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Aus der Stadt Zahl der jugendlichen Flüchtlinge steigt
Hannover Aus der Stadt Zahl der jugendlichen Flüchtlinge steigt
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00:16 19.02.2016
Von Bärbel Hilbig
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Hannover

Die Region bemüht sich weiter, Gastfamilien für jugendliche Flüchtlinge zu finden. Aktuell haben sich rund 40 Familien beworben, von denen die Behörde 19 auf ihre Eignung geprüft hat. Bisher sind erst drei junge Flüchtlinge tatsächlich bei einer Gastfamilie eingezogen. Vorher laufen Gespräche zum Kennenlernen, manchmal auch Probewohnen. "Wir gehen davon aus, dass wir bis Ende März 23 weitere Jugendliche in Familien vermittelt haben", berichtet Claudia Weigel, zuständige Fachfrau, im Jugendhilfeausschuss der Region. Weit mehr der unbegleiteten Minderjährigen leben in Einrichtungen der Region oder freier Träger, manche auch bei Verwandten, die bereits früher eingereist sind.

Die meisten der jungen Flüchtlinge, für die das Jugendamt der Region stellvertretend für 16 Kommunen zuständig ist, sind 15 bis 17 Jahre alt. "Es gibt aber durchaus vereinzelt auch Säuglinge, die ins Flugzeug gesetzt werden", berichtet Christian Ortmann, Flüchtlingskoordinator im Regionsjugendamt. Aktuell kommen rund 100 der unbegleiteten Minderjährigen aus Afghanistan, 40 aus Syrien, gut 30 aus dem Irak.

Da andere Bundesländer mehr Minderjährige aufgenommen haben als vorgesehen, rechnet die Region mit verstärkten Zuweisungen von dort. Probleme bereitet die Suche nach geeigneten Betreuern, sagt Ortmann. "Wir stehen vor nicht zu unterschätzenden Herausforderungen." Der Arbeitsmarkt sei leergefegt, beklagt Jugendamtschefin Alisa Bach. Aktuell hat die Region knapp 90 der jungen Flüchtlinge im Kinder- und Jugendheim Waldhof in Barsinghausen sowie dem Jugend- und Gästehaus Gailhof untergebracht. Das Team, das sich im Gailhof bisher um Jugendschutz, Jugendarbeit und Seminare gekümmert hat, betreut jetzt die minderjährigen Flüchtlinge. Die andere Arbeit liegt brach, wie mehrere Mitglieder im Jugendhilfeausschuss beklagen und gleichzeitig einräumen, dass der besonderen Situation Rechnung getragen werden muss.

"Es war ein schwerer Schritt, dass die Jugendarbeit der Region Anfang Dezember zugunsten der Flüchtlingshilfe umgestellt werden musste", berichtet Helga Wienecke, Leiterin des Gailhofs. Pünktliches Aufstehen, gemeinsames Frühstück, Zimmeraufräumen, Deutschunterricht und Freizeitgestaltung stehen dort jetzt für rund 50 männliche Jugendliche auf dem Programm. "Sie haben meist einen anderen Tagesrhythmus als hier üblich, würden lieber später schlafen und aufstehen. Doch das geht nicht", sagt Wienecke zu dem Eingewöhnungsprogramm.  Die Regionsverwaltung will bei den Volkshochschulen ein Kursangebot zur Werte- und Rechtsvermittlung anregen, berichtet Alisa Bach. "Diese jungen Leute verfügen oft über ein ganz stabiles Wertegerüst, das man manch anderem Jugendlichen wünschen würde", ergänzt Sozialdezernent Erwin Jordan. Auf Nachfrage versichert er, dass die Verwaltung den Gailhof ab Juli wieder in den Normalbetrieb bringen will. Sicher sei das nicht. "Aber wir tun alles dafür, damit es klappt."

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