt und haben sogar Ultraschallsensoren eingebaut“, sagt der 28-jährige Wissenschaftler an der Leibniz-Universität. Sollte die „kritische Masse“ der technisch hochgerüsteten Autos erreicht sein, versieht Bocks Kartenprogramm zuverlässig seinen Dienst. „Automatisch erkennen Kameras und Sensoren freie Parkplätze und geben die Infos übers Internet an andere Fahrer weiter“, erklärt der Geoinformatiker. So entstehe eine sich ständig aktualisierende Karte der verfügbaren Stellflächen in der Stadt, die zudem mit dem Navigationssystem der Autos verknüpft ist. „So werde ich laufend über die Parkplatzsituation auf meiner Zielstraße informiert“, sagt Bock. Die Karte konzentriere sich auf oberirdische Parkplätze, Parkhäuser seien ausgenommen.

Ideenexpo

Am kommenden Sonnabend beginnt die Ideenexpo 2015. Die HAZ stimmt Sie in dieser Woche darauf ein – mit guten Ideen aus der Expo-Stadt.

Die elektronische Hilfe zur Parkplatzsuche ist ein Beispiel dafür, dass Doktorarbeiten nicht abstrakt bleiben müssen. Bock promoviert zum Thema „dynamische Karten“ im Institut für Kartografie und Geoinformatik an der Leibniz-Universität. Eigentlich hat Bock Physik in Heidelberg studiert. In seiner eigenen Forschungsarbeit wollte er die Gefilde physikalischer Theorien verlassen und einen klaren Bezug zur Alltagswelt herstellen. „Da bin ich auf die Geoinformatik in Hannover aufmerksam geworden“, sagt er. Hier verknüpfe man Mathematik, Naturwissenschaften und Technik miteinander, um praktische Probleme zu lösen. In zwei Jahren hofft er seine Doktorarbeit beendet zu haben.

Bis dahin bleibt noch viel zu tun. Derzeit fährt er von morgens bis abends mit einem speziell ausgerüsteten Fahrzeug der Uni durch ausgewählte Viertel, um die Gesamtzahl der Parkplätze zu registrieren. Dabei hilft ihm ein Laserscanner, montiert auf dem Dach des Lieferwagens. „Wir müssen in einem ersten Schritt erfassen, wo Autos überhaupt parken dürfen“, sagt er. Schließlich darf die Karte keine Garageneinfahrten als freie Stellplätze deklarieren. Die Nordstadt und die Straßen rund um die Oper hat er sich als Versuchsfeld ausgeguckt. Wenn die Gesamtzahl der möglichen Stellflächen erfasst ist, tastet der Lieferwagen mit seinen Sensoren die Straßen nach freien Lücken ab und speist die Daten übers Internet ins Kartenprogramm ein. „Wir simulieren eine Vielzahl von Autos, die freie Stellflächen registrieren und die Infos weitergeben“, sagt er.

Der junge Geoinformatiker sieht sich nicht als Unternehmensgründer. „Ich betreibe Grundlagenforschung und schaue, wie ein solches System arbeiten kann“, sagt Bock. Aufgabe der Automobilindustrie sei es, ein serientaugliches Parkplatzprogramm auf den Markt zu bringen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
MHH auf der IdeenExpo
Rechtsmediziner Professor Knut Albrecht demonstriert IdeenExpo-Aufsichtsrat Volker Schmidt und Gabriele Heinen-Kljajic die Arbeitsabläufe an einem Tatort.

Wenn die IdeenExpo in die fünfte Runde startet, ist ein besonderer Neuzugang dabei – das Institut für Rechtsmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover präsentiert sich vom 4. bis 12. Juli auf dem Messegelände.

mehr
Mehr Aus der Stadt
Es war einmal in Hannover. Aber wo?

Auf in eine neue Runde: Sie kennen sich in Hannover aus? Zeigen Sie es! Schauen Sie sich die historischen Stadtansichten an, und erraten Sie, wo die Aufnahmen gemacht wurden. Direkt hinter dem historischen Foto sehen Sie die Auflösung – in Form eines aktuellen Vergleichsbildes.

Unterwegs mit den Brandermittlern der Polizei

Ihr Job zählt nicht gerade zu den beliebtesten bei der Polizei, denn einen großen Teil ihrer Arbeitszeit wühlen Michael Muszinsky und Michael Krummel im Dreck. Sie müssen Ursachen von Bränden ermitteln und inmitten von Schutt nach Spuren auf die Täter suchen. Ein Besuch.