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Das Historische Museum wird 50 Jahre alt

Jubiläum und Umbau Das Historische Museum wird 50 Jahre alt

Im Jahr 1966 wurde das Historische Museum eröffnet. Zum diesjährigen 50. Geburtstag wird die Dauerausstellung des Hauses grundlegend modernisiert. Ab Juni 2017 schließen deshalb die beiden oberen Etagen und die Kutschenhalle für knapp zweieinhalb Jahre. 

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Gratulation: Museumsdirektor Thomas Schwark, Rosemarie Wallbrecht vom Freundeskreis und Kulturdezernent Harald Härke machen das Jubiläum mit Luftballons greifbar. 

Hannover. Eigentlich sollte es schon zum Jahreswechsel so weit sein. Nun muss der Termin noch einmal aufgeschoben werden. Doch im Juni 2017 geht es los: Dann wird die recht angestaubte Dauerausstellung des Historischen Museums komplett umgekrempelt. Die beiden oberen Etagen und die Kutschenhalle müssen für fast zweieinhalb Jahre schließen; nur das für Sonderschauen und Veranstaltungen reservierte Erdgeschoss bleibt offen.

Geburtstag

Zur Geburtstagfeier sind am Sonnabend, 22. Oktober, und Sonntag, 23. Oktober, alle Hannoveraner eingeladen. An beiden Tagen gibt es von 10 bis 18 Uhr viele Führungen, Diskussionen und Aktionen für Kinder. Jeweils um 16 Uhr wird eine Abschiedstour durch die Dauerausstellung angeboten.

„Unser Haus bekommt ein völlig neues Gesicht“, sagt Direktor Thomas Schwark. Erstmals präsentierte er am Donnerstag öffentlich Ideen und Zeitplan. 3 Millionen Euro kostet es, die Ausstellungsräume bis zum Oktober 2019 zu modernisieren, in Themenbereiche neu zu gliedern. Den Großteil der Summe zahlt die Stadt, doch eine Million ist noch offen. „Wir hoffen auf Spenden von den Menschen in dieser Stadt und dieser Region, denn für sie ist das Museum ja gedacht“, sagt Schwark.

Im Jahr 1966 eröffnete das Historische Museum am Hohen Ufer. Nun wird sein 50-jähriges Bestehen gefeiert. 

Zur Bildergalerie

Vor einem halben Jahrhundert, am 21. Oktober 1966, wurde das Museum eröffnet - und seit einem Vierteljahrhundert ist die Dauerausstellung weitgehend unverändert geblieben. „Da musste etwas passieren“, sagt Schwark. Seit drei Jahren tüfteln er und seine Kollegen an einem Konzept, wie die Schau so präsentiert werden kann, dass sie modernen Anforderungen gerecht wird. Nun liegen die Ergebnisse und erste Skizzen des Stuttgarter Planungsbüros Demirag vor. Es gehe nicht mehr darum, chronologisch zu erzählen, erklärt Kurator Andreas Urban. Stattdessen sollten Schwerpunktbereiche gesellschaftliche Entwicklungen aufgreifen und die Lebenswirklichkeit heutiger Besucher in den Fokus rücken. Die Themen sind:

  • „Herrschaftszeiten“ : Das Herzstück des Hauses, die Kutschenhalle, wird weiterhin die vier prunkvollen Exponate des Welfenhauses zeigen. Aber die Geschichte des Adelshauses wird neu aufbereitet. Und es soll zitiert werden, was Hannoveraner aller Berufsgruppen und Nationalitäten von den Welfen wissen.
  • „Typisch Hannover!? “ : Die aktuelle Sonderschau ist das Pilotprojekt für das neue Konzept und soll darin aufgehen. Ob Leibniz, VW-Bulli oder Lüttje Lage - erzählt wird, mit Beteiligung der Besucher, hannoversche (Alltags)geschichte.
  • „Heimat Hannover? - Woher wir kommen“ : Migration ist das Thema, das auch anhand von Porträts in Szene gesetzt wird - von den Hugenotten über jüdische Emigranten und Übersee-Auswanderer bis zu DDR-Flüchtlingen, Gastarbeitern und Asylsuchenden.
  • „Mächte und Zäsuren“ : Der Bereich beschäftigt sich mit bedeutenden Ereignissen wie der Reformation (1533), dem Ende des Königreichs Hannover (1866) und der NS-Zeit (1933-1945).
  • „Wo leben wir?“ : Vorgestellt wird die Entwicklung Hannover von den mittelalterlichen Anfängen bis zur heutigen Halbmillionenstadt, unter anderem mittels eines neuen interaktiven Modells.
  • „Wie leben wir?“: Zentral ist der Alltag von Stadtbewohnern im Spiegel der Zeiten - Wohnkultur, Berufswelt, Freizeit. Es gibt eine begehbare Wohnung mit Zimmern verschiedener Epochen.
  • „Wie treten wir in Erscheinung?“ : Es geht um Mode sowie ihre historische und heutige Bedeutung.
  • Das Konzept könne in Details noch verändert werden, sagt Schwark. Darum will das Museum mit Besuchern darüber diskutieren. Der Anfang wird am heutigen Freitag bei einer Podiumsveranstaltung mit Oberbürgermeister Stefan Schostok gemacht - um 19 Uhr in dem Haus in der Pferdestraße 5.

Besondere Geschenke zum Geburtstag

Wer Geburtstag hat, bekommt ein Geschenk. Das gilt auch für ein Museum. Zum 50. Ehrentag des Historischen Museums hatte Rosemarie Wallbrecht, Vorsitzende des Freundeskreises, gleich drei Präsente mitgebracht. Zunächst überreichte sie Direktor Thomas Schwark eine Marzipantorte. Der freute sich aber noch mehr über die beiden anderen Gaben. Zwei Ölgemälde kann er neu in die Sammlung aufnehmen – zu sehen sind Carl und Marie Bahlsen, die Eltern von Hermann Bahlsen, der 1889 seine Keksfabrik gründete.

„Das ist für uns ein sehr schönes und sehr bewegendes Geschenk“, sagte Schwark. Denn der Ankauf des Freundeskreises wurde mit einer Spende ermöglicht, die bei der Trauerfeier für den vor zwei Jahren verstorbenen früheren Museumschef Waldemar Röhrbein zusammenkam. So könne diesem auf ganz besondere Weise ein Andenken bewahrt werden, meinte Nachfolger Schwark, der das Haus seit 1999 leitet.

Zu sehen sind die beiden Gemälde in einer neuen Sonderschau in der Kutschenhalle, die das Museums zu seiner 50-jährigen Geschichte konzipiert hat. Allerdings geht die Historie des Hauses, das der bekannte hannoversche Architekt Dieter Oesterlen entworfen hat, noch deutlich weiter zurück: Bereits 1903 wurden erstmals Sammlungen zur Landes- und Stadtgeschichte sowie zur Volkskunde im Vaterländischen Museum in der Cumberlandschen Galerie in der Prinzenstraße ausgestellt – dem Vorläufer des heutigen Museums. Es folgten rassistisch motivierte Veränderungen der Exponate in der Zeit des Nationalsozialismus an vier verschiedenen Standorten, und in der Nachkriegszeit wurde das Haus zum Niedersächsischen Heimatmuseum. Heute verfügt das Museum über mehr als 500?000 Sammlungsstücke und zwei Millionen historische Fotos. 

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